Internationaler Workshop

Der interdisziplinäre Transregio-SFB 3MET veranstaltete an der TU Kaiserslautern am Fachbereich Chemie den internationalen "Workshop on Metal-Metal Communication in Oligonuclear Complexes" als Start einer Serie von Konferenzen mit höchster wissenschaftlicher Qualität. Es nahmen etwa 110 Besucher aus In- und Ausland daran teil. Die Tagung wurde vom Sprecher Prof. Dr. Gereon Niedner-Schatteburg und dem Präsidenten der TU Kaiserslautern Prof. Dr. Helmut J. Schmidt eröffnet.

 

Das Thema der Tagung war Grundlagenforschung im Bereich molekularer Systeme mit mehreren Metall-Atomen. Es wird gezielt nach der Wechselwirkung (Kommunikation) zwischen den Metallzentren geforscht, um neue Anwendungen im Bereich Magnetismus (kleinste Speicher und Schalter), Lumineszenz (Leuchtstoffe) und Katalyse (gesteigerte Effizienz und bessere Selektivität) zu erschließen. Die vier Hauptsessions wurden von Keynote Lectures eingeführt mit fünf nachfolgenden Vorträgen zu aktuellen Forschungsproblemen. Keynote Lectures von Prof. Dr. Pierre Braunstein, Strassbourg, Prof. Dr. Thorsten Glaser, Bielefeld, Prof. Dr. Felix Tuczek, Kiel und der"3MET Lecture" von Prof. Dr. Tobin Jay Marks, Northwestern University, Illinois, USA, zur Katalyse, Magnetismus und Materialwissenschaften ermöglichten dem multidisziplinären Publikum einen Überblick in die komplexe Materie. Von den teilnehmenden Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen wurden 22 Vorträge und 40 Poster präsentiert.

 

Im Bereich Magnetismus wurden neue Methoden zur Berechnung der Anisotropie, Angeregten- und Transferzuständen, sowie zur Berechnung des elektronischen Transports in offenschaligen oligonuklearen Komplexen vorgestellt. Darüber hinaus wurden experimentelle Daten zur Synthese und Strukturen neuer oligonuklearer Übergangsmetall (Glaser, Braunstein) und Lanthanoid-Komplexen präsentiert. Weiter wurden durch Mösbauer-und Röntgenabsorptions- und optischer Spektroskopie in Festkörper, Lösung und Gasphase wurden Komplexe untersucht und neue Struktur-Wirkungs-Beziehungen aufgestellt.

 

Neue Wege zur Aktivierung von N2-Bindungen (Tuczek), zur Transformation von C-H Bindungen und zu Transferhydrogenierungen durch multinukleare Komplexe wurden im Bereich Katalyse vorgestellt. Besonders hervorzuheben war auch eine Keynote-Lecture zur Synthese von kettenverzweigten Polyolefinen mit mehrkernigen Katalysatorkomplexen (Marks).

 

Eine Manipulation von optischen Eigenschaften durch Kooperation mehrerer Metallzentren konnte von mehreren Gruppen durch Spektroskopie auf Oberflächen, in Lösung und in der Gasphase gezeigt werden. Auch hier wurden neue Methoden zur Berechnung von optischen Eigenschaften, z.B. der Lumineszenz, vorgestellt.

 

 

Sonderforschungsbereich für Spitzenforschung in Chemie und Physik

In dem zum 1.1.2011 gestarteten Transregio-Sonderforschungsbereich (SFB/TRR 88 "3MET") forschen Gruppen an der TU Kaiserslautern und am Karslruher Institut für Technologie gemeinsam an kooperativen Effekten in homo- und heterometallischen Komplexen.

An der TU Kaiserslautern sind folgende Teilprojektleiter an SFB/TRR 88 "3MET" beteiligt: Prof. Dr. Martin Aeschlimann, Prof. Dr. Rolf Diller, Prof. Dr. Markus Gerhards, Prof. Dr. Lukas Gooßen, Prof. Dr. Wolfgang Hübner, Prof. Dr. Hans-Jörg Krüger, Dr. Georgios Lefkidis, Prof. Dr. Dr. Gereon Niedner-Schatteburg, Priv.Doz. Dr. Christoph Riehn, Prof. Dr. Volker Schünemann, Prof. Dr. Werner Thiel und Prof. Dr. Christoph van Wüllen.

Am Karlsruher Institut für Technologie sind folgende Teilprojektleiter an SFB/TRR 88 "3MET" beteiligt: Prof. Dr. Stefan Bräse, Prof. Dr. Frank Breher, Priv.Doz. Dr. Karin Fink, Priv.Doz. Dr. Oliver Hampe, Prof. Dr. Manfred M. Kappes, Prof. Dr. Wim Klopper, Dr. Sergej Lebedkin, Dr. Jan Paradies, Prof. Dr. Annie Powell, Prof. Dr. Peter Roesky, Dr. Mario Ruben, Priv.Doz. Dr. Detlef Schooß und Priv.Doz. Dr. Patrick Weis.

Zum gemeinsamen Thema "Kooperative Effekte in homo- und heterometallischen Komplexen (3MET)" haben sich insgesamt neunzehn Projekte zusammengefunden, aufgegliedert in die drei Projektbereiche (a) Magnetismus, (b) Synthese und Katalyse sowie (c) Optische Eigenschaften und Spektroskopie. Die Wissenschaftler erhoffen sich aus ihrer grundlagenorientierten Forschung langfristig ein großes Potenzial für Anwendungen, etwa für schaltbare Molekülmagnete, selektive Katalysatoren und optische Funktionsmaterialien. In jedem Fall liegt der Ausgangspunkt bei der Herstellung von Verbindungen mit bis zu drei Übergangsmetall-Atomen und der Charakterisierung ihrer Wechselwirkungen auf- und miteinander.

Weitergehende Informationen zur Förderung koordinierter Forschungsvorhaben in Form eines Sonderforschungsbereiches, und insbesondere zu Transregio-SFBs, finden sich auf den Internetseiten der DFG unter (www.dfg.de).

 Für weitere Informationen steht Prof. Dr. Gereon Niedner-Schatteburg (E-mail: gns@chemie.uni-kl.de, Tel. 0631/205-4697) zur Verfügung.