Fachbereichsgarten

Dies ist der Biodiversitäts-Hotspot des Fachbereichs Biologie. Unser Botanischer Garten ist relativ klein (10 000 m²), beherbergt jedoch eine eindrucksvolle Sammlung von Pflanzen (etwa 3000 Arten) aus verschiedenen tropischen und einheimischen Ökosystemen.

Kernaufgaben des Gartens sind die Unterstützung von Forschung und Lehre durch gärtnerisches Knowhow und die Bereitstellung von Einrichtungen und Pflanzen für Wissenschaftler, Dozenten und Studenten. Darüber hinaus erfüllt er eine wichtige Funktion als einer der größten Ausbildungsbetriebe der Westpfalz im Lehrberuf Zierpflanzenbau. Nicht zuletzt dient er dem Naturgenuss sowie der naturkundlichen, botanischen, gärnerischen und Umweltbildung der Besucher. Die Anlagen werden von 2,5 Gärtnern, dem Technischen Leiter Matthias Seidel sowie 9 Auszubildenden betreut.

Öffnungszeiten:
Montag - Donnerstag:  08:00 - 15:00 Uhr
Freitag: 08:00 - 13:00 Uhr
 
Kontakt:
Tel: 0631 205 2023 / 0631-205-2495
Mail: garten@rhrk.uni-kl.de

Die Außenanlagen

sind folgenden botanischen und ökologischen Themen gewidmet:

  • Natürliche Magerwiese mit vielfältigen heimischen Wildblumen
  • Schlucht aus heimischen Buntsandsteinblöcken mit typischen niederen Pflanzen (= Kryptogamen) wie Flechten, Moose und Farne des Pfälzer Waldes
  • Teich mit Wasserpflanzen und aquatischer Fauna (gespeist von Bachlauf aus der Sandsteinschlucht)
  • Buchenwaldgesellschaft mit Charakterarten aus der Baum- und Krautschicht (u.a. Frühjahrsblüher)
  • Traditioneller Bauerngarten mit alten Zier- und Nutzpflanzensorten
  • Hexengarten mit ethnobotanischer Ausrichtung auf alte Heil- und Gift-Pflanzen
  • Kräuterspirale mit aromatischen und seltenen Küchenkräutern
  • Apotheker-Garten mit Heilpflanzen
  • Trockenmauer-Biotop und Hänge mit Vertretern thermophiler Halbtrockenrasen-Gesellschaften

Die Gewächshäuser

beherbergen vielfältige pflanzliche Lebensformen aus tropischen, subtropischen und Wüsten-Ökosystemen der Welt. Thematische Schwerpunkte sind:

  • Pflanzen aus dem Amazonas-Regenwald und ihre (medizinische) Verwendung durch indianische Stammesgemeinschaften (mit Anmerkungen einer indigenen Schamanin)
  • Pflanzen von taxonomischer Bedeutung wie der Palmfarn Cycas revoluta oder die bizarre Welwitschia mirabilis (beides sogenannte lebende Fossilien)
  • Tropische Ameisen-Pflanzen, die in einer engen Symbiose mit Ameisen (z.B. Myrmecodia) leben
  • Bekannte tropische Nutzpflanzen mit wirtschaftlicher Bedeutung, wie Reis, Zuckerrohr, Baumwolle, Maniok, Pfeffer, Vanille, Ingwer, Pistazie, etc.
  • Berühmte tropische Früchte, z. B. Papaya, Ananas, Banane, Kakao, Kaffee, Avocado, Pitanga
  • Botanische Raritäten und Schönheiten: spektakuläre oder besonders dekorative Pflanzen wie Uncarina grandidieri (Sesamgewächse), Baum der Reisenden (Ravenala madagascariensis), Schraubenbaum (Pandanus pygmaeus) oder Epiphyllum chrysocardium (Kaktee).
  • Pfeffersammlung: eine Auswahl mittelamerikanischer Pfefferarten unter anderem Piper darienense – ein Pfeffer aus dem Darien-Regenwaldgebiet in Panama, welcher von den Einheimischen als Lokalanästhetikum für Zahnoperationen verwendet wird (sie nennen ihn  „duerme boca“ – „schlafender Mund“).
  • Kletterkünstler, Kriechpflanzen & Würgefeigen – eine Sammlung tropischer Lianen, Windengewächse, und Hemiepiphyten (z.B. Würgefeigen der Gattung Ficus, oder Passionsblumen, Passiflora)
  • Epiphyten (Aufsitzerpflanzen) - Pflanzen, die auf Bäumen wachsen, wie Bromelien, Hirschgeweih-Farne (Platycerium), epiphytische Kakteen (z.B. Epiphyllum) oder "Luft-Pflanzen" (Tillandsia usneoides)
  • Orchideen-Sektion: eine der Attraktionen im Gewächshaus mit mehr als 50 Orchideen, darunter viele Vertreter aus den Gattungen Bulbophyllum, Dendrobium, Masdevallia, Oncidium und Phalaenopsis.
  • Die Karnivoren-Abteilung mit tropischen Kannenpflanzen (Gattung Nepenthes), Venusfliegenfallen und anderen Fleisch-Fressern
  • Wüsten und Savannen-Arten wie Frangipandi od. Tempelbaum (Plumeria), Wüstenrosen-Arten (Adenium spp.) oder Jatropha, eine der aussichtsreichsten Pflanzenarten für zukünftige Biodieselproduktion.
  • Pflanzen aus aquatischen Lebensräumen, wie die Papyruspflanze (Cyperus papyrus) oder Mangroven (Rhizophora mangle). Hierzu gehören auch das Schildkrötenbecken und das Paludarium (Vivarium mit terrestrischen und aquatischen Elementen).