Am Montag, den 10.Oktober 1994 fiel um 9.00h der Startschuß zum dritten
Kurs im Rahmen des Interdisziplinären Studienprogramms unter der Leitung
von Prof. Dr. H.W. Hamacher, mit dem Titel "Systems Thinking and its
Applications" zu dem ca. 30 Studierende aus verschiedenen Fachbereichen
erschienen waren (Mathematik, Maschinenbau, Chemie, Wirschaftsingenieurwesen,
Informatik, Elektrotechnik). Wie der Titel schon verrät wurde der Kurs
nahezu komplett in englischer Sprache abgehalten, was nicht zuletzt an der
Nationalität des Hauptdozenten Prof. M. Kostreva liegt. Prof. Kostreva ist
Professor an der Clemson Universität in South Carolina und Experte in
Systemtheorie.
Wenn ein Kurs mit Teilnehmern und Dozenten aus den
verschiedensten Gebieten stattfindet, muß als Erstes über interdisziplinäre
Gruppenarbeitstechniken gesprochen werden. Diesen Teil übernahm Dr. Schubert
aus der Arbeitsgruppe von Prof. Zink. Danach startete Prof. Kostreva mit
einer sehr anschaulichen Einführung in Systeme, deren Elemente und
Sichtweisen auf selbige. An vielen Beispielen konnte Prof. Kostreva
begreiflich machen wie wichtig ein Systemorientierter Ansatz sein kann und
wie natürlich Interdisziplinarität und Systemdenken miteinander verknüpft
sind. In den anschließenden Übungen in Kleingruppen konnten sich die
Studierenden davon überzeugen wie schwierig es sein kann den Systemansatz
bei praktischen Beispielen zu verwirklichen. Am Ende des Tages wurde mit
einer Figur die aus lauter Pappdreiecken zusammengesetzt wurde verdeutlicht,
daß das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile, einer der wichtigen
Grundsätze im Systemdenken.
Was aber nutzt eine Theorie oder Sichtweise
ohne entsprechende Werkzeuge, die dann helfen Folgerungen zu ziehen.
Deshalb widmete sich der zweite Tag der Vorstellung eines Softwarepaketes
(Stella II) mit dessen Hilfe Systemansätze grafisch dargestellt und Systeme
simuliert werden können. Stefan Nickel, ein Mitarbeiter von Prof. Hamacher,
führte in Stella II ein und half dann den Gruppen am Computer selbst
Systeme zu modellieren. Der Mittwoch und Donnerstag wurden von Prof. Kostreva
genutzt um den Systemansatz nun tiefer und detaillierter zu erörtern und
auf Probleme hinzuweisen. Begleitet wurden diese Ausführungen natürlich
durch Beispiele und Gruppenarbeit am Computer.
Der Donnerstag Nachmittag
gehörte dann der Philosophie in Gestalt von Gastprofessor Dr. Zwierlein,
welcher die Zuhörer mit dem Begriff der Paradigmenwechsels konfrontierte
und mit seinen Ausführungen zu fesseln und begeistern wußte.
Am letzten Tag des Kurses berichtete Prof. Kostreva von seine Erfahrungen
mit dem Systemansatz in der Industrie und von Methoden die im Systemansatz
eine Rolle spielen, wie etwa die Input-Output Analyse von Leontief.
Da es ein Ziel von MISP ist, gelerntes Wissen immer auch umzusetzen,
schließen sich an jeden Kurs Projekte an, die von den, aus den Teilnehmern
des Kurses, gebildeten Gruppen im Laufe des Semesters bearbeitet werden.
Bevorzugt werden Projekte mit Partnern aus der Industrie oder anderen
Einrichtungen, damit die Praxisnähe nicht simuliert werden muß, sondern
einfach vorhanden ist. Am Freitag Nachmittag konnten sich die Teilnehmer
dann entscheiden ob, und wenn ja für welche Projekte sie sich interessieren.
Dabei ist aus Gründen der Betreuungskapazität eine Gesamtteilnehmerzahl
von 15-20 Personen angestrebt. Die vorgeschlagenen Projekte waren:
Stefan Nickel
Das Buch zu MISP3 mit dem Titel
"Denken in Systemen"ist im Shaker Verlag, Aachen, erschienen. Es ist über den Buchhandel oder zu ermäßigtem Preis im Sekretariat von MISP erhältlich.
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