Am 19. März startete MISP mit einer Einführungswoche in das interdisziplinäre Studienprogramm für Teilnehmer sämtlicher Studiengänge und Fachbereiche fü das Sommersemester 1996. Das Rahmenthema des bundesweit ersten interdisziplinären Studienprogramms beschäftigt sich in diesem Kurs mit den Modernisierungschancen und -gefahren der revolutionären Informations- und Kommunikationstechnologien unter dem Rahmenthema "Virtuelle Welten und Teleworking".
Die Veranstaltungsreihe MISP - Modellversuch interdisziplinäres Studienprogramm - wird als Pilotstudie von Bund und Land finanziell unterstützt. Auf Initiative des Vizepräsidenten Prof. Dr. H.W. Hamacher ist MISP seit dem WS 1993/1994 als neue Form des Lehrens und Lernens nunmehr in sechster Auflage fester Bestandteil des Studienangebots. Ziel des Modellversuchs ist, daß Studierende über ihr Spezialwissen hinaus neue fach- und problemübergreifende Aspekte kennenlernen und sich mit komplexen Problemen auseinandersetzen.
Die Themeninhalte im MISP gehen bewußt über traditionelle Studiengrenzen hinweg. Kein Kästchendenken, sondern "über den Tellerrand des eigenen Fachstudiums hinausblicken", so lautet das Motto von Initiatoren, Organisatoren und Teilnehmern. Die Lehr- und Lernkonzeption als kombinierte Vorlesungs-, Seminar- und Projektarbeitsveranstaltung fördert die Teilnehmer, neue Schlüsselkompetenzen, wie z.B. Präsentationsmethoden, Projektmanagement, Kreativitäts- und Gruppenarbeitstechniken, einzuüben, "Praxisluft in Unternehmen zu schnuppern" und sich so optimal auf den Berufseinstieg vorzubereiten.
Interdisziplinarität lohnt sich durchaus für den Fachstudiengang. Denn auf dem Arbeitsmarkt werden zunehmend Zusatzqualifikationen und praktische Fähigkeiten erwartet. In einigen Fachbereichen sind die MISP-Kurse deshalb bereits als qualifizierte Prüfungsleistung und integraler Bestandteil im Fachstudiengang anerkannt. Auskunft hierzu erteilen die zuständigen Fachbereiche der betreffenden Studiengänge.
Die anspruchsvolle Projektarbeit im MISP verschwindet hier nicht in einer Schublade, sondern soll möglichst unmittelbar und konkret in der Praxis umgesetzt werden. Ein besonderes Bonbon für die MISP-Teilnehmer dürfte neben der realen Projektaufgabe wohl auch die Publikation der Projektergebnisse sein, die jeweils in einem Projektband, hrsg. vom Vizepräsidenten Herrn Prof. Dr. H.W. Hamacher, in der MISP Buchreihe "Modellieren im Interdisziplinären Studienprogramm" im Shaker-Verlag, Aachen veröffentlicht werden.
In diesem MISP-Kurs ist eine hochaktuelle und wichtige Entwicklung Thema: Datenautobahn, Multimedia, Teleworking, Teleshopping, Virtual Reality, Cyberspace, Internet-Surfen, World Wide Web usw. werden sämtliche Arbeits-, Wirtschafts- und Lebensbereiche erfassen und grundlegend verändern. Was sind hierbei die technologischen Möglichkeiten, wo liegen die ökonomische Chancen? Welche ökologischen, sozialen und kulturellen Herausforderungen ergeben sich, und wie sind pädagogische und psychologische Gestaltungsaufgaben zu bewältigen?
Die Teilnehmer am diesjährigen Projekt kommen aus verschiedenen Fachbereichen: Informatik, Physik, ARUBI, Mathematik, ET, Chemie, Lehramtstudium, Maschinenwesen. Sie organisieren sich in Projektgruppen, die unter der Leitung des MISP-Professors Dr. E. Zwierlein und in Zusammenarbeit mit der Universität Trier, wissenschaftlichen Institutionen sowie öffentlichen und privaten Organisationen und Unternehmen aktuelle Projektaufgaben bearbeiten.
Um den anstehenden Fragen realistisch und praxisnah nachzugehen, arbeitet MISP mit kompetenten Kooperationspartnern zusammen. Im Sommer 1996 kooperieren mit MISP:
Bei den konkreten Projektaufgaben geht es diesmal z.B. um die Herstellung einer CD-ROM für Studienzwecke, die Konzeption des City-Netzes Kaiserslautern, eine Technikfolgenabschätzung des Teleworking, Effekte moderner Informations- und Kommunikationstechnologien auf Management und Mitarbeiter in Unternehmen, Marktchancen von Telediensten sowie um neue Ausbildungs- und Qualifikationsprofile im Bereich neuer Medien.
Ralf Isenmann
Das Buch zu MISP6 mit dem Titel
"Virtuelle Welten und Teleworking"ist im Shaker Verlag, Aachen, erschienen.
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