Pressemeldung

DFG bewilligt Auslauffinanzierung für GRK 845


Von: Dr. Gabriele Amoroso


20.02.2012
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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat dem Graduiertenkolleg "Molekulare, physiologische und pharmakologische Analyse von zellulärem Membrantransport" der TU Kaiserslautern und der Universität des Saarlandes (Sprecher: Prof. Dr. Ekkehard Neuhaus, Fachbereich Biologie, Abteilung für Pflanzenphysiologie) nach 9-jähriger Förderung eine Auslauffinanzierung in Höhe von 136.601 Euro bewilligt. Mit den zusätzlichen Mitteln können acht Stipendiaten bis zum Abschluss ihrer Promotionsarbeiten weiter finanziert werden.

Graduiertenkollegs sind befristete Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Promotionsstudierende erhalten hier die Möglichkeit, ihre Arbeit im Rahmen eines koordinierten, von mehreren Hochschullehrern getragenen Forschungsprogramms durchzuführen. Die Forschung des GRK 845 konzentriert sich auf den Stoffaustausch über Zellmembranen, ohne den ein Organismus nicht lebensfähig wäre. Membranen bilden in ihrer Gesamtheit eine Fülle von Kompartimenten und repräsentieren selbst Domänen für verschiedenste zelluläre Prozesse. In Projekten zur physiologischen Einbindung von Membranproteinen werden u.a. Wechselwirkungen zwischen Säure- und Basen-Transportern in Gliazellen untersucht, die Bedeutung von Carboxylat-Transportern in Pflanzen und phytopathogenen Bakterien analysiert und neuartige Transporter in human-pathogenen Protisten charakterisiert. Die zellbiologische Einbindung von Membranproteinen wird z. B. in Projekten zur Funktionsanalyse von Ca2+-Kanälen in T-Lymphozyten, zur Endocytose und dem retrograden Transport des viralen a/bToxins in Hefezellen oder zu Komponenten des Proteinimportapparates des Endoplasmatischen Retikuums der Säuger analysiert. Eine dritte Themengruppe befasst sich mit der Biochemie und der Struktur von Membranproteinen. Dabei handelt es sich z.B. um Projekte zur Aufklärung der biologisch aktiven Einheit des TRPV6 Ionenkanals in Mensch und Maus, zur Reifung und Assemblierung verschiedener mitochondrialer Membranproteintypen und zur Identifizierung und biochemischen Analyse neuartiger Ca2+-Kanäle aus Pro- und Eukaryoten. Für die Analysen werden modernste Methoden und Technologien eingesetzt, wie beispielsweise das "Calcium-Imaging", das "patch clamping", biochemische und gentechnologische Methoden, Licht- und Elektronenmikroskopie, radioaktive Analyseverfahren und verschiedene spektroskopische Verfahren.

Während der Auslaufphase werden die betreffenden Promotionsstudierenden als assoziierte Mitglieder in das von der DFG bereits bewilligte Nachfolgekolleg, das Internationale Graduiertenkolleg IRTG 1830 "Complex membrane proteins in cellular development in disease" integriert.

www.bio.uni-kl.de/membrantransport