Pressemeldung
Spitzentechnologie im Fachbereich Biologie
Von: Dr. Wolf-Rüdiger Arendholz
Eines von bundesweit nur zwei Geräten in Kaiserslautern:
Hochleistungs-Tieftemperatur-Feldemissions-Rasterelektronenmikroskop
Dieses Gerät ermöglicht es, durch die Kryopräparation mit Hilfe von "Stickstoffschnee" zum Beispiel die zellulären Strukturen biologischer Proben nahezu wie im lebenden Zustand zu erhalten und mit hoher Tiefenschärfe und Auflösung zu beobachten und zu analysieren. Dabei ist das Analysieren im Hinblick auf die Elementverteilung in solchen Proben wörtlich zu nehmen; denn eine zweite Zusatzeinrichtung, ein sogenannter Röntgendetektor, ermöglicht es, dass die beim Auftreffen des primären Elektronenstrahls auf der Probe entstehenden Röntgenstrahlen ausgewertet werden (Energiedispersive Röntgenstrahl-Spektroskopie, EDS) und das Vorkommen bestimmter Elemente an den jeweiligen untersuchten Präparatestellen, wie zum Beispiel Stickstoff oder bestimmte Schwermetalle (Kupfer oder Eisen) nachgewiesen werden können.
Mit einem einfachen Mausklick der Softwaresteuerung kann vom normalen Hochvakuum (ca. 6*10-7 Pa) Arbeitsmodus in den variablen Druckmodus (2-133 Pa) umgeschaltet werden. Dieser Zustand ermöglicht es, empfindliche oder nichtleitende und auch wasserhaltige Proben ohne aufwändige Präparationsmethoden, wie Fixierung, Trocknung, Metallbedampfung etc., mit Hilfe eines eigenen Sekundärelektronendetektors unmittelbar zu beobachten und ebenfalls die Röntgenspektroskopie anzuwenden.
Mit diesem Gerät eröffnen sich der Forschung neue Möglichkeiten, die weit über die bisher üblichen, darstellenden Aspekte hinausgehen. Mittels des Röntgendetektors können erstmals Struktur und Funktion von Pflanzenkörpern im Mikromaßstab, aber auch in Mikrolebensräumen, zusammengebracht werden.
Das in Gebäude 14 installierte Supra 55 VP von Carl Zeiss SMT ist zur Zeit eines von nur zwei Geräten mit dieser Ausstattung und Konfiguration in Deutschland.








