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Gemeinsame Betreuung von Doktoranden an US-amerikanischen Universitäten und an der TU Kaiserslautern gestartet

An der Technischen Universität Kaiserslautern ist heute das bundesweit erste deutsch-amerikanische Informatik-Graduiertenkolleg „Visualisierung großer und unstrukturierter Datenmengen“ eröffnet worden. Die im Graduiertenkolleg betreuten Doktoranden der Informatik, des Maschinenbaus sowie der Stadtplanung werden in gemeinsamen Projekten von Professoren an der Technischen Universität Kaiserslautern und von Professoren der University of California an ihren Standorten Davis und Irvine, der Arizona State University und der University of Utah arbeiten. „Diese Kooperation zeigt eindrucksvoll die Leistungen, die in Forschung und Lehre an rheinland-pfälzischen Universitäten erbracht werden und durch solche Kooperationen internationale Anerkennung finden“, sagte Professor Dr. E. Jürgen Zöllner, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, bei der feierlichen Eröffnung des Graduiertenkollegs.

Arbeitsgebiet des Kollegs, das von Prof. Dr. Hans Hagen geleitet wird, sind sehr große und unstrukturierte Datenmengen, die heute in vielen Anwendungsgebieten anfallen. Beispielsweise in der zurzeit sehr diskutierten Erdbebenforschung gibt es weit verzweigte Netzwerke von Messstationen, welche die verschiedensten Parameter aufnehmen. Auf diese Weise können komplexe mechanische Vorgänge in der Erdkruste besser verstanden werden und damit der Prävention dienen. Auf der anderen Seite fließt dieses gestiegene Wissen wieder in raum- und städteplanerische Prozesse ein.

Ein anderes Beispiel ist die Aerodynamik von Fahrzeugen. In Windkanaltests fallen immense Mengen von Messwerten zu Strömungs- und Druckverhältnissen rund um das Testobjekt an. Diese komplexen Daten können ohne leistungsfähige Visualisierungstechniken von den Anwendern nicht mehr vollständig überblickt und genutzt werden. Die Sichtbarmachung des Strömungsverlaufs erleichtert die Erkennung kritischer Stellen, die modifiziert werden müssen, um den Luftwiderstand und damit den Treibstoffverbrauch des Fahrzeugs zu senken.

In seinem Grußwort thematisierte Wissenschaftsminister Zöllner die Bedeutung dieses ersten Graduiertenkollegs mit US-amerikanischen Partneruniversitäten sowohl für die Internationalität der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses als auch für den Universitätsstandort Kaiserslautern. „Die internationale Ausrichtung der Studienmöglichkeiten führt zu einer erhöhten Anziehungskraft für hoch motivierte und hoch begabte in- und ausländische Studierende und damit zu einer deutlichen Erhöhung der Attraktivität der Technischen Universität Kaiserslautern auch für exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“, sagte Zöllner.

Universitätspräsident Prof. Dr. Helmut J. Schmidt betonte: „Dieses Graduiertenkolleg besitzt eine Vorreiterrolle für die zukünftige Ausbildung unserer Doktoranden. Mit dieser Einrichtung können wir ihnen eine hervorragende international orientierte Ausbildung bieten, in der ihnen die Fähigkeiten und das Wissen vermittelt werden, um in einem internationalen Umfeld bedeutende Forschungsarbeit zu leisten. Damit baut die Technische Universität Kaiserslautern ihre bundesweit führende Stellung als exzellente Forschungs- und Ausbildungsstätte weiter aus.“

Aus den beteiligten Disziplinen ergeben sich zahlreiche wissenschaftliche Fragestellungen, an deren Lösung in den kommenden Jahren gearbeitet werden soll. Im Bereich der Stadtplanung werden bereits heute plastische Modelle durch Visualisierungen im Computer ergänzt. Weiter werden mit Hilfe des Computers Simulationen durchgeführt. So können z.B. auf sehr einfache Art und Weise verschiedene Planungsalternativen hinsichtlich Licht-, Lärm oder anderer Umwelteinflüsse simuliert werden. Um dem Planer die Bewertung dieser Alternativen zu erleichtern, werden im Rahmen des Internationalen Graduiertenkollegs neuartige Visualisierungsmethoden für solche komplexen Zusammenhänge entwickelt.

Im Bereich Maschinenbau spielen Fragestellungen nach der Festigkeit und Stabilität von Bauwerken eine große Rolle. Dies ist unter anderem wichtig, um zu verhindern, dass Erdbeben, Stürme oder andere Naturereignisse zu deren Einsturz führen. Bei der Prüfung dieser Eigenschaften fallen riesige Mengen an unstrukturierten Daten an. Um diese Daten auswerten zu können, werden sehr weit entwickelte Methoden zu deren Analyse benötigt.

Mit Fördermitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Höhe von insgesamt 2,5 Mio. Euro, die je zur Hälfte vom Bund und von den Ländern aufgebracht werden, wurden Stellen für zwölf Doktoranden geschaffen, die es diesen ermöglichen, innerhalb von drei Jahren in internationalen interndisziplinären Projekten zu promovieren. Da die Mittel für insgesamt viereinhalb Jahre mit der Option der Verlängerung um weitere viereinhalb Jahre bewilligt wurden, wird so bis zu 36 Doktoranden die Möglichkeit zur Promotion gegeben.

An den US-amerikanischen Universitäten existieren bereits Forschungsprojekte sowohl in der Informatik als auch in den Anwendungsgebieten, welche die Arbeiten in dem Internationalen Graduiertenkolleg ergänzen. Daher kann bereits auf eine Reihe von Vorarbeiten zurückgegriffen werden. So wird dort bereits seit sehr langer Zeit im Bereich Erdbebenforschung gearbeitet, da unsere Partneruniversitäten in sehr aktiven Erdbebengebieten liegen. Entsprechend sind dort sowohl aussagekräftige Daten als auch erste Analyse- und Visualisierungsverfahren vorhanden, auf denen die Arbeiten in diesem Graduiertenkolleg aufbauen werden. Die Bedeutung dieser Forschungsarbeiten lässt sich auch daran erkennen, dass unsere Partneruniversitäten bei der National Science Foundation (dem amerikanischen Gegenstück zur DFG) weitere Mittel zur Kofinanzierung des Graduiertenkollegs beantragt haben. Das Kaiserslauterer Kolleg wäre dann das erste deutsche Graduiertenkolleg das von USA und Deutschland parallel finanziert wird.

 

Ansprechpartner:

 

Dipl.-Volkswirt Thomas Jung

Leiter PR und Marketing

TU Kaiserslautern

Postfach 3049

67653 Kaiserslautern

Tel.: 0631/205-2049

Fax: 0631/205-3658

E-mail: thjung@verw.uni-kl.de

Die TU Kaiserslautern ist die einzige technisch-ingenieurwissenschaftlich ausgerichtete Universität in Rheinland-Pfalz. Zukunftsorientierte Studiengänge, eine praxisnahe Ausbildung und eine moderne Infrastruktur sind die Rahmenbedingungen, die Studierende an der Campus-Universität vorfinden. Die TU Kaiserslautern wurde beim bundesweiten Wettbewerb "Exzellente Lehre" mit dem Exzellenz-Preis für Studium und Lehre ausgezeichnet. Damit stellt die TU den hohen Stellenwert ihrer Studienangebote unter Beweis. Darüber hinaus profitieren die Studierenden und Wissenschaftler von den zahlreichen international renommierten Forschungseinrichtungen, die im Bereich der angewandten Forschung eng mit der TU Kaiserslautern kooperieren.

 

 

Katrin Müller
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