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Für Lehrkräfte und Schulen

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir freuen uns über Ihre Unterstützung, Schülerinnen zu einem Studium der Natur- und Ingenieurwissenschaften zu ermutigen!

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Teilnahmebedingungen und Möglichkeiten

Alle Schülerinnen der 10. bis 13. Klassenstufe von Gymnasien und Gesamtschulen sind – sowohl alleine als auch mit Lehrkräften – herzlich eingeladen.

Es gilt die Klassenstufe, der die Schülerinnen nach den Sommerferien angehören!

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Ausgangslage und theoretischer Hintergrund

Aufgrund des spezifischen Fächerangebotes der TU Kaiserslautern (primär Natur- und Ingenieurwissenschaften) liegt der Studentinnenanteil trotz enormer Zuwächse in den letzten zehn Jahren insgesamt lediglich bei etwa 35% (Stand: Sommersemester 2013), in einer Reihe von Fächern sogar nur bei gut 10%. Diese niedrigen Anteile verweisen auf geschlechtsspezifische Hürden, die das Berufswahlspektrum erheblich einschränken. Im Gegensatz zu den Jungen findet bei den Mädchen im Verlauf von Kindheit und Jugend kein kontinuierlicher, unterstützender und ermutigender Kontakt zu naturwissenschaftlichen und technischen Bereichen statt, der sie als Erwachsene in selbstverständlicher Art und Weise in diese einmünden lassen könnte. Es fehlen praktische Erfahrungen und insgesamt entwickelt sich oft keine positive Grundhaltung der Technik und den (technisierten) Naturwissenschaften gegenüber.
Dieses hat Konsequenzen für die Lebensplanung und Lebensgestaltung von beiden Geschlechtern. Insbesondere sind Frauen in wesentlichen Erfahrungsmöglichkeiten sowie Chancen auf die Erlangung von Positionen, die die Gestaltung von Welt und Umwelt beeinflussen können, stark eingeengt. Umgekehrt muss die Gestaltung von Technik, von Gesellschaft, von Zukunft in einem erheblichen Maß ohne die innovativen Potentiale von Frauen auskommen. Doch weisen zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen (z.B. KUCKLICH u.a. 1994) nach, dass Frauen ein stärkeres Interesse an Technik und Naturwissenschaft haben, als gemeinhin für möglich gehalten wird. Dieses Potential sollte gestützt werden, Schülerinnen mit einer Affinität zu technischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern sollen u.a. mit diesem Angebot ermutigt werden, sich für ein solches Studienfach zu entscheiden.

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Konzept

Eingeladen sind jährlich (seit 1995) Schülerinnen der Klassenstufen 10 bis 13 an etwa 360 Gymnasien und Gesamtschulen in Rheinland-Pfalz, im Saarland, in den Randbezirken Hessens und Baden-Württembergs sowie in Luxemburg.
Die Mädchen/jungen Frauen erhalten im Rahmen der Veranstaltung nicht nur konkrete Informationen über die vielfältigen Alternativen, sondern auch die Gelegenheit, sich ihrer eigenen Kompetenzen durch praktische Erfahrungen bewusst zu werden. Dabei können sie aus einem umfangreichen Programm – Workshops, Vorträge u.a. – wählen. Unser Konzept basiert auf fünf Säulen:

  • Angebote für praktisches Erproben: Hier können sie aktiv bislang eher ungewohnte Bereiche erfahren und dabei erleben, dass sie als Mädchen/Frauen durchaus erfolgreich mit naturwissenschaftlichen und technischen Fragestellungen umgehen können, und dass es sogar spannend sein und Spaß machen kann.
  • Geschlechtshomogene Lerngruppen: In Gruppen mit ausschließlich Mädchen, also „unter sich“ wagen die Schülerinnen eher, Fragen zu stellen, selbst etwas auszuprobieren, auf ihre Art und Weise an die Sache heranzugehen etc..
  • Informationsbörse: Die vielfältigen Informationen und Gespräche können nichtzutreffende Vorstellungen über diese Fächer revidieren, ein realistischeres Bild erstellen helfen.
  • Präsentation von Vorbildern: Bei der Vermittlung durch weibliche Studierende und wissenschaftlich Beschäftigte gewinnen die Schülerinnen weibliche Vorbilder.
  • Sensibilisierung der Lehrkräfte: Den beteiligten Lehrkräften von Schulen und Universität wird die Möglichkeit geboten, geschlechtsspezifische Denk- und Handlungsstrukturen, besonders auch Entscheidungsfindungsprozesse, zu hinterfragen. Dadurch sensibilisiert können sie als MultiplikatorInnen unser Projekt durch entsprechende Aktivitäten in ihrem jeweiligen Bereich unterstützen. Die begleitenden Lehrkräfte erhalten ebenfalls ein Workshop-Angebot.
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Rückmeldungen von Teilnehmerinnen

Die zahlreichen im Fragebogen abgegebenen Kommentare weisen beeindruckend darauf hin, dass verkrustete Leitbilder aufgebrochen werden können. Ein Beispiel für viele sei hier zitiert: „Früher war ich mir nicht so sicher, ob Frauen und Technik zusammenpassen, aber seit heute denke ich, dass es eine gute Kombination ist.“
Die Schülerinnen können die einzelnen von ihnen besuchten Veranstaltungen sowie das Angebot insgesamt bewerten. Eine überwältigende Mehrheit vergibt gute bis sehr gute Noten. Etwa drei Viertel der antwortenden Schülerinnen bewertet auch Betreuung und Inhalt der Workshops mit den Noten „sehr gut“ oder „gut“.
Am Ende der Veranstaltung vertritt fast die Hälfte der Schülerinnen die Meinung, dass dieser Tag ihnen nicht nur einen guten Einblick in technische und naturwissenschaftliche Studiengänge verschafft, sondern auch das Interesse an diesen Bereichen weckt oder fördert. Mehr von einer einzigen eintägigen Veranstaltung zu erwarten, wäre unrealistisch. Es müssen kontinuierlich ergänzende Programme/Projekte angeboten werden.

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Angebote für begleitende Lehrkräfte

Die Angebote für begleitende Lehrkräfte sollen Ergebnisse der Koedukationsforschung, Schülerinnen-Projekte u.a. vorstellen, über die gemeinsam diskutiert werden kann. Dies vor dem folgenden Hintergrund:

Die schulische Koedukationsforschung, die vor ca. 30 Jahren ihren Anfang nahm (z. B. Faulstich-Wieland) ergab statistisch signifikante Ergebnisse hinsichtlich des – in den meisten Fällen unbewussten und unbeabsichtigten - Beitrags der Lehrpersonen:

  • unterschiedliche Behandlung von Schülerinnen und Schülern auf der Grundlage ihrer Geschlechterstereotype,
  • Begrenzung von Raum, Zeit und Handlungsformen der Mädchen,
  • inhaltlich stärkere Konzentration auf Jungen
  • Orientierung an den Interessen und (technischen) Vorerfahrungen sowie an der Lebenswelt von Jungen,
  • Betonung der Funktionsprinzipien in ihrem methodischen Vorgehen in naturwissenschaftlichen und technischen Schulfächern und Vernachlässigung von Ursachen- und Folgendiskussionen u. a., für die sich Mädchen häufiger interessieren als Jungen,
  • Zulassen des dominanten, häufigeren und längeren Redens von Schülern sowie deren häufige Unterbrechungen der Lehrperson.

 

Zudem zeigten die Analysen von Unterrichtsmaterialien, Schulbüchern und Aufgabenstellungen:

  • Präsentation von Männern in zahlreichen Berufen, wodurch Jungen vielfältige gleichge­schlechtliche Rollenvorbilder zur Verfügung stehen,
  • Präsentation von Frauen überwiegend in Rollen im häuslichen oder sozialen Leben,
  • ungleich häufigere Darstellung von Männern und Jungen als von Frauen und Mädchen,
  • Vernachlässigung von politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Leistungen von Frauen, womit diese unsichtbar, scheinbar nicht existent, gemacht werden,
  • keine sprachliche Erwähnung von Frauen und Mädchen.

 

Dies hat Auswirkungen auf Schülerinnen und Schüler:

  • eher Kooperation mit der Lehrperson und Beziehungsarbeit der Schülerinnen, eher Konkurrenz der Schüler (auch mit der Lehrperson) und Selbstdarstellung,
  • geringeres Selbstvertrauen der Schülerinnen beim Verlassen der Schule und zwar weitgehend unabhängig von ihren schulischen Leistungen,
  • negative Verzerrung von Mathematikkompetenzen der Mädchen im Vergleich zu ihren realen Leistungen, positive Verzerrung der Selbsteinschätzungen der Jungen relativ zu ihren tatsächlichen Leistungen.

 

Konsequenzen aus der schulischen Koedukationsforschung für die Schulpolitik:

  • Einerseits wurde heftig für eine Rückkehr zu monoedukativen Lehrformen gestritten. Mädchenschulen oder zumindest eine unsystematische zeitweise Trennung von Jungen und Mädchen in der Schule sollten (wieder) eingeführt werden.
  • Andererseits sollten neue didaktische Konzepte entwickelt werden, um aus der faktischen "Ko-instruktion" eine tatsächliche "Ko-edukation" zu entwickeln, die so genannte reflexive oder reflektierte Koedukation, d.h. Herstellung von struktureller Chancengleichheit durch die Reflexion des Geschlechterverhältnisses und seiner Auswirkungen.

Vor diesem Hintergrund ist die Veranstaltung „Schülerinnentag“ zu sehen. Angebote für begleitende Lehrkräfte sollen Ergebnisse dieser Forschungen vorstellen und gemeinsam diskutieren.



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Pauschalanmeldung

Sie können auch in diesem Jahr wieder pauschal eine Anzahl an Schülerinnen anmelden (schuelerinnentag[at]verw.uni-kl.de).

Bitte beachten Sie:
Die Schülerinnen sollten sich anschließend zusätzlich online selbst anmelden und ihre Präferenzen für die einzelnen Angebote angeben, da sie ansonsten nach dem Zufallsprinzip verteilt werden!