Kaiserslautern, 26. Juli 2007. In Anwesenheit des rheinland-pfälzischen Finanzministers Prof. Dr. Ingolf Deubel und des Vizepräsidenten der Technischen Universität Kaiserslautern Prof. Dr. Lothar Litz begrüßte der Projektverantwortliche Prof. Dr. Hermann Heinrich die zahlreichen Gäste, die seiner Einladung zur Präsentation des ETA-Zentrums gefolgt waren. Das ETA-Zentrum wird derzeit auf dem Campus der Technischen Universität Kaiserslautern errichtet und bis zum Frühjahr 2008 fertig gestellt. "ETA" steht hierbei für das Zusammenspiel von Energie, Technik und Architektur. Prof. Heinrich erklärte, dass dieses Gebäude der interdisziplinären Forschung, Entwicklung, Anwendung sowie Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet der effizienten Energienutzung an und in Gebäuden dienen wird. Forscher und Wissenschaftler aus dem gesamten Baubereich, dem Maschinenbau und der Elektrotechnik werden dort in Zukunft arbeiten. Das als Passivhaus konzipierte ETA-Zentrum wird zudem selbst in Teilen ein "Labor" sein. So können hier neue Baukomponenten in der Realität erprobt werden. Gerade in Bezug auf den Energiebedarf, der immerhin zu 40% auf die Nutzung an und im Gebäude fällt, können neue Erkenntnisse gewonnen werden. Aber auch darüber hinaus soll das ETA-Zentrum zum Kristallisationspunkt der Bauforschung werden. Herr Heinrich verwies auch noch auf den Einzug der rheinland-pfälzischen Energieagentur (EOR) in das Gebäude, die dort Synergieeffekte nutzen kann.
Nach acht Jahren der Entwicklung und Planung tritt das ETA-Zentrum nun in seine entscheidende Phase.
An die Rede von Prof. Heinrich anschließend, ergriff Finanzminister Prof. Deubel das Wort. Das Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz übernimmt die Hälfte der Kosten des 1,1 Mio. teuren Projekts, der zweite Teil wird aus EU-Mitteln, die das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium (MWVLW) zur Verfügung stellt, finanziert. In seinen Grußworten wies der Finanzminister darauf hin, dass sich im Besonderen der Baumarkt einer Veränderung vollziehe, dass nicht das kostengünstige Bauen im Vordergrund stünde, sondern die Wirtschaftlichkeit eines Gebäudes. Denn nicht durch die Baukosten, sondern durch die Folgekosten, vor allem die Energiekosten, entsteht der wesentliche Kostenanteil eines Gebäudes. Der Finanzminister betonte, dass es schon heute möglich sei, diese Folgekosten zu minimieren, wenn die bereits vorhandene Technik genutzt werden würde. Er unterstrich, dass im Energiemarkt „steigende Preise garantiert sind“ und dass der Großteil des Gebäudebestands auf dem Stand der 70er Jahre sei und dadurch sehr hohe Energiekosten verursache. Aber nicht nur Hausbesitzer können von der Forschung im Energiesektor profitieren. Das Thema Energieeffizienz spielt auch in der Strukturpolitik eine wichtige Rolle. Prof. Deubel bemerkte, dass hohe Qualitätsstandards die Wettbewerbsfähigkeit steigern und dass in Deutschland zwar teurer, aber auch qualitativ besser als andernorts gebaut werde. Er betonte, dass dieser Qualitätsvorsprung gesichert werden müsse und es wichtig sei, Disziplinen zu fördern, die die Grundlagen für ein energieeffizientes Bauen erst ermöglichen. Dies wird im ETA-Zentrum dann der Fall sein. Der Minister lobte den Bau des ETA-Zentrums als „wichtiges Beispiel wie mit relativ bescheidenen Mitteln der technische Fortschritt im Bereich Bauen unterstützt werden kann.“ Er stellte schließlich fest, dass Kaiserslautern in Bezug auf Forschung, Entwicklung, Innovation und Verbreitung von Wissen der wichtigste Energiestandort in Rheinland-Pfalz sei und dass das ETA-Projekt dies noch in jeder Beziehung verstärken wird.
Der dritte Redner Prof. Litz ging in seiner Rede besonders auf die Bedeutung des ETA-Zentrums für die Forschung und Lehre ein. Er nannte das Projekt einen „Glücksfall“ für die Universität. So werde zum einen der Forschungsbereich Energie und energieeffizientes Bauen deutlich intensiviert. Zum Anderen können Studierende stark eingespannt werden und zu Projekten rund um das Thema Energie Studien- und Diplomarbeiten im ETA-Zentrum durchführen. Des Weiteren hob Prof. Litz in seiner Rede die von Anfang an bestehende Interdisziplinarität zwischen den unterschiedlichen Fachbereichen hervor. Angefangen beim Fachbereich ARUBI, der über die bautechnologischen und architektonischen Grundlagen verfügt, über den Fachbereich Maschinenbau, der sich mit technischen Aggregaten und der Energieumwandlung, -speicherung sowie dem Energietransport beschäftigt, bis hin zum Fachbereich Elektro- und Informationstechnik, der mittels eingebauter Sensoren den Energiehaushaushalt überprüfen und bilanzieren wird.
Als nächster Punkt stand der feierliche Start der Homepage des ETA-Zentrums auf dem Programm. Unter der Adresse www.eta-zentrum.de wird man zukünftig ausführliche Informationen rund um das Thema energieeffizientes Bauen nachlesen können.
Architekt Alexander Blanz erläuterte später auf einer Führung durch den Neubau den Anwesenden die Besonderheiten und Merkmale des Gebäudes, besonders im Hinblick auf die Ausführung im Passivhausstandard.
Auf dem Campus der TU Kaiserslautern wird zurzeit das "ETA-Zentrum" errichtet. Dabei steht "ETA" für Energie - Technik - Architektur.
Dieses Gebäude wird der interdisziplinären Forschung, Entwicklung, Anwendung und Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet der effizienten Energienutzung an und in Gebäuden dienen. Forscher und Wissenschaftler aus dem gesamten Baubereich, dem Maschinenbau und der Elektrotechnik werden hier arbeiten.
Da mehr als 40% der Energienutzung in Deutschland an und in Gebäuden erfolgt, ist die Bedeutung dieses Themas klar.
Das als Passivhaus konzipierte ETA-Zentrum wird selbst auch in Teilen ein "Labor" sein.
Die rheinland-pfälzische Landesenergieagentur EOR wird in das ETA-Zentrum integriert um dort besser Synergieeffekte nutzen zu können.
Insbesondere für mittelständische Unternehmen in den Bereichen Bauen und Energie steht das ETA-Zentrum als Kooperationspartner für FuE, Technologietransfer sowie Aus- und Weiterbildung zur Verfügung.
Das ETA-Zentrum wird sowohl für die TU Kaiserslautern einen neuen Schwerpunkt in Sachen Energieeffizienz bilden, als auch dem Land Rheinland-Pfalz als Energieplattform dienen.
In Anwesenheit von Herrn Finanzminister Prof. Dr. I. Deubel, dessen Ministerium die Kofinanzierung zu den vom Wirtschaftsressort eingesetzten EU-Mitteln zur Verfügung stellt, sowie dem Vizepräsidenten der TU Kaiserslautern, Prof. Dr. L. Litz wird am Donnerstag, den 26.07.2007 um 10:30 Uhr, das ETA-Zentrum, dessen Rohbau gerade fertig gestellt wird, erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Es lädt ein: Prof. H. Heinrich, Projektleiter des ETA-Zentrums
Im Rahmen einer Dissertation am Lehrgebiet Bauphysik, betreut von Prof. H. Heinrich wurde einem Leichtbeton Latentspeichermaterial zugefügt. Durch diese Kombination wird die Wärmespeicherfähikeit des Betons erheblich verbessert. Ein Probekörper dieses Latentbetons wurde im ETA-Zentrum eingebaut. Hier wird später untersucht werden, in welchem Umfang dieses Material zur Verbesserung des Sommerlichen Wärmeschutzes beitragen kann.

Latentbeton-Probekörper vor dem Einbau in die Decke des ETA-Zentrums