Aktuelles
Tagung "Krisenanfälligkeit von Städten und Regionen" am 25. November 2011
Am 25. November 2011 fand im Fraunhofer-Zentrum Kaiserslautern die diesjährige Tagung des Landesschwerpunkts „Region und Stadt“ statt. Wie bereits in den vergangenen Jahren widmete sich der interdisziplinäre Forschungsverbund mit dem Thema „Krisenanfälligkeit von Städten und Regionen“ einer aktuellen Forschungsrichtung der Stadt- und Regionalentwicklung. Mit knapp 100 Teilnehmern aus den Reihen von Universität und Forschung, insbesondere aber auch aus der kommunalen und regionalen Planungspraxis in Rheinland-Pfalz, stieß das gewählte Thema dabei auf breites Interesse.
Das Thema der Krisenanfälligkeit stellt sich vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen der Regional- und Kommunalentwicklung aufgrund aktueller Entwicklungstrends gesellschaftlicher, wirtschaftlicher, ökologischer und politischer Art. Beispielhaft seien die Wirkungen des demografischen Wandels auf die Tragfähigkeit öffentlicher und privater Infrastruktur, ein sich im Rahmen der Globalisierung verschärfender kommunaler und regionaler Wettbewerb um Bevölkerung und Unternehmen, die Wirkungen des Klimawandels oder auch die sich infolge der Energiewende stellenden Herausforderungen genannt. Derartige Entwicklungen fordern öffentliche Akteure aus Politik und Verwaltung zunehmend und ziehen Entwicklungsrisiken sowie die Gefahr krisenhafter Entwicklungen nach sich, insbesondere vor dem Hintergrund einer prekären kommunalen Haushaltslage, welche die Möglichkeiten räumlicher Anpassungsmaßnahmen an diese Entwicklungen häufig erheblich einschränkt.

Im Mittelpunkt der Tagung stand daher u. a. die Frage, wie derartige Risiken erkannt werden können und wie ihnen, im Sinne eines pro-aktiven Handelns, frühzeitig begegnet werden kann. Die Beiträge widmeten sich zunächst der Abgrenzung des Krisenbegriffs und der Verdeutlichung raumplanerischer Einflussmöglichkeiten. Hierzu sprachen Dipl.-Geogr. Dieter Behrendt vom Eduard-Pestel-Institut für Systemforschung in Hannover und Prof. em. Dr. Dietrich Fürst, ehemaliger Leiter des Instituts für Umweltplanung der Leibniz-Universität Hannover. Dr. Birte Frommer vom Planungsbüro ‚Infrastruktur und Umwelt‘ in Darmstadt, Prof. em. Dr. Bernhard Schäfers, ehemals Leiter des Instituts für Soziologie der Universität Karlsruhe, und Prof. Dr. Gunnar Schwarting, Geschäftsführer des Städtetags Rheinland-Pfalz, vertieften nachfolgend anhand von Aspekten der sozialen Integration, der Anpassung an die Folgen des Klimawandels und neuer Wege der Verwaltungsorganisation sektorale Einflussbereiche der räumlichen Entwicklung, bevor in der abschließenden Diskussion Anforderungen an krisenbezogene Frühwarnsysteme diskutiert wurden.
In den Blickpunkt der Betrachtung rückte immer wieder die Rolle der Raumplanung. Diese ist aufgefordert, Entwicklungsrisiken durch effiziente Anpassungsstrategien frühzeitig zu minimieren. Hierbei müssen sich Städte und Regionen mehrerlei Aufgaben stellen: aufbauend auf einer kontinuierlichen Beobachtung und Auswertung möglicher Risiken wie auch Chancen für die kommunale und regionale Entwicklung sind Handlungsoptionen zu formulieren und Prozesse der politischen Entscheidungsfindung zu organisieren. Insbesondere liegt es aber an der Raumplanung als querschnittsorientierte Disziplin, relevante Akteure im Sinne einer Bündelung von Kräften in den betroffenen Räumen zusammenzubringen, um geeignete Maßnahmen entgegen der genannten Entwicklungstrends umzusetzen und damit zukünftig entstehenden Risiken gegenzusteuern.
Das Programm der Veranstaltung kann auch hier heruntergeladen werden, die Beiträge der Referenten stehen nachfolgend zum Download bereit:
- Einführung: Strukturelle und funktionale Risiken für Städte und Regionen (Dipl.-Geogr. Dieter Behrendt, ISP Eduard Pestel Institut für Systemforschung e.V., Hannover)
- Die lokale und regionale Perspektive globaler Krisen: raumplanerische Implikationen und Interventionsmöglichkeiten
(Univ.-Prof. em. Dr. Dietrich Fürst, Institut für Umweltplanung, Leibniz-Universität, Hannover) - Risikofaktoren für Städten und Regionen am Beispiel des Klimawandels (Dr. Birte Frommer, Infrastruktur und Umwelt, Darmstadt/Potsdam)
- Die Bedeutung von Architektur für Integration und Identifikation mit
Stadt und Region (Prof. em. Dr. Bernhard Schäfers,
Institut für Soziologie, Universität Karlsruhe) - Neue Wege der Verwaltungsorganisation als Beitrag zum erfolgreichen Umgang mit Entwicklungsrisiken (Prof. Dr. Gunnar Schwarting, Geschäftsführer des Städtetags Rheinland-Pfalz)
- Eckpunkte eines Frühwarnsystems - eine Strategiediskussion (Thomas Kiwitt, Leitender Technischer Direktor, Verband Region Stuttgart)
Workshop am 03. Dezember 2010
Am 03.12.2010 fand das Experten-Kolloquium des Landesschwerpunkts "Region und Stadt" statt. Die Veranstaltung wurde in der Villa Denis, dem Stiftungshaus der TU Kaiserslautern in Frankenstein, durchgeführt. Das Thema der Veranstaltung, „Räume im Wandel – Anpassungs- und Steuerungsfähigkeit von Kommunen und Regionen“, griff dabei verschiedene Arbeitsschwerpunkte der Mitglieder der Forschungskooperation auf.
Im Rahmen der Veranstaltung beschäftigten sich neben den Mitgliedern des Landesschwerpunkts renommierte Vertreter der Raumwissenschaften aus Deutschland wie auch dem inner- und außereuropäischen Ausland in vier moderierten Workshops mit den gewählten Schwerpunktthemen des räumlichen Wandels:
- Zukünftige Handlungsspielräume auf kommunaler Ebene,
- Gesellschaftliche Trends und infrastrukturelle Implikationen,
- Ansätze zur Stabilisierung ländlicher Räume sowie
- Stadtökologie und ihre planerischen Implikationen.
Im Mittelpunkt standen demnach sowohl Handlungserfordernisse wie auch Handlungsspielräume von Kommunen und Regionen beim Umfang mit den aktuellen Trends des sozio-ökonomischen Wandels.
Den 50 Teilnehmern der Veranstaltung war es im Rahmen der als „Knowledge Café“ angelegten Veranstaltung möglich, zwischen den Workshops frei zu wechseln und damit zu allen Themen ihre Beiträge zu leisten, um einen anregenden Austausch zu ermöglichen. Dabei wurden sowohl persönliche Positionen diskutiert als auch mögliche Fragestellungen für die künftige raumwissenschaftliche Forschung, insbesondere auch die weitere Arbeit des Landesschwerpunkts „Region und Stadt“, aufgeworfen.
Das Protokoll der Veranstaltung kann beim Geschäftsführer des Landesschwerpunkts "Region und Stadt", Dipl.-Ing. Micha Kronibus (0631/205-3675, kronibus@rhrk.uni-kl.de) angefordert werden.








