Optimierung raumbedeutsamer Potenziale U.S. amerikanischer Militärstandorte in Deutschland Das Beispiel Air Base Ramstein
Städte und Regionen stehen zunehmend vor den Herausforderungen einer wachsenden internationalen Standortkonkurrenz. Diese Standortkonkurrenz besteht auf globaler Ebene und führt zu einem steigenden Wettbewerb. In diesem Wettbewerb haben Großstädte eine ökonomische Schlüsselstellung inne. Unterschiedliche Forschungsansätze haben sich mit der steigenden Bedeutung von Metropolen in ihrer weltweiten Vernetzung und vorwiegend mit ihrer wirtschaftlichen Bedeutung auseinandergesetzt. Von besonderer Bedeutung waren hierbei die Forschungen von Saskia Sassen zum Thema „The Global City“, in denen formuliert wird, dass die Globalisierung zu einer neuen Raumökonomie führt, in denen Global Cities eine Schlüsselposition als internationale Handelszentren mit ausgeprägten Steuerungs- und Kontrollfunktionen einnehmen.
Aufbauend auf die unterschiedlichen Metropolenforschungsansätze und vor dem Hintergrund der Bedeutung der deutschen Großstadtregionen für die Raumentwicklung wurde in Deutschland von der Bundesraumordnung angestrebt mit Hilfe eines strategischen Leitbildes – dem Konzept der Europäischen Metropolregionen – die bestehenden Agglomerationen in ihrer internationalen Ausstrahlung zu stärken. Somit wurde in Deutschland das Konzept der Europäischen Metropolregionen auf Bundesebene mit den Raumordnungspolitischen Handlungsrahmen im Jahr 1995 erstmals dargestellt: „Als Motoren der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung“ deren „herausragende Funktionen im internationalen Maßstab über die nationalen Grenzen hinweg ausstrahlen.“ Die Metropolregionen werden als Standorte angesehen, die „die Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit Deutschlands und Europas erhalten und dazu beitragen [sollen], den europäischen Integrationsprozeß zu beschleunigen.“ Insgesamt wurden hier sechs europäische Metropolregionen aufgrund von funktionalen Kriterien identifiziert und festgeschrieben: Berlin/Brandenburg, Hamburg, München, Rhein-Main, Rhein-Ruhr und Stuttgart. Das Sachsendreieck ist als potenzielle Metropolregion dargestellt.
Das auf europäischer Ebene im Jahr 1999 beschlossene Europäische Raumentwicklungskonzept (EUREK) bezieht sich ebenfalls auf die Bedeutung von Europäischen Metropolregionen für die Entwicklung des Gesamtraumes der Europäischen Union. Sie werden als Teile des europäischen Städtesystems bezeichnet, die die Grundlage für ein wirtschaftlich erfolgreiches System bilden.
In dem Beschluss der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) vom 28.04.2005 zur Weiterentwicklung raumordnungspolitischer Leitbilder und Handlungsstrategien wird die Bedeutung von Kernen und Netzen des ökonomischen Wachstums und der Innovation betont und deren Unterstützung gefordert. In diesem Zusammenhang wird die Bedeutung des Konzeptes der Metropolregionen betont und dessen Weiterentwicklung im Rahmen der Neuaufstellung der neuen Leitbilder und Handlungsstrategien der Raumentwicklung beschlossen. Es wird eine Erweiterung der Metropolregionen auf insgesamt elf Regionen beschlossen. Die Initiativen der Regionen Nürnberg, Hannover-Braunschweig-Göttingen, Rhein-Neckar und Bremen/Oldenburg sich als Metropolregionen zu positionieren wird unterstützt und beschlossen. Das Sachsendreieck, welches im Raumordnungspolitischen Handlungsrahmen noch als potenzielle Metropolregion aufgeführt war, wird in dem Beschluss der MKRO ebenfalls eindeutig als Metropolregion genannt.
Die als Fortschreibung des Raumentwicklungspoltischen Orientierungs- und Handlungsrahmens von der Ministerkonferenz für Raumordnung 2006 verabschiedeten „Leitbilder und Handlungsstrategien für die Raumentwicklung in Deutschland“, festigen im ersten der drei Leitbilder „Wachstum und Innovation“ das Konzept der Europäischen Metropolregionen.In Anlehnung an die bisherige Definition des Raumentwicklungspoltischen Handlungsrahmens folgendermaßen definiert: „Als funktionale Verflechtungsräume sind Metropolregionen Motoren der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung mit internationaler Bedeutung und Erreichbarkeit. In Metropolregionen bündeln sich europäisch und global bedeutsame Steuerungs- und Kontrollfunktionen, Innovations- und Wettbewerbsfunktionen, Gateway- und Symbolfunktionen.“
Das Konzept der Europäischen Metropolregionen in Deutschland wurde in seiner vorab dargestellten Entwicklung als raumordnerische Konzeption von der Bundesebene initiiert und in den genannten Strategien und Leitbildern ausformuliert. Aufgrund der Planungskompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern ergibt sich aus ihnen für die nachfolgenden Planungsinstanzen keine verbindliche Darstellungs- und Fortführungspflicht sowie für die Akteure vor Ort keine Umsetzungspflicht. Dessen ungeachtet haben sich die Metropolregionen mit verschiedenen Organisationsformen, Aufgabenstellungen, Inhalten und Akteurskonstellationen unter Verwendung dieses „Labels“ gebildet. Gerade die bei der Erweiterung des Kreises der Metropolregionen hinzugekommenen Regionen haben sich intensiv für die Einstufung als Metropolregion beworben. Als Hintergrund und Katalysator dieser Bemühungen kann neben dem Ziel sich im internationalen Wettbewerb der Regionen entsprechend zu positionieren sicherlich die in der zu dieser Zeit geführte Diskussion um die Verteilung der europäischen Strukturfördermittel in der Förderperiode 2007-2013 gesehen werden.
Das Konzept der Europäischen Metropolregionen der Bundesraumordnung benennt die einzelnen Metropolregionen, schließt jedoch keine räumliche Abgrenzung dieser mit ein. Hier sind die einzelnen Metropolregionen gefordert ein Selbstverständnis zu entwickeln sowie eine räumliche Abgrenzung festzulegen. Die Umsetzung des Konzepts stellt sich in den einzelnen Metropolregionen, insbesondere bei der räumlichen Abgrenzung, sehr unterschiedlich dar. Die Metropolregion Berlin-Brandenburg umfasst beispielsweise die gesamte Fläche des Bundeslandes Brandenburg sowie der Stadt Berlin. Im Vergleich hierzu ist die Metropolregion Rhein-Neckar flächenmäßig deutlich kleiner und von einer insgesamt hohen Siedlungsdichte gekennzeichnet. Es zeigt sich bei fast allen der Metropolregionen, dass diese nicht nur aus dem oder den ökonomisch besonders starken Zentrum bzw. den Zentren bestehen, sondern auch angrenzende Räume mit einschließen, die als eher strukturschwach oder ländlich geprägt zu charakterisieren sind. Damit ergeben sich zum Teil Zusammenschlüsse von Teilräumen in einer Metropolregion, die in ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit als sehr heterogen einzustufen sind.
Bei der Umsetzung des Konzepts der Europäischen Metropolregionen wird in den sich, teilweise neu konstituierenden, teilweise auf der Basis bestehender regionaler Kooperationen weiterentwickelnden, Regionen mit verschiedenen Instrumenten der Raumordnung und Regionalentwicklung gearbeitet, insbesondere dem Einsatz von Regionalen Entwicklungskonzepten und Regionalmarketing. Darüber hinaus bilden bzw. stärken sich neue regionale Kooperationen und Netzwerke.
Ziel der Arbeit ist neben einer zielgerichteten Analyse der Umsetzung des Konzepts der Metropolregionen in Deutschland die Bewertung der Bedeutung dieses Konzeptes für die regionale Entwicklung der Metropolregionen. Da den Metropolregionen eine „Motorenfunktion“ für die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung sowie eine Ausstrahlungsfunktion für den internationalen Standortwettbewerb zugewiesen wird, ist es von zentralem Interesse, wie sich die metropolregionale Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure in den, teilweise noch recht neu, konstituierten Regionen unter dieser Bezeichnung auf deren regionale Entwicklung auswirkt. Hierbei wird der Fokus auf die Bewertung der zum Teil neu entstandenen regionalen Netzwerke und Kooperationen gelegt werden, welche insbesondere im wirtschaftsnahen Bereich zu finden sind. Diese Schwerpunktbildung ist vor dem Hintergrund der ökonomisch-funktionalen Sichtweise sowie der Entwicklungsorientierung (mit dem Fokus auf die wirtschaftliche Entwicklung) des Konzeptes der Europäischen Metropolregionen zu sehen. Neben dieser inhaltlichen Schwerpunktsetzung werden die Metropolregionen Hamburg und Nürnberg einer weitergehenden und vertiefenden Analyse unterzogen.
Aus den Ergebnissen sollen Handlungsansätze für die weitere Arbeit und Aufgabenfelder der Netzwerke in den Metropolregionen Hamburg und Nürnberg erarbeitet werden, die geeignet erscheinen die regionale Entwicklung der Metropolregionen sowie deren internationale Bedeutung und Ausstrahlung zu befördern. Darüber hinaus wird die Übertragbarkeit der Ergebnisse und Handlungsansätze auf andere deutsche Metropolregionen diskutiert.
Ansprechpartner
Prof. Dr. Gabi Troeger-Weiß
Dipl.-Ing. Kirstin Weber-Leibrecht
Meldung vom 25.03.2013
UBACT II-Projekt JOBTOWN
Der Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung ist Projektpartner im UBACT II-Projekt JOBTOWN. Weitere Informationen finden Sie unter Forschungsprojekte / JOBTOWN!
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Meldung vom 19.03.2013
Programm des Kaiserslauterer Forums
Das aktualisierte Programm für das Kaiserslauterer Forum am 22. März 2013 steht nun zum Download bereit.
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Meldung vom 04.03.2013
Aktionsprogramm regionale Daseinsvorsorge
Im Dezember 2012 erhielt der Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung erneut einen Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR): bis voraussichtlich Ende 2014 betreut der Lehrstuhl die Begleitforschung „Internationale Erfahrungen“ im Rahmen des „Aktionsprogramms … [mehr]
Meldung vom 01.02.2013
Kaiserslauterer Forum 2013
Das, von der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz e.V. (ZIRP) und dem Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung veranstaltete, Kaiserslauterer Forum findet dieses Jahr am 22. März 2013 in der Rotunde der TU Kaiserslautern statt. Das Programm wird in Kürze bekannt gegeben.
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