Die Exkursion des Fachgebietes Stadtumbau und Ortserneuerung erkundete vom 07.10.-11.10.2013 zwei innovative Handlungsfelder des Stadtumbaus. Besucht wurden dabei die Städte Erfurt, Halle an der Saale, Leipzig, Chemnitz und Kassel.

1. Eigentümeraktivierung bei Stadtumbau- und Stadterneuerungsmaßnahmen

Angesichts stagnierender oder zurückgehender Wohnungsmärkte gibt es vielerorts gerade im Altbaubereich hohe Leerstände und eine zunehmende Anzahl an dauerhaft leer stehenden „Schrottimmobilien“. Häufig führen schwierige Eigentümer-Objekt-Konstellationen zu einer scheinbar ausweglosen Situation und zu negativen Auswirkungen auf das ganze Stadtviertel, es kommt zu verfestigten städtebaulichen Missständen an städtebaulich wichtigen Bereichen. Erfolgreiche Gegenstrategien zeigen, dass die Kommunen durch eine geschickte Verbindung von strategischem Grundstücksmanagement und einer darin eingebetteten aktiven Eigentümeransprache vorhandener Entwicklungsblockaden der Immobilien lösen können. Die Sicherung und anschließende Sanierung der Objekte führt zu Impulsen für die städtebauliche Entwicklung der Gebiete. Im Rahmen der Fachexkursion werden dazu Beispiele in Halle, Leipzig und Chemnitz besichtigt und der Dialog mit verantwortlichen Akteuren geführt.

2. Selbstbestimmte Jugendbauprojekte in Stadtumbauquartieren

Im Jahr 2011 und 2012 fand ein Forschungsprojekt des experimentellen Wohnungs- und Städtebaus zum Thema „Jugend belebt Leerstand“ statt. Ziel des Projektes war es, selbstbestimmte Jugendprojekte bei der Sanierung und der Betreibung von vormals leer stehenden Gebäuden zu unterstützten. Die Jugendgruppen übernehmen dabei wirtschaftliche Verantwortung für die Gebäude und schaffen sich freien Raum für selbstbestimmte Jugendaktivitäten. Interessant ist, dass die dabei gewonnenen Freiräume offensichtlich einen sehr positiven Einfluss auf das umgebende Stadtgebiet haben und einen konkreten Beitrag zur Demokratisierung der Stadtentwicklung leisten. Im Rahmen der Exkursion werden Modellprojekte in Erfurt, Halle, Chemnitz und Kassel besucht und das Gespräch mit den jugendlichen Projektmachern geführt.

3. Entwurfswerkstatt „Alte Schwemme“:

In das Programm der Exkursion ist am Standort Halle eine 1,5 tägige Entwurfswerkstatt integriert, die Entwicklungspotentiale und mögliche Synergien eines Wächterhauses auf das angrenzende Stadtquartier planerisch untersuchen wird.

Galerie

Stadtrundgang mit Eigentümermoderator Gernot Lindemann in Halle a.d. Saale
Entwurfswerkstatt „Potentialräume statt Problemräume“ zur Alten Schwemme im MMZ Halle a.d. Saale