Die Exkursion des Fachgebietes Stadtumbau und Ortserneuerung erkundete vom 12.10.-16.10.2015 aktuelle Projekte der Stadterneuerung und des Stadtumbaus in der Bundeshauptstadt Berlin.

Zielsetzung

Berlin ist nicht erst seit der Wiedervereinigung der beiden über Jahre selbständigen (Stadt)Hälften West- und Ostberlin ein interessanter Ort zu Themen der Stadterneuerung und zum Umgang mit dem vorhandenen baulichen Bestand. Als Stichworte seien hier die Behutsame Stadterneuerung in den 1980er Jahren, die Kritische Rekonstruktion in den (Ost-)Berliner Innenstadtbezirken in den 1990er Jahren, die Würdigung der mannigfaltigen Siedlungslandschaft als UNESCO- Weltkulturerbe in den 2000er Jahren oder die aktuellen Debatten über die Folgen der Aufwertung innerstädtischer Stadtteile beispielhaft genannt.

Themenschwerpunkte der Exkursion waren:

  • Einblicke in die Stadtentwicklung von Berlin, aktuelle Entwicklungsaufgaben und Handlungsfelder von Stadterneuerung und Stadtumbau

  • Siedlungslandschaft der 1920er Jahre von der Gartenstadt bis zum Siedlungsbau

  • Behutsame Stadterneuerung in innerstädtischen Gründerzeitgebieten, Wirkungen von Wohnprojekten und Genossenschaftsinitiativen

  • Weiterentwicklung von Großwohnsiedlungen, Bestandserneuerung, energetische Quartierssanierung und sozial verantwortliche Wohnraumversorgung

  • Exkurs Potsdam: zwischen Residenzstadt und neuer Gartenstadt

Exkursionstagebuch

Die Exkursion nach Berlin und Potsdam fand über fünf Tage hinweg statt und umfasste Besichtigungen unterschiedlicher Projekte und Maßnahmen vor Ort, sowie Führungen und Gespräche mit wichtigen Akteuren.

Am Montag erfolgte eine Einführung in die Thematik. Am Vormittag wurden mit einer Bootstour auf der Spree und ihren Nebenarmen Berlin vom Wasser aus erkundet. Anschließend wurde das Stadtmodell in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt besichtigt. Am Nachmittag ging es in den Prenzlauer Berg. Mit dem Besuch der Selbstbau eG sollte deren Einfluss auf die Entwicklung in dem Sanierungsgebiet beleuchtet werden.

Am Dienstag führte die Exkursion nach Potsdam, wo zunächst die Quartiersentwicklung der Großwohnsiedlung Drewitz zur Gartenstadt nachverfolgt wurde. Im Kontrast dazu wurde am Nachmittag die Innenstadt Potsdams besichtigt. Der Umgang mit der historischen Substanz hat in den letzten Jahren zu vielen Diskussionen geführt. Neben dem repräsentativen Zentrum wurde vor allem das +holländische Viertel+ als besonderes historisches städtebauliche Ensemble besucht.

Der Mittwoch widmete sich den Siedlungen der Berliner Moderne. Von den 6 Siedlungen, welche 2008 von der Unesco aufgenommen wurden, konnten 5 Siedlungen besucht werden. Neben den spezifischen Besonderheiten jeder Siedlung soll anhand der Tuschkastensiedlung in Falkenberg, der Hufeisensiedlung in Britz, der Carl-Legien-Siedlung in Prenzlauer Berg und der Weißen Stadt in Reinickendorf die Entwicklung dieser Bautypologie nachverfolgt werden.

Am Donnerstag wurden die Großwohnsiedlungen Marzahn und Hellersdorf besucht. Eine thematische Einführung sowie eine Führung durch den Bezirk wurden vom Kompetenzzentrum für Großwohnsiedlungen durchgeführt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Maßnahmen des Programms Stadtumbau Ost, welcher vor allem durch Wohnungsrückbau geprägt war. Anschließend führte die Exkursion zum ORWO-Haus, eine erfolgreiche Nachnutzung einer vormals industriellen Nutzung durch kreative Akteure.

Der Freitag begann mit der Debatte um das Tempelhofer Feld. Das Allmende Kontor ist als Gartenprojekt auf dem Gebiet des ehemaligen Flughafens ein beteiligter Akteur. Das Projekt wurde uns von einem Vereinsmitglied vorgestellt und die aktuellen Diskussionen erläutert. Am Nachmittag wurde mit dem Mellow-Park ein Projekt besucht, welches durch die aktive Beteiligung von Jugendlichen realisiert werden konnte.

Es bestand die Möglichkeit mit Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen direkt vor Ort ins Gespräch zu kommen und einen kompakten Überblick über die aktuellen Handlungsfelder und modellhafte Lösungen zu erhalten. Wir bedanken uns bei allen für den anregenden und spannenden fachlichen Austausch.

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