Die Exkursion des Fachgebietes Stadtumbau und Ortserneuerung erkundete vom 10.10.-14.10.2016 aktuelle Projekte im östlichsten Landkreis der Bundesrepublick. Unter dem Motto Unterschätzte Städte wurden Görlitz, Zittau und Weisswasser genauer untersucht.

Zielsetzung

Während eine Vielzahl der Städte Deutschlands beschäftigt sind das Wachstum durch Zuwanderung zu organisieren, sind viele ländlichere Regionen weiterhin von Schrumpfung und Immobilienleerständen betroffen. Die Exkursion widmet sich diesen mit Schrumpfungsprozessen und Leerständen kämpfenden Kommunen im Bundesland Sachsen. Die Region um Görlitz hat seit der Wende eine für Ostdeutschland typische Entwicklung vollzogen, sodass Themen wie Stadtumbau Ost, denkmalgerechte Erneuerung in den historischen Zentren und zivilgesellschaftliches Engagement in der Stadtentwicklung interessante Themen sein werden. Im Mittelpunkt der Exkursion stehen dabei die Strategien, die die unterschiedlichen Akteure vor Ort der Schrumpfungsdynamik entgegensetzen. Die Auseinandersetzung mit den einzelnen Kommunen Görlitz, Zittau und Weißwasser zeigt verschiedene Ansätze auf und macht Vergleiche möglich.

Forschungsfragen der Exkursion

  • Wie gelingt es den Städten, den Folgen des demografischen Wandels wirksam zu begegnen?

  • Gibt es dafür neue Kooperationen zwischen Verwaltung, Kommunalpolitik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft?

  • Wie gehen die Städte mit Wohnungsleerständen um und welche Strategien zur Aufwertung der Innenstadt werden verfolgt?

  • Wie werden die Bewohner in die Planungs- und Umsetzungsprozesse eingebunden?

Exkursionstagebuch

Die Exkursion nach Ostsachsen erstreckte sich über über fünf Tage hinweg und umfasste neben Besichtigungen unterschiedlicher Projekte und Maßnahmen vor Ort auch Führungen und Gespräche mit wichtigen Akteuren.

Am Montag begann die Exkursion zunächst mit einer Einführung in die Schrumpfungsprozesse des Landkreises Görlitz. Anschließend wurde die Thematik des Stadtumbaus im interdisziplinären Zentrum für ökologischen und revitalisierenden Stadtumbau vertieft. Am Nachmittag stellte eine Mitarbeiterin des Stadtentwicklungsamtes die Stadtentwicklungsstrategie bei einem Stadtrundgang vor.

Am Dienstag Morgen stand die Stadterneuerung der letzten 25 Jahre in Görlitz im Mittelpunkt eines Gesprächstermins im Rathaus. Den Rest des Tages hatten die Studierenden die Aufgabe eigenständig Feldforschung zu betreiben. Sie besuchten die im Vorfeld bestimmte Kommunen, um vor Ort mit ausgewählten Akteuren Strategien gegen Schrumpfungsprozesse und Leerstände zu untersuchen.

Am Mittwoch ging es mit der Bahn von Görlitz nach Zittau, wo eine Stadtführung der Stadterneuerungsgesellschaft Zittau mit dem Schwerpunkt „Historische Stadtstruktur unter Druck“ einen Überblick über die Stadterneuerung gab. Bei Gesprächen mit der Kulturinitiative Freiraum und einem Besuch des Wächterhauses in der Altstadt konnten die Problemlagen weiter vertiefend diskutiert werden.

Am Donnerstag ging es über Land in die Stadt Weißwasser/Oberlausitz. Während am Vormittag ganz im Zeichen der konstrastreichen Landschaft zwischen Braunkohletagebau – Stadtschrumpfung und Muskauer Park (UNESCO Weltkulturerbe) stand, ging es am Nachmittag mit dem Oberbürgermeister um die Chancen und Hemmnisse beim Stadtumbau und Strukturwandel in Weißwasser. Im Anschluss daran erläuterte der Stadtverein Weißwasser als ein zentraler Akteur seine Erfahrungen mit dem Stadtumbau-Prozesses. Am Abend gab es die Möglichkeit bei einem Fachgespräch zum Instrument der Stadtumbaumatrix der Stadt Görlitz die bisherigen Erkenntnisse kritisch zu reflektieren.

Zum Abschluss der Exkursion erfolgte am Freitag ein Blick über die Neiße in Richtung des polnischen Zgorzelec. Vormittags besuchte die Exkursions-Gruppe noch das Jugend.Stadt.Labor-Projekt Rabryka. Nach einem Stadtrundfahrt durch Zgorzelec endet die Exkursion gemeinsam am Hauptbahnhof in Görlitz.

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