Der Dreiklang der Eigentümermobilisierung – Kommunikative Strategien zur Revitalisierung innerstädtischer Quartiere

Dr.-Ing. Maximilian Vollmer

Vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen sind viele Quartiere in stagnierenden oder schrumpfenden Wohnungsmarktregionen von Sanierungsstau, Leerständen und einer zunehmenden Anzahl nicht mehr marktfähiger Immobilien geprägt, welche oftmals die Stabilität des gesamten Quartiers gefährden. Viele Eigentümer solcher Immobilien stehen dieser Entwicklung hilflos gegenüber. Da es mit Hilfe der klassischen Instrumente der Revitalisierung oftmals nicht möglich ist, diese Unsicherheiten zu lösen, sind Wege zu finden, die betroffenen Quartiere zu reaktivieren oder zumindest zu stabilisieren. Das größte Problem hierbei ist in der Praxis meist die fehlende Kenntnis der vorhandenen Eigentümertypen, der Bewirtschaftungsstrategien und der Motivationslagen der Eigentümer. Auch wenn die Bedeutung der Eigentümer zunehmend erkannt und in Form verschiedener Publikation behandelt wird, schlagen sich die gewonnenen Erkenntnisse nur vereinzelt in der Planungspraxis nieder. Die Planung kommt nicht selten „eigentumsblind“ daher, obwohl die Einbindung der Eigentümer für den Erfolg oder Misserfolg von Stadtumbau- oder Stadterneuerungsmaßnahmen unverzichtbar ist. Während die Kooperation mit institutionellen Eigentümern, vor allem in der Anfangsphase des Programms Stadtumbau Ost, umfassend praktiziert wurde und wohl in den meisten Städten üblich ist, findet eine Berücksichtigung privater Eigentümer nur unzureichend statt. Zahlenmäßig ist diese Tatsache nicht zu erklären, da sich ca. 76 % der gesamten Wohneinheiten in Deutschland im Besitz privater Eigentümer befinden. Aufgrund der heterogenen Eigentümerstruktur und einer zunehmenden Überforderung seitens der Eigentümer ist eine Revitalisierung innerstädtischer Quartiere nur über akteurs- und objektorientierte Mobilisierungsstrategien zu erreichen. Vor diesem Hintergrund ist es entscheidend, aufbauend auf einer umfassenden Analyse der vorhandenen Eigentümerstruktur geeignete Strategien zu entwickeln, die Eigentümer dazu bewegen, in ihr Eigentum zu investieren. Einige Kommunen haben bereits Erfahrungen mit der Mobilisierung von Eigentümern gesammelt und auch die Fachwelt widmet sich bereits seit einigen Jahren diesem Themenfeld. Die Mobilisierungsstrategien stellen sich in den Kommunen jedoch unterschiedlich dar und variieren sehr stark hinsichtlich Intensität und Angebotsvielfalt. Die größte Herausforderung bei der Mobilisierung der Eigentümer besteht darin, nicht nur die ohnehin Aufgeschlossenen zu Investitionen zu animieren, sondern auch Lösungen für die Immobilien weniger motivierter Eigentümer zu finden. Ziel der Arbeit ist es, die bisherige Praxis der Eigentümermobilisierung zu analysieren und die Probleme und Erfolgsfaktoren hierbei zu identifizieren. Methodisch erfolgt diese Analyse mittels 6 explorativer Fallstudien, die durch Vor-Ort-Besuche und leitfadengestützte Experteninterviews mit relevanten Akteuren erarbeitet werden. Zur Auswahl geeigneter Fallstudien sollen die Daten der Nationalen Stadtentwicklungspolitik sowie die Datenbanken der Transferstellen Stadtumbau Ost, Stadtumbau West und Aktive Stadt- und Ortssteilzentren dienen. Darüber hinaus finden die Modellvorhaben der ExWoSt-Forschungsfelder „Eigentümerstandortgemeinschaften im Stadtumbau“ und „Kooperation im Quartier mit privaten Eigentümern zur Wertsicherung innerstädtischer Immobilien (KiQ)“ Berücksichtigung. Aufbauend auf den Fallstudien werden die in der Praxis angewandten Instrumente und Verfahren geprüft, hinterfragt und bei Bedarf weiterentwickelt bzw. ergänzt. In der Folge soll auf Basis der Stärken und Schwächen bisheriger Mobilisierungsstrategien der Versuch unternommen werden, eine optimierte Strategie der Eigentümermobilisierung in innerstädtischen Quartieren zu entwickeln. Durch die Generalisierung der gewonnen Erkenntnisse soll es möglich sein, Schlussfolgerungen zu ziehen, die einerseits für die Forschung aber auch für die Planungspraxis anwendbare Ergebnisse darstellen.

Tag der wissenschaftlichen Aussprache

  • 30.4.2014

Gesamturteil

  • sehr gut

Veröffentlichung:

Universitätsstandort der Doktorarbeit

  • Promotion an der TU Kaiserslautern, Fachgebiet Stadtumbau+Ortserneuerung
  • Erstgutachter (Doktorvater) Prof. Dr.-Ing. Holger Schmidt
  • Zweitgutachter Prof. Dr. phil. habil. Max Welch Guerra (Bauhaus-Universität Weimar)

Stationen Ausbildung

  • Studium der Raum- und Umweltplanung an der TU Kaiserslautern

Derzeitiger Arbeitsplatz

  • seit 01/2014 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Kaiserslautern, Fachbereich Raum- und Umweltplanung, Fachgebiet Stadtumbau+Ortserneuerung

Weitere Forschungsvorhaben/-interessen

  • Stadtumbau
  • Leerstandsmanagement
  • Zwischennutzung
  • Eigentümermobilisierung
  • Quartiersentwicklung
  • Revitalisierung von Innenstädten

Kontakt

Dr.-Ing. Maximilian Vollmer
TU Kaiserslautern
Pfaffenbergstraße 95/ Geb. 1-U23

E-Mail: vollmer@rhrk.uni-kl.de
Telefon: +49 (0)631 205-5148
Telefax: +49 (0)631 205-4668

Sprechzeiten nach Vereinbarung

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