Schwerpunktsetzung

Das Fachgebiet wird das Arbeitsfeld Stadtumbau und Ortserneuerung anhand von verschiedenen städtebaulichen Strukturtypen wie Dorfgebieten, Innenstadtlagen, Gründerzeitvierteln, Siedlungsgebieten und Großwohnsiedlungen gleichermaßen behandeln. Dabei wird neben der „normalen“ Bestandsentwicklung im Rahmen von § 30 und § 34 BauGB insbesondere das besondere Städtebaurecht betrachtet. Hier soll den Studierenden ein praktikables Handwerkszeug für die verschiedenen Aufgabenfelder von

  • Städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen (§ 136 ff BauGB),
  • Maßnahmen des Stadtumbaus (§ 171 a-d BauGB) oder für
  • Projekte der Sozialen Stadt (§ 171 e BauGB) vermittelt werden.

Veränderte Rahmenbedingungen

In der Lehre soll ein Überblick über die sich verändernden Rahmenbedingungen für Stadtumbau und Ortserneuerung gegeben werden. Dabei sind die Auswirkungen

  • des demografischen Wandels
  • des Werteverlustes von Immobilien und Grundstücken
  • von strukturellen Leerständen im Wohnungs- und Gewerbebereich
  • der knapper werdenden finanziellen Ressourcen bei der öffentlichen Hand und
  • die Gleichzeitigkeit von Wachstum und Schrumpfung oft in räumlicher Nähe auf die Entwicklung vorhandener Siedlungsgebiete von Städten und Orten darzustellen und zu thematisieren.

Neue Planungsmethoden

Den Studierenden wird ein breites Methodenspektrum für die planerische Analyse, die Ableitung von Zielen und Leitbildformulierungen sowie die Plan- und Konzeptfindung zu vermitteln sein.

Neben „klassischen“ Konzepten und Strategischen Plänen werden

  • konsensorientierte Planungsverfahren
  • die Chancen und Notwendigkeiten einer neuen Kultur der Kooperation
  • die Parallelität von Planen und Umsetzen
  • die Anforderungen an projektbegleitende Kommunikationsstrategien und
  • die Einbindung neuer Akteursgruppen wie zivilgesellschaftliche Initiativen dargestellt und beschrieben.

Stadtumbau als neues Ausbildungsthema

Der Stadtumbau ist als neues Fachthema selbst noch in der praktischen Erprobungs- und Lernphase. Daher wird eine projektorientierte Ausbildung und Vermittlung angestrebt. Ein hoher Lerneffekt soll durch exemplarisches Arbeiten am Projekt im Dialog zwischen Lehrenden und Studierenden entstehen. Wichtig ist die Vermittlung von ganzheitlichen und komplexen Handlungsstrategien.

Die Studierenden sollen verstehen, dass

  • jede Aufgabe stets eine individuelle Problemlösungsstrategie erfordert
  • eine ganzheitliche Betrachtung auch die nachhaltige Langzeitperspektive einschließt
  • ein interdisziplinäres Handeln auch die Definition der eigenen Rolle einschließt
  • jedes Konzept einen handlungs- und akteursorientierten Ansatz verfolgen sollte
  • die Partizipation von Anbeginn Teil des Planungsprozesses sein muss und
  • Stadtumbau und Ortserneuerung einer angemessenen Öffentlichkeitsarbeit und öffentlichen Vermittlung bedürfen.

Besonderheiten der Ausbildung

Das Fachgebiet legt seine Lehrschwerpunkte bewusst thematisch breit und inhaltlich komplex an. Die Studierenden sollen in die Lage versetzt werden, den vermittelten „Methodenbaukasten“ optimal und sicher zur Lösung künftiger Berufsaufgaben anzuwenden.

Die Studierenden sollen erkennen, dass erfolgreiche Konzepte und Strategien immer aus mehreren Bausteinen bestehen, etwa aus

  • der Kombination von Anpassungs- und Gegensteuerungsstrategien
  • dem Nebeneinander von Rückbau und Qualitätssteigerungen
  • der geschickten Kombination von baulichen und nichtbaulichen Maßnahmen und
  • der Verschränkung öffentlicher, privater und bürgerschaftlicher Investitionen.

Lehrformen

Entsprechend des Studienplans/ Modulhandbuchs und in Abstimmung mit den anderen Lehrgebieten werden zur Vermittlung der Lehrinhalte und Schlüsselkompetenzen folgende im Fachbereich bewährte Lehrformen angewendet:

  • Vorlesung (V): Zusammenhängende Darstellung und Vermittlung von Grund- und Spezialwissen einschließlich der Behandlung fachspezifischer Methoden
  • Übung (Ü): Vermittlung grundlegender Kenntnisse und Fertigkeiten, Schulung in der Fachmethodik durch Lösung exemplarischer Aufgaben
  • Vorlesung mit Übung (V+Ü): Vorlesung mit anschließenden oder begleitenden Übungen
  • Exkursionen: Anschauung und offener Diskurs zu aktuellen Fragestellungen mit Akteuren vor Ort
  • Studienprojekte: Umfassende und weitgehend eigenständige Auseinandersetzung mit komplexen Aufgaben der Raumplanung in Gruppenarbeit. Darüber hinaus soll die „Stadtumbauwerkstatt“ ein Ort des offenen Diskurses sein.

Durch spezielle Seminare, Fachexkursionen, Entwurfswerkstätten und Gastveranstaltungen werden Lehre und Forschung sinnreich und transparent miteinander verbunden.

Hinweise zu Abschlussarbeiten im Fachgebiet S+O