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Villa Denis - Stiftungshaus der TU Kaiserslautern

Villa Denis

Ende 2007 hat die Stiftung mit Hilfe der Unterstützung von 12 Stiftern die Villa Denis und die Burgruine Diemerstein erworben. Das Ensemble, im nahe gelegenen Frankenstein, ist Sitz der Stiftung und steht den Wissenschaftlern und Stiftern als Tagungszentrum zur Verfügung.

Dieses erfolgreich durchgeführte Fundraisingprojekt wurde von der Idee getragen, dass hier ein Forum und identitätsstiftender Kristallisationspunkt für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zur Förderung des interdisziplinären Austauschs entsteht. Eine Begegnungsstätte, die in relativer Abgeschiedenheit und Ruhe eine offene Diskussion ermöglicht.

Inzwischen hat sich die Villa Denis als Tagungs- und Kulturzentrum etabliert.

 

Geschichte der Villa

Die Villa steht unter Denkmalschutz, entspricht in vielen Details dem damaligen Zeitgeist und gehört wie die Ludwigshöhe bei Edenkoben zu den seltenen erhaltenen Gebäuden, die im Stil des von Italien abgeleiteten bayerischen Klassizismus errichtet wurden. Die zuständige Denkmalschutzbehörde stellt den regional- und kunstgeschichtlichen Rang der Villa heraus. So wurden bei der umfassenden Sanierung 1995/1996 die Wand- und Deckenmalereien rekonstruiert, die nach heutigen Erkenntnissen von Johann von Schraudolph stammen. Die direkt über der Villa liegende Burg Diemerstein mit Zugang aus dem Park der Villa erweitert die geschichtliche Bedeutung des Anwesens. Erstmals schon 1216 urkundlich erwähnt, beherbergte sie u.a. 1521 den Reformer Ulrich von Hutten. Dessen Leitsatz: "Die Luft der Freiheit weht" ziert das Siegel der Stanford University.

Paul Camille von Denis bekam die Erlaubnis von König Ludwig I, das Grundstück, auf dem die heutige Villa Denis steht, sowie die Burg Diemerstein zu erwerben, als Auszeichnung für seine herausragende Leistung im Eisenbahnbau. Von 1848 bis 1852 ließ v. Denis die Villa errichten und bewohnte sie mit seiner Frau. 1854 verkauft v. Denis die Villa an die Familie Ladenburg. Die Bankiersfamilie aus Mannheim hat entscheidenden Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Ludwigshafen und ist Mitbegründer der BASF. Eine Tochter des Hauses, Julie Ladenburg, setzt sich erfolgreich als Vorsitzende des Vereins "Frauenbildung-Frauenstudium" für den Hochschulzugang für Frauen ein.

1925 geht die Villa schließlich in den Besitz des Vereins Evangelische Heime über, der sie 2001 an Andreas Knappe verkauft. Dank der herausragenden Unterstützung von 12 Stiftern, ist es der Stiftung für die TU Kaiserslautern Ende 2007 gelungen, die Villa Denis zu erwerben. Sie steht der Universität, den Forschungseinrichtungen und dem Kreis der Stifter als Tagungszentrum zur Verfügung.

Paul Camille von Denis

Bekannt wurde Paul Camille von Denis, der im Jahre 1796 in Frankreich geboren wurde, durch seine hervorragenden Ingenieursleistungen sowie seine politischen Aktivitäten.

Er erbaute 1835 die erste Eisenbahnstrecke Deutschlands, die 5 km lange erste "Ludwigsbahn" zwischen Nürnberg und Fürth. Danach wurde Denis mit dem Bau einer Eisenbahnstrecke beauftragt, welche das Saarland mit dem Rhein verbinden sollte um den Transport der Steinkohle zu erleichtern. Der Bau dieser zweiten "pfälzischen Ludwigsbahn", die mit 473 Brücken und 12 Tunnel bestückt war, dauerte von 1844 bis 1848. An ihrem östlichem Endpunkt entstand der Ort Ludwigshafen.

Die politischen Aktivitäten von Denis waren geprägt vom Einfluss des "Deutschen Press- und Vaterlandsverein", der sich für Pressefreiheit und Demokratisierung einsetzte und u.a. das Hambacher Fest, an dem auch v. Denis teilnahm, organisierte. Zur Gründung dieses Vereins kam es am 29. Januar 1832 auf dem 1. Schüler-Fest. Daneben war v. Denis Mitglied des pfälzischen Landrates (heutiger Bezirksverband Pfalz). Da er 1832 wegen seiner politischen Aktivitäten in den Anklagezustand versetzt wurde, entschied er sich, zusammen mit Carl Adolf Ritter aus Frankenstein eine Amerikareise anzutreten. Dort und während eines anschließenden Studienaufenthalts in England konnte er die Anfänge des Eisenbahnwesens studieren.

Paul Camille von Denis, der von 1817 bis 1825 Bauinspektor in Kaiserslautern war, ist über den Bau des Gefängnisses auf den Ruinen des Johann Casimir Schlosses, des Pfarrhauses der St. Martin Kirche und des Dekanatshauses auf dem Rittersberg mit Kaiserslautern verbunden.