Anregungen zur Konzeption von Workshops

1. Anwendungsbezug und Selbsttätigkeit

  • Im Zentrum eines Workshops sollte im Idealfall ein technisches Problem stehen, das die Schülerinnen möglichst selbstständig und kreativ lösen. Dazu sollte ihnen ausreichend Zeit gegeben werden, selbst etwas auszuprobieren (mindestens die Hälfte der Zeit).
  • Die Inhalte der Workshops sollten anhand anwendungsbezogener Beispiele vermittelt werden, die einen klaren Hinweis auf ein mögliches späteres Berufsfeld geben.
  • Besonderen Anklang finden Workshops erfahrungsgemäß, wenn der Anwendungsbezug hergestellt wird über
  • eine Verbindung zur Alltagswelt junger Menschen (Freizeit, Sport, Spiel, Musik, Internet, Handy, Lebensmittel, Bildverarbeitungsprogrammen etc.)
  • das Aufzeigen des gesellschaftlichen Nutzens für das jeweilige Forschungsgebiet (z.B. über Anwendungsmöglichkeiten bestimmter Technologien in der Medizin, in Arbeitsprozessen, in der Unterhaltungselektronik etc.)
  • einen Bezug zu Umwelt und Sicherheit
  • den Umgang mit Medien, wie Special Effects in Film und Fernsehen etc.
  • Von Vorteil ist, wenn im Workshop ein spielerischer Umgang mit dem PC praktiziert wird.

2. Die Ankündigung im Programmheft

  • Jeder Workshop sollte für das Programmheft einen ansprechenden und aussagekräftigen Titel erhalten, der möglichst wenig Fachvokabular enthält. Stattdessen oder ergänzend sollte der Titel in der Alltagssprache Jugendlicher gefasst werden. Denkbar wäre bspw. eine Kombination aus Beschreibung in Fachsprache und Alltagssprache. z.B. (Titel, die bei Veranstaltungen an der TU München und an der Uni KL stark nachgefragt waren:
  • „Entwurf und Test von Steuerungssystemen – oder: Die Entwicklung des vollautomatisierten Hauses“
  • „Das Rasterkraftmikroskop – Einblick in die Welt des ganz Kleinen“,
  • „Echt „kuh l: Computer im Stall“
  • „Natur und Elektrizität Vom Bernstein zum Solarstrom“
  • „Faszination Roboter Wie man mit einfachen Befehlen komplexes Verhalten erzeugt“
  • „Digitale Bildverarbeitung in der Medizin – computergestützte Analyse von Ultraschallbildern“
  • „Computer-Grafik: Die Hintergründe der Special-Effects in Film und Fernsehen“
  • Es sollte allerdings auch darauf geachtet werden, dass der Workshoptitel keine falschen Erwartungen weckt: z.B.: der Titel ist sehr reißerisch und verspricht Spaß und einen unmittelbaren Bezug zu Alltagsdingen, die Durchführung ist aber sehr theoretisch und „trocken“ und auf die im Titel genannten Beispiele wird kaum Bezug genommen. Oder der Titel erweckt die Vorstellung, dass im Workshop bestimmte Gegenstände selbst hergestellt werden können, dies ist aber tatsächlich nicht möglich, sondern wird nur vorgeführt.
  • Die Inhalte sollten in wenigen Sätzen zusammengefasst werden (nicht mehr als 300-500 Zeichen).

Der Workshop sollte möglichst ganzheitliche Einblicke vermitteln, z.B. Konzeption, Herstellung und Prüfung eines Werkstückes. Z.B. wird in der Metallverarbeitung ein Schmuckstück, ein Schlüsselanhänger, ein Klangkörper o.ä. konzipiert, hergestellt und getestet; in der Elektrotechnik eine Schaltung entworfen, gebaut und getestet, im Bauingenieurwesen eine Modell-Brücke geplant, mit verschiedenen Materialien gebaut und ihre Belastbarkeit überprüft, etc. Oder es wird ein bestimmter technischer Gegenstand aus verschiedenen Perspektiven untersucht, z.B. wie werden Elektromotoren in unterschiedlichen Gebrauchsgegenständen eingesetzt, wo könnten sie nützlich eingesetzt werden (evtl. etwas Neues „erfinden“ lassen).

Im Workshop sollten möglichst viele Sinne angesprochen werden: So kann überlegt werden, ob eine Annäherung an ein Themengebiet über sehen, hören, tasten, riechen, schmecken möglich ist. Das macht die Veranstaltung nicht nur abwechslungsreicher und aufgelockerter, sondern das Erfahrene wird auch besser im Gedächtnis verankert.

 

3. Ganzheitlichkeit

  • Der Workshop sollte möglichst ganzheitliche Einblicke vermitteln, z.B. Konzeption, Herstellung und Prüfung eines Werkstückes (z.B. in der Metallverarbeitung wird ein Schmuckstück, ein Schlüsselanhänger, ein Klangkörper o.ä. konzipiert, hergestellt und getestet; in der Elektrotechnik eine Schaltung entworfen, gebaut und getestet, im Bauingenieurwesen eine Modell-Brücke geplant, mit verschiedenen Materialien gebaut und ihre Belastbarkeit überprüft, etc.). Oder es wird ein bestimmter technischer Gegenstand aus verschiedenen Perspektiven untersucht, z.B. wie werden Elektromotoren in unterschiedlichen Gebrauchsgegenständen eingesetzt, wo könnten sie nützlich eingesetzt werden (evtl. etwas Neues „erfinden“ lassen).
  • Im Workshop sollten möglichst viele Sinne angesprochen werden: So kann überlegt werden, ob eine Annäherung an ein Themengebiet über sehen, hören, tasten, riechen, schmecken möglich ist. Das macht die Veranstaltung nicht nur abwechslungsreicher und aufgelockerter, sondern das Erfahrene wird auch besser im Gedächtnis verankert.

4. Vermittlung von Erfolgserlebnissen

  • Wichtig ist, dass die Teilnehmerinnen ein Erfolgserlebnis haben können und eventuell auch eine „bleibende Erinnerung“ mit nach Hause nehmen können, z.B. in Form eines erarbeiteten Werkstücks (elektronische Schaltung wird gelötet, getestet und kann mitgenommen werden oder kleines Werkstück aus Metall, wie Schmuckstück, Schlüsselanhänger o.ä. wird angefertigt und einer Materialprüfung unterzogen, etc.), oder es werden Arbeitsergebnisse oder Erinnerungsfotos ins Internet gestellt, es wird eine Urkunde verliehen, etc.
  • Sinnvoll ist, wenn in einem Workshop nicht nur neue Fertigkeiten erarbeitet werden, sondern wenn die Kreativität der Schülerinnen und Schüler auf Gebieten angesprochen wird, in denen davon auszugehen ist, dass sie sich etwas sicherer und „heimischer“ fühlen (z.B. könnte die optische Gestaltung eines Werkstücks eine Rolle spielen, indem es durch Farbe, Bekleben o.ä. verschönert wird). Dies ist vor allem bei jüngeren Teilnehmerinnen wichtig.
  • Der Entdeckungsgeist der Schülerinnen kann schon vor Beginn des Workshops geweckt werden, indem sie die Chance haben, eigeninitiativ zu werden (z.B. Gegenstände mitbringen, die sie unter einem Elektronenmikroskop betrachteten, eigene Bilder, die am Rechner bearbeitet werden, etc.)

5. Zeitlicher Umfang

  • Der zeitliche Umfang eines Workshops sollte ca. 75 Minuten betragen und möglichst dreimal während des Schülerinnentages angeboten werden (9.45,11.45, 14.15 Uhr), damit mehr Teilnehmerinnen die Möglichkeit haben dieses Themengebiet kennen zu lernen.

6. Links

Gute Anregungen für Workshopthemen, z.T. auch für deren Konzeption und Durchführung liefern die folgenden WWW-Seiten:

www.schulphysik.de

www.schulweb.de