Jubiläum 2020

Universitätscampus im Mittelpunkt des Studierendenlebens

VERANSTALTUNGEN, SPORTLICHE UND KULTURELLE ANGEBOTE PRÄGEN DEN ALLTAG AN DER TU KAISERSLAUTERN

Auf dem Campus spielen nicht nur Forschung und Lehre eine Rolle. Studierende engagieren sich in vielerlei Hinsicht, etwa politisch und kulturell. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) vertritt zum Beispiel die Interessen der Studierenden – vor allem in den Anfangsjahren ging dies zuweilen mit Protesten und Demonstrationen einher. Dabei spielte oftmals das Geld eine Rolle, wenn etwa die Politik finanzielle Unterstützung kürzte oder bei der Bildung den Rotstift ansetzte. Auch zu Beginn des Semesters eine Bleibe zu finden, war für Studierende oft ein schwieriges Unterfangen. Im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten ist die Lage auf dem Wohnungsmarkt in Kaiserslautern allerdings heutzutage deutlich entspannter. Den Alltag auf dem Campus prägten und prägen darüber hinaus Feste und Feiern. Hinzu kommen andere Veranstaltungen, die Ablenkung vom Studium bieten. Dazu zählt unter anderem die Uni-Villa-Wanderung, die Prof. Dr. Klaas Bergmann 2009 ins Leben gerufen hatte. Bis heute lockt sie jedes Jahr im April eine Vielzahl von Wanderfreunden auf den Campus, um von dort gemeinsam zur Villa Denis nach Diemerstein aufzubrechen.


Kinder ihrer Zeit – 50 Jahre studentisches Leben auf und um den Campus

Eine Universität wird nicht nur durch ihre Forschung geprägt, auch ihre Studierenden tragen dazu bei, das Leben auf dem Campus zu gestalten. Das geht beispielsweise vom Studium über Proteste und Feiern bis hin zu sozialem Engagement. Dabei sind die Generationen der Studierenden in jedem Jahrzehnt ein Spiegelbild der Gesellschaft. Dies trifft auch auf das studentische Leben an der TU Kaiserslautern in den vergangenen 50 Jahren zu. Politische Strömungen, gesellschaftliche Trends, technische Entwicklungen, aber auch anderes beeinflussen das studentische Leben im Mikrokosmos „Campus“ und seiner Umgebung. 

In den Anfangsjahren war das Verhältnis der Studierenden zu den Professoren und der Universitätsleitung außerordentlich angespannt. Rechte und linke Gruppen befehdeten sich, Hörsäle wurden beschmiert, Vorlesungen blockiert. In Kaiserslautern kam es sogar zu Schießereien in Verbindung mit der Roten Armee Fraktion (RAF). Die Provokationen gingen so weit, dass der damalige Präsident Prof. Dr. Helmut Ehrhardt sich für einen längeren Urlaub nach Spanien absetzen musste, bis sich die Wogen wieder geglättet hatten.

Aber auch sonst ging es in der ersten Zeit der Universität stürmisch zu: Mit einem Demonstrationszug durch die Innenstadt und einer Kundgebung auf dem Schillerplatz protestierten am 1. Dezember 1977 300 Studierende gegen die Neufassung des Hochschulrahmen- und Landeshochschulgesetzes. Es sah vor, über eine Studienreform die Regelstudienzeit einzuführen. Dies empfanden die Studierenden als eine Verschlechterung ihrer Studienbedingungen. Werner Holzer, der damalige Vorsitzende des AStA, betonte, dass es eine wesentliche Aufgabe sei, die Bevölkerung über die Probleme der Studierendenschaft zu informieren. In seiner Ansprache verwahrte er sich gegen die Meinung, Studierende seien faul und Hochschulen ein „Terroristensumpf“. Zudem kritisierte der AStA-Vorsitzende der Fachhochschule Kaiserslautern die Einführung der Regelstudienzeit scharf. Sie komme einer Abqualifizierung des Studiums gleich. Seine Kritik galt auch der „Aushöhlung“ des Mitbestimmungsrechts der Studierenden.

Im April 1979 drohte der AStA mit einem Serviceboykott. Grund dafür war das mangelnde studentische Engagement. Es fehlte an Unterstützung in den verschiedenen Gremien der Studierendenvertretung. Daher beschlossen die AStA-Mitglieder bis zur nahenden Vollversammlung alle bisher angebotenen Dienstleistungen einzustellen. Dazu zählten u.a. die Ausgabe von internationalen Studierendenausweisen und der Verkauf von Blöcken sowie T-Shirts. Damit wollten sie die Studierenden anregen, über die Notwendigkeit der studentischen Selbstverwaltungsgremien nachzudenken. Das Studentenparlament (StuPa) untersagte aber diese Form des Protests. Da der AStA den Beschlüssen des StuPa Folge leisten musste, kam es nicht zum angekündigten Ausstand. Dennoch stellte der AStA das Thema „Das Verhältnis der Studentenschaft zu ihren studentischen Gremien“ in den kommenden Monaten in den Fokus seiner Arbeit. Dies geschah auch vor dem Hintergrund, dass er stärker werdende Tendenz zu einer Entpolitisierung der Hochschulen sah.In den 80er Jahren zog es die Studierenden auch wieder auf die Straße. Am 4. Dezember 1984 bot der neue Gesetzesentwurf zur Änderung der Ausbildungsförderung erneut Munition für die Studentenschaft: Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage, die unter anderem durch die zweite Ölkrise hervorgerufen wurde, waren die Ausbildungsplätze knapp. Hinzu kam, dass sich aufgrund der hohen Geburtenraten zwischen 1955 und 1969 mehr Menschen für eine Ausbildung oder ein Studium interessierten. Durch die Generation der Baby-Boomer waren die Universitäten voll. Die Bundesregierung beschloss daher, das BAföG auf ein Darlehen umzustellen. Ebenso strich sie den Fahrtkostenzuschuss von monatlich 35 DM und den Doppelverdiener-Freibetrag für Eltern von 140 DM. Für die Studierenden bedeutete das eine drastische finanzielle Kürzung. Dabei waren die Lebenshaltungskosten seit 1981 enorm gestiegen. Daher schlossen sich die Studierenden der Universität Kaiserslautern einer bundesweiten BAföG-Demo in Mainz an. Die Bundesregierung blieb jedoch bei ihrer Entscheidung. Sie stellte die studentische Ausbildungsförderung auf Volldarlehen um. Für Studierende, die den Höchstsatz erhielten, fielen bei einer durchschnittlichen Studienzeit von zehn Semestern etwa circa 70.000 DM BAföG-Schulden an.

Auch im neuen Jahrtausend war der Unmut über die finanzielle Ausstattung an den Hochschulen oft groß. Am 18. Februar 2004 gingen Universitätspräsident Prof. Dr. Helmut J. Schmidt, Professoren, Beschäftigte und Studierende auf die Straße. Sie zogen an die Fachhochschule Kaiserslautern, an der die Landeshochschulpräsidentenkonferenz (LHPK) tagte. Mit ihrem Protestmarsch durch die Kaiserslauterner Innenstadt, der unter dem Motto „Kurz vor der Entsorgung“ stand, wollten sie auf die finanzielle Notlage ihrer Universität und die drastischen Sparmaßnahmen im Personalhaushalt aufmerksam machen. Diese Aktion fand auch vor dem Hintergrund statt, dass die damalige Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn plante, mit dem Wettbewerb „Brain up! Deutschland sucht seine Spitzenuniversität“ gezielt einzelne Universitäten zu fördern. Dies sorgte bei vielen Hochschulen angesichts ihrer knappen Budgets, mit denen sie zu kämpfen hatten, für erhebliche Missstimmung.

Der studentische Alltag war nicht nur von Studium und Protesten geprägt: Oft fand sich eine Gelegenheit, zu feiern. Bereits in den Anfangsjahren entstanden unter der Flagge des AStA und des StuPa verschiedene Veranstaltungen für Studierende wie Sommerfeste und Faschingspartys. Darüber hinaus luden die Fachschaften zu Partys in den legendären Kramladen ein. Das für die Feiern notwendige Equipment, das von Geschirr über Instrumente, Verstärker, Mischpult bis zu Musikanlagen reichte, stellt ihnen der AStA zur Verfügung. Bei den Feiern auf dem Campus ist es mitunter recht laut zugegangen. Wie etwa beim ersten Studentenball am 26. Oktober 1970, der in der Eingangshalle vor der Mensa in Bau 1 stattgefunden hatte. Die Musik war weit über das Universitätsgelände hinaus zu hören, sodass sich Anwohner am Pfaffenberg in ihrer Ruhe gestört fühlten und schließlich die Polizei riefen. Diese ließ die Gäste des Balls aber weiterfeiern, da wichtige Kaiserslauterer Persönlichkeiten darunter waren, wie etwa der CDU-Landtagsabgeordnete Theo Vondano, der Oberbürgermeister der Stadt Dr. Hans Jung und der Stadtbürgermeister Baltfried Barthel.


Am 23. Oktober 1975 richtete der AStA erstmals einen Eröffnungsball aus. Es kamen über 2.000 Besucher. Viele nutzten ein besonderes Angebot: Bis in die frühen Morgenstunden schauten sie sich Walt-Disney-Filme an.

Hinzu kamen die Sommerfeste des AStA, die auch die Kaiserslauterer Bevölkerung mit ausländischen Spezialitäten und verschiedenen Musikbands auf den Campus lockte. Sie standen in jedem Jahr unter einem anderen Motto. In den 70ern und Anfang der 80er Jahre waren dies häufig Themen mit politischem Hintergrund wie beispielsweise 1983 das Motto „Frieden für die Ablehnung des Nachrüstungsbeschlusses, Schwächung der Nato und Förderung der UdSSR“. Im Laufe der darauffolgenden Jahre verlor sich aber die politische Färbung der Themen.

Bereits zu Jahresbeginn luden Faschingsfeten Feierfreudige ein. 1983 kam es im Vorfeld der Feier zu einem Eklat: Unter dem Motto „Letzte Nacht auf der Titanic“ kündigte der AStA den Faschingsball 1983 an. Doch die Wahl des Mottos stieß bei dem Präsidenten Prof. Dr. Dieter Maaß auf höchste Ablehnung, da beim Unglück der Titanic Hunderte von Menschen ums Leben gekommen seien. Dies sei eine „kaum zu überbietende Geschmacklosigkeit“, betonte er. Zudem war der Abend versehentlich als „Faschingsball der Universität“ angekündigt worden. Der Präsident forderte den AStA deshalb auf, die Plakate unverzüglich wieder abzunehmen. Nachdem die Studierenden sich für das scheinbar unglücklich gewählte Motto entschuldigt und auch den Titel in „Faschingsball an der Universität“ korrigiert hatten, fand die Veranstaltung schließlich wie geplant statt.

War die Wohnsituation für die Studierenden der Universität Kaiserslautern zu Beginn der 70erJahre noch relativ entspannt, so wurde sie mit der wachsenden Zahl der Studierenden immer prekärer. Hinzu kam außerdem, dass die Wohnungen durch die Vermietung an US-Streitkräfte überteuert waren.

Jährlich kamen bis zu 1.500 neue Studierende nach Kaiserslautern. Der größte Teil kam in privaten Wohnungen unter. Andere nahmen jedoch weite Anfahrtswege in Kauf, weil sie in Kaiserlautern kein Zimmer fanden. Um die schlechte Wohnsituation zu verbessern, richteten die Hochschulleitung, der AStA und das Studierendenwerk immer wieder Appelle an die Kaiserslauterer, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Die Lage verbesserte sich schließlich, als Senioren Studierenden privat Zimmer zur Verfügung stellten.

Um den Kaiserslauterer Bürgern zu verdeutlichen, wie beengt sie wohnen mussten, hatten einige Studierenden der Universität Kaiserslautern im Oktober 1979 eine pfiffige Idee: Sie bauten auf dem Vorplatz der Stiftskirche aus Latten und Plastikplanen das Modell eines Zimmers im künftigen Studierendenwohnheim an der Trippstadter Straße in Originalgröße. Hierzu kommentierte der damalige AStA-Vorsitzende Willi Kamm: „Wir Studenten stellen wirklich keine übertriebenen Ansprüche. Aber, dass man uns in Zimmerchen pferchen will, die knapp zehn Quadratmeter Wohnfläche haben, finden wir doch ein starkes Stück. Das Studentenheim muss gebaut werden, und es sollte vernünftig gebaut werden!“

Um die angespannte Lage auf dem studentischen Wohnungsmarkt zu verbessern, forcierte die Universität den Bau von Studentenwohnheimen. Neben einem Wohnheim in Trippstadt, den Zimmern im ehemaligen Hotel Brenner am Bahnhof und dem Gebäude in der Trippstadter Straße entstanden weitere studentische Unterkünfte. Bereits zum Wintersemester 1981/82 war der erste Bauabschnitt des Wohnheims an der Kurt-Schumacher-Straße im Uniwohngebiet bezugsfertig. 1990 und 1991 folgten zwei weitere Wohnheime in der Trippstadter Straße für 500 Studierende.Heute vermittelt das Studierendenwerk insgesamt 2.085 Wohnplätze in 22 Wohnheimen und Stadthäusern in Campusnähe. Die Nachfrage ist groß und es gibt lange Wartelisten. Zusätzlich vermittelt das Studierendenwerk Zimmer und Apartments von privaten Anbietern.

Neben Partys und Feiern bot das Kulturprogramm des AStA einen Ausgleich zum Studienalltag. Regelmäßig gab und gibt es Kino- und Vortragsabende. Schon zu Beginn der Gründung war sich die Universitätsleitung darüber einig, dass es wichtig war, zu den naturwissenschaftlich-technisch ausgerichteten Studiengängen einen künstlerisch-musischen Gegenpol zu bilden. Daher richtete sie 1976 das „Studium generale“ ein. Ziel war es, den Studierenden den Blick über die Grenzen ihres eigenen Faches zu öffnen – sowohl auf fachlicher, kultureller, künstlerischer, literarischer als auch sprachlicher Ebene. 1978 gab es etwa neben sieben Vorträgen zwei Englisch- und einen Russisch-Sprachkurs. Zum Wintersemester 1979/80 erfreute sich der Spanischkurs großer Beliebtheit, sodass er wegen hoher Nachfrage doppelt angeboten wurde. Ein Jahr später war Französisch neu im Programm. Das Angebot richtete sich nicht nur an Studierende und Beschäftigte der Universität, sondern stand auch Bürgern aus Kaiserslautern und Umgebung offen.


Allerdings stieß das Programm auf so großen Zuspruch, dass Plätze knapp waren. 1988 konnten externe Interessenten nur noch an Kursen teilnehmen, wenn die Sprachkurse nicht schon durch Studierende oder Beschäftigte ausgebucht waren. Im Laufe der Jahre wurde das Angebot deutlich ausgebaut: von anfänglich sieben auf schließlich 20 Vorträge. Auch die Zahl der Sprachkurse steigerte sich von zwei auf elf. Neben den oben erwähnten Sprachen gab es: Italienisch, Schwedisch, Neugriechisch, Portugiesisch, Japanisch, Chinesisch und Türkisch. Dabei konnten die Teilnehmer zwischen unterschiedlichen Kursniveaus wählen. Von Anfängern bis Fortgeschrittene – für jeden war etwas dabei. Aus dem „Studium generale“ ist 1989 die Einrichtung CampusKultur hervorgegangen.

In jedem Semester bietet sie ein buntes abwechslungsreiches Programm an, das sich immer einem bestimmten Motto widmet. Das geht von Lesungen, Exkursionen, Konzerten, Kunstkursen, Vorträgen bis hin zu Ausstellungen. CampusKultur unterstützt außerdem neun Gruppen: das Uni-eigene Fernsehen CampusTV, die Uni Big Band, die Theater-AG, die Foto-Labor-AG, das Klassische Orchester, den Modernen Chor, den Klassischen Chor, den Debattierklub DebatING sowie die Irish Folk AG. Darüber hinaus engagieren sich Studierende kulturell, sozial, politisch und auch gesellschaftlich in einer Reihe von Hochschulgruppen. Dazu zählen zum Beispiel der Elektrotechnische Kreis, die FUTURE Nachhaltigkeitsgruppe oder auch das Kaiserslautern Racing Team (KaRaT).


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Den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) und das Studentenparlament (StuPa) gibt es bereits seit Vorlesungsbeginn im Wintersemester 1970/71. Laut Hochschulgesetz ist die Studierendenschaft eine eigene Körperschaft und untersteht daher weder der Fach- noch der Rechtsaufsicht des Universitätspräsidenten.

Der AStA ist das Exekutivorgan der studentischen Selbstverwaltung und vertritt die Studierenden nach außen, dabei ist er jedoch an die Beschlüsse des StuPa gebunden. Zusammen setzt sich der AStA aus den Referenten und Co-Referenten, die vom Studierendenparlament für die einzelnen Referate gewählt werden. Die Mitglieder des AStA werden jeweils für ein Jahr vom StuPa gewählt, welches wiederum jeweils für ein Jahr von der Studierendenschaft gewählt wird.

Der AStA versteht sich als aktive Interessensvertretung der Studierenden. Er nimmt Stellung zu hochschulpolitischen Fragen und vertritt die studentischen Belange in fachlichen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen. Weiterhin berät er die Studierenden bei Problemen und Fragen, zum Beispiel im Prüfungs- oder Mietrecht. Zudem vertritt und berät der AStA ausländische Studierende. Ebenso kümmert er sich um die Belange Studierender mit Beeinträchtigung und um Angehörige sexueller Minderheiten.

1973 beantragte der AStA die Einrichtung von „Fachschaften“ an der Universität. Damit sollten alle Studierenden der jeweiligen Fachbereiche zusammengefasst werden. Die Fachschaften beraten die Studierenden praxisnah und wissenschaftsbezogen in fachlichen, organisatorischen und sozialen Fragen. Das Fachschaften-Referat des AStA koordiniert die zwölf Fachschaften. Zudem veranstaltet es die Fachschaftenkonferenz (FSK), um fachübergreifende Themen zu besprechen und für Austausch zu sorgen.

Für ein breit gefächertes kulturelles Angebot arbeitet er mit dem Kulturreferat der Stadt Kaiserslautern sowie einigen lokalen Kulturvereinen wie dem Kultur.Kollektiv zusammen, organisiert aber auch eigene Veranstaltungen. Neben Kultur-Veranstaltungen wie Konzerten, dem in der Vorlesungszeit wöchentlich stattfindendem AStA-Kino oder einem Science Slam organisiert er unter anderem Sportturniere oder Veranstaltungen zur politischen Bildung. Darüber hinaus richtet er das Sommerfest auf dem Campus aus, bei dem etwa auf mehreren Bühnen Livemusik gespielt wird. Für ein breites gastronomisches Angebot sorgen hierbei Fachschaften und Hochschulgruppen mit verschiedensten Ständen.

Schließlich fördert der AStA Hochschulgruppen und Studierende, beispielsweise führt er Veranstaltungen durch oder unterstützt sie im Rahmen der Sportförderung finanziell.


In Zusammenarbeit mit Marek Oheim, Referat Kultur AStA

Der Campus ist nicht nur ein Ort der Forschung und Bildung, sondern bietet auch Raum für Kunst und Kreativität. Hiervon zeugen die 41 Skulpturen, die über den Campus, aber auch in der Stadt Kaiserslautern verteilt sind.

Die ersten 20 Skulpturen entstanden 1982, als Künstler aus acht Ländern sie im Rahmen eines internationalen Steinbildhauersymposiums auf dem Campus schufen. Initiiert hatte die Veranstaltung der bekannte pfälzische Bildhauer Prof. Gernot Rumpf zusammen mit dem damaligen Leiter des staatlichen Hochbauamts Kaiserslautern Walter Keßler.

1987 kamen acht weitere Exponate, die ebenfalls bei einem solchen Symposium entstanden sind. Sie fanden ihre Heimat in der Universitätswohnstadt. Hinzu kamen die übrigen 13 Objekte im Rahmen des Symposiums „Skulpturenweg Rheinland-Pfalz“ 2000 und bei weiteren „Kunst-am-Bau-Wettbewerben“. Die TUK kaufte einige der Werke Mit der Unterstützung des Freundeskreises, andere wiederum wurden ihr kostenfrei überlassen.

Erwähnenswert ist außerdem die 1988 gegründete Galerie der Universitätsbibliothek (UB) in Gebäude 32. Sie zählte damals zu den wenigen Kunstgalerien mit wechselnden Ausstellungen in der deutschen Hochschullandschaft. Bis 2013 gab es hier 90 Ausstellungen.


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Es war am 19. April 2008 im Arp-Museum zu Rolandseck am Rande des Jahrestreffens der „Freunde der Villa Musica“, als Präsident Schmidt mich fragte, ob ich es für machbar hielte, einen Wanderweg zwischen Campus und Villa zu etablieren. Meine erste Reaktion: „Oh, das ist ganz schön weit“. Und nach kurzem Überlegen: „Aber machbar.“

Am nächsten Tag studierte ich Karten. Es galt eine Linie zu finden, die das Ziel ohne Umwege erreicht, mit viel fußfreundlichem Untergrund, möglichst auf schmalen Pfaden und mit Einkehrmöglichkeit. Aus dieser Überlegung ergab sich eine „Nordroute“ (Saupferchtal – Stiftswalder Forsthaus – Heiligenberger Tunnel – Hochspeyer – Fischbach) und eine Südroute (Humbergturm – Hungerbrunnen – Waldleiningen – Burg Frankenstein). Eine Erkundung erfolgte zunächst für die Südroute.  

Als erste Teilstrecke inspizierte ich das Segment Hungerbrunnen – Waldleiningen. Klar war, dass die unvermeidliche Überquerung der B48 mit einer großen Wandergruppe sorgfältig geplant werden muss. Auf dem Rückweg erkundete ich noch den Weg zur „Weltachs“, deren Einbindung aber nur über Umweg und eine Wegstrecke, die lange nahe einer Straße verläuft, möglich ist. Dieser Punktmusste daher entfallen.
 
Weitere Überlegung: Soll man von der B 48 wieder ins Tal nach Waldleiningen absteigen oder auf der Höhe bleiben und den kürzeren Weg über die „Hochstraße“ wählen? Dieser Weg führt über fast zwei Kilometer Länge in Hörweite der B 48; längere Strecken verlaufen über Schotterwege. Der Abstieg nach Waldleiningen wird dagegen mit einer Einkehrmöglichkeit und mit dem wunderschönen Weg durch das Leinbachtal belohnt.

Ein weiteres größeres Teilstück (Humbergturm – Wolfskaut – Hungerbrunnen) erwies sich als bestens geeignet. Die Frage „Umgehung Kleiner Humberg, ja oder nein?“ wurde schnell zu Gunsten des Weges über den Kleinen Humberg entschieden. Der Weg dorthin führt über schöne schmale Pfade; eine Umgehung spart nur wenige Höhenmeter ein.
 
Für den Weg vom Campus zum Humbergturm gab es auch Varianten: Kurz nach dem Campus kann man auf den Höhenrücken abbiegen oder zunächst den Bremerhof ansteuern. Die erste Option erfordert zu einem frühen Zeitpunkt einen Anstieg über vorwiegend breite Wege. Die Linienführung über den Bremerhof erlaubt es, sich warm zu gehen, bevor gleichmäßige Steigung auf schmalerem Weg zum Humbergturm führt.
    
Das letzte Teilstück (Waldleiningen – Burg Frankenstein) war die größte, positive Überraschung! Das Leinbachtal bietet ein romantisches Landschaftsbild. Die Frage war jedoch: Geht man auf der Nord- oder auf der Südseite des Leinbaches, und an welcher Stelle quert man über den Höhenrücken zur Burg Frankenstein? Im ersten Teilstück ist der Weg auf der Nordseite weich, auf der Südseite teilweise geteert. Damit war klar, dass die Route zunächst auf der Nordseite verläuft, man später aber auf die Südseite wechseln könnte. Allerdings endet der Pfad auf der Südseite, man müsste wieder auf die Nordseite wechseln und fände dort geteerten Untergrund vor. Zudem ist der dann mögliche Anstieg in Richtung Hochstraße steil und bietet landschaftlich wenig Reize. Als Alternative blieb der Aufstieg zur Höhenstrasse am Beginn des Sorgen-Tals über einen schönen schmalen Pfad. Das nachfolgende Wegstück ist ein gut zu wandernder breiter Weg durch lichten Wald.  

Die letzte Entscheidung war ebenfalls einfach: Vom Punkt „Dreilinden“ geht die Höhenstraße weiter aufwärts, während sich ein Sandweg mit nur leichtem Gefälle bis hin zur Burg Frankenstein zieht, mit Blick auf die Burg Diemerstein. Von der Burg Frankenstein kann man entweder auf längerem Weg die Ortsmitte Frankenstein erreichen, oder direkt am Fels entlang in steilen Kehren zum Bahnhof absteigen. Die letztere Variante erwies sich als die bessere. 

Schließlich erkundete ich noch die Nordroute, die sich als weniger attraktiv erwies.

Der erste Test der Südroute fand am 28. September 2008 statt. Präsident Schmidt, seine Frau Friederike sowie Familie Mechel und ich wanderten bei bestem Herbstwetter den gesamten Weg erstmals in einem Stück. Das Ergebnis war überzeugend: Der Weg ist genussvoll in seiner ganzen Länge zu bewältigen. Die Zeit war gekommen, den Termin für die offizielle Eröffnung festzulegen: 25. April 2009.  

In der Erkundungsphase habe ich insgesamt auf und um den Uni-Villa-Wanderweg etwa 120 Kilometer Wanderstrecke zurückgelegt. Es hat Spaß gemacht!

Prof. Dr. Dr. h.c. Klaas Bergmann 


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