Jubiläum 2020

Dienstleistungen für Forschung und Lehre

Service-Einrichtungen auf dem Campus

Auf dem Campus sorgen eine Reihe von Einrichtungen und Abteilungen dafür, dass der Unibetrieb reibungslos läuft. Sie helfen unter anderem bei Forschungs- und BAföG-Anträgen, bei rechtlichen Fragen, bei Veranstaltungen, aber auch in Sachen Studium. Zudem führen verschiedene Einrichtungen auch Forschungsvorhaben durch, die interdisziplinär bzw. übergreifend angelegt sind. Mit ihrer Arbeit tragen sie zu einem reibungslosen Ablauf an der Universität bei.
Sie unterstützen die Fachbereiche, Studierenden und Beschäftigten in vielerlei Hinsicht. Das geht zum Beispiel von der Bereitstellung der passenden IT-Infrastruktur über die Anfertigung von maßgeschneiderten Apparaturen für Labore und Printprodukten bis hin zu Beratung bei Patentfragen oder Messebeteiligungen. Die Stabstelle „Gleichstellung, Vielfalt und Familie“ hilft etwa Eltern mit einer familiengerechten Infrastruktur, den Spagat zwischen Beruf und Privatleben zu meistern. Das Studierendenwerk sorgt dafür, dass Beschäftigte und Studierende nicht mit knurrenden Mägen im Büro, Labor oder in der Vorlesung sitzen müssen. Für Berufstätige, die sich weiterbilden möchten, hat das Fernstudienzentrum Distance and Independent Studies Center (DISC) das richtige Studienangebot parat. Und CampusKultur stellt in jedem Semester ein umfangreiches Programm auf die Beine, bei dem Interessierte in kultureller Hinsicht auf ihre Kosten kommen.

Die Universitätsverwaltung in Kaiserslautern ist seit der Gründung 1970 nicht nur personell, sondern auch an den sich stetig wandelnden Aufgaben mitgewachsen. Ob die rasant ansteigenden Studierenden- und Personalzahlen oder äußere Vorgaben seitens der Politik, die Verwaltungsmitarbeiter rund um den jeweiligen Kanzler mussten sich in den vergangenen fünf Dekaden einiges an pragmatischen und schnell umsetzbaren Lösungen einfallen lassen, um den Betrieb der Universität nicht zu gefährden.
 
Stefan Lorenz, der seit 1997 Kanzler an unserer Universität ist, hat uns in einem Interview von seinen Erfahrungen und größten Herausforderungen berichtet.
 
 
Lieber Herr Lorenz, Sie sind nun schon fast 23 Jahre hier in Kaiserslautern im Amt. Können Sie sich noch erinnern, welche Ratschläge Ihnen Ihr Vorgänger aus seiner Erfahrung heraus bei Ihrer Amtsübergabe 1997 mitgegeben hat?
 
Als ich das Amt von Herrn Fahse übernahm, gab er mir einen zentralen Satz mit auf den Weg: „Die Universität hat eine Verwaltung, ist aber keine Verwaltung.“ Damit wollte er sagen, dass eine Universität als Körperschaft nicht wie eine typische und hierarchisch gegliederte Organisation im öffentlichen Dienst des Landes funktioniert, wie ich das vielleicht auch aus meinen vorherigen beruflichen Stationen kannte.
 
Als Kanzler an einer Universität befindet man sich an einer Schnittstelle, an der man mit viel Diplomatie und Fingerspitzengefühl agieren muss, um auf den verschiedensten Ebenen vermitteln zu können. Das gilt beispielsweise für den Kontakt zwischen Universitätsleitung und den organisationalen Hochschuleinheiten ebenso wie zwischen Wissenschaft und Verwaltung. Die größte Herausforderung ist stets, die politischen Zielsetzungen mit dem rechtlich Möglichen und dem praktisch Machbaren in Einklang zu bringen.
 
Meine zentrale Aufgabe als Kanzler dieser Universität ist, unter den unterschiedlichsten Voraussetzungen für alle Beteiligten mit objektiven Fakten und individueller Ansprache gangbare Brücken zu bauen. Und es macht mir nach wie vor viel Freude, wenn wir passende Lösungen finden und den Betrieb unserer Universität weiterhin reibungslos gestalten können.
 
 
Wenn Sie sich an Ihre ersten Jahre hier in Kaiserslautern zurückerinnern. Welches waren die größten Herausforderungen, denen Sie sich gleich zu Beginn in Ihrer Rolle als oberster Verwaltungsbeamter gegenübergesehen haben?
 
Im Rückblick stand ich tatsächlich gleich zu Beginn meiner Amtszeit 1997 vor einer der größten Herausforderungen, die mir bisher begegnet waren: Es ging um die Einführung und Umsetzung des Personalbemessungskonzeptes. Das Land hatte zuvor ein Verteilungssystem entwickelt, wonach alle Personalmittel und -stellen zwischen den Hochschulen nach einheitlichen Kriterien verteilt wurden. Es galt nun, dieses System auch innerhalb der Universität und zwischen den Fachbereichen und Einrichtungen einzuführen. Die Sache war vor allem deswegen so konfliktiv und komplex, weil unsere Universität dabei massiv Stellen ans Land abgeben musste, was selbstverständlich zu vielen intensiv geführten Diskussionen führte.
 
Andere große Themen, die uns vor allem in der Verwaltung umfassend beschäftigt haben, waren die Ablösung des damaligen herkömmlichen kameralistischen Haushaltswesens und die Überführung in ein modernes Haushaltssystem mit Globalhaushalt und mit doppelter Buchführung. Auch die Erarbeitung und Einführung von Modellen zur universitätsinternen Mittelverteilung erforderten einen hohen Diskussions-und Kraftaufwand. Eine große Unterstützung damals war auf jeden Fall die enge Zusammenarbeit mit den Präsidenten Professor Warnecke und Professor Schmidt, durch die wir auch diese Herausforderungen gut meistern konnten.
 
Überhaupt war die Zusammenarbeit in der Hochschulleitung immer geprägt von Vertrauen, gegenseitigem Respekt und gemeinsamer zielgerichteter Arbeit. Immerhin durfte ich in meiner Amtszeit von 1997 bis heute mit drei Präsidenten (Landfried, Warnecke, Schmidt) und elf Vizepräsidenten (Trommer, Hamacher, Hofrichter, Schmidt, Feser, Litz, Freeden, Hillebrands, Wehn, Poetzsch-Heffter, Löhrke) kollegial zusammenarbeiten.
 
 
Die Universität ist ja nicht nur in den ersten Dekaden stark gewachsen, sondern auch seit Ende der 90er Jahre und hat dabei immer wieder vor räumlichen aber auch personellen Engpässen gestanden. Wie geht man mit einem solchen „Dauerzustand“ um?
 
Das stimmt, die TU Kaiserslautern ist alleine in den vergangenen zehn Jahren in einem Umfang gewachsen, wie keine andere öffentlich-rechtliche Einrichtung im Land. Und sie wächst aktuell noch immer. Dies betrifft beispielsweise die Zahl der eingeschriebenen Studierenden, die Höhe der Drittmitteleinwerbung oder auch die Zahl der Sonderforschungsbereiche. Auch die Anzahl der Professoren und Bediensteten der TUK sind auf einem historischen Höchststand angekommen. Das sind alles Themen, die in der Verwaltung von den verschiedensten Abteilungen gemanagt werden müssen. Wenn Sie da nur an die Bewerbungs-, Einschreibungs- und Rückmeldeprozesse zu Beginn eines jeden Semesters denken, oder an Reisekostenabrechnungen, Personaleinstellungen, Verwaltung von Drittmittelprojekten oder den sicheren und nachhaltigen technischen Betrieb der Liegenschaft.
 
Um mit den wachsenden Herausforderungen umzugehen und transparente, effiziente Prozesse zu implementieren, hat sich die Zentrale Verwaltung ein Leitbild gegeben, in dem wir uns als zentraler Dienstleister sehen und uns die Möglichkeit geben, uns immer wieder dem Wandel entsprechend anzupassen. Außerdem haben wir ein Qualitätsmanagement, verbunden mit  Geschäftsprozessanalysen und Geschäftsprozessoptimierungen auch in der Verwaltung eingeführt, um die Qualität aller Verwaltungsprozesse dauerhaft sichern zu können. Gleichzeitig wurde die Zentrale Verwaltung durch die Verlagerung verschiedener Abteilungen reorganisiert, um die Prozesse effizienter zu machen. Dies gilt auch für Prozesse wie den Globalhaushalt, das kaufmännische Rechnungswesen oder Selbstbedienungsfunktionalitäten für Studierende, die Ressourcen für andere Aufgaben freischaufeln.
 
Die Selbststeuerungsfähigkeit der Fachbereiche wurde über eine umfassende Verlagerung der Ressourcenverantwortung für Sach- und Personalmittel auf die Fachbereiche erhöht. Auf Dauer besetzte Fachbereichsgeschäftsführungsstellen sorgen für den reibungslosen Ablauf aller Prozesse zwischen Verwaltung und Wissenschaft.
 
Aber in der Verwaltung geht es nicht nur um Prozesse, sondern vor allem auch um die Menschen, die hier täglich arbeiten und ohne die die Universität nicht funktionieren würde. Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren, auch gemeinsam mit dem Personalrat, viel darangesetzt, motivierende und attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen. Das fängt bei flexiblen Arbeitszeitmodellen in jeglicher Ausgestaltung an und geht bis hin zu einem betrieblichen Gesundheitsmanagement, welches regelmäßig attraktive Angebote für alle Bediensteten, nicht nur in der Verwaltung, bereithält.
 
 
Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Aufgaben einer Universitätsverwaltung?
 
Für mich ist es besonders wichtig, dass eine moderne Universitätsverwaltung sich als professioneller Dienstleister zur Unterstützung von Wissenschaft, Forschung und Lehre im Rahmen des rechtlich und tatsächlich Machbaren versteht. Im Idealfall agiert eine Administration zurückhaltend, gestaltet geräuschlos im Hintergrund funktionierende Abläufe und stellt sich selbst dabei immer wieder qualitativ auf den Prüfstand, indem sie Prozesse kontinuierlich an geänderte Rahmenbedingungen anpasst und optimiert.
 
 
Worauf sind Sie in Ihrer bisherigen Amtszeit besonders stolz gewesen?
 
Die Reform des Haushalts- und Rechnungswesens mit Überführung in moderne kaufmännische Strukturen war ein Mammut-Projekt, das in Anbetracht seiner Größe und Auswirkungen in alle Bereiche der Universität hinein ganz im Sinne der gerade erwähnten „Geräuschlosigkeit“ gestemmt wurde.
 
Für die in enger Kooperation mit den Fachbereichen umgesetzte Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge gilt das Gleiche. Die Einrichtung eines Studierenden-Service-Centers war eine wichtige Voraussetzung, um unseren nahezu 15.000 Studierenden eine „Heimat“ zu bieten, in der sie sich wohlfühlen und vom Bewerbungsprozess bis hin zu Prüfungsverfahren optimal unterstützt werden.
 
Auch die Überführung der Themen Bau, Technik, Energie und Werkstätten in den wissenschaftsunterstützenden Kontext der Verwaltung als Konsequenz einer entsprechenden Organisationsuntersuchung war ein Meilenstein, denn auf diese Weise wurde eine einheitliche Ausrichtung auch dieser Bereiche an den Zielen des Hochschulentwicklungsplans (HEP) steuerbar.
 
An solchen Beispielen zeigt sich auch die gewachsene Relevanz des Qualitätsmanagements der Zentralen Verwaltung, das sich gemeinsam mit der Zentralen Personalentwicklung intensiv mit der Frage befasst, wie die strategischen Vorgaben aus dem HEP mit geeigneten Geschäftsprozessen und mit bedarfsgerecht ausgebildetem Personal transparent umgesetzt werden können.
 
Auf gesamtuniversitärer Ebene war die Umbenennung in Technische Universität Kaiserslautern 2003 ein Meilenstein, der in punkto Profilschärfung und Zielbildung den HEP in seiner heutigen Prägnanz erst möglich gemacht hat.
 
 
Wo sehen Sie selbst noch Potenziale, um das Serviceangebot der Verwaltung zu verbessern?
 
Wie überall im Land haben auch wir mit dem Fachkräftemangel und mit der Digitalisierung aller unserer Arbeitsbereiche zwei große Herausforderungen vor uns, denen wir uns aktiv stellen müssen. Beide Themen sind komplex und zu großen Teilen nicht allein mit internen Bordmitteln zu lösen. Hier wird die Verwaltung das Machbare weiterentwickeln und für das (noch) nicht Machbare die Voraussetzungen und Anforderungen konkretisieren und konsequent einfordern.
 
Aus „Kanzlerperspektive“ sind darüber hinaus insbesondere in zwei Bereichen künftig gemeinsame Weichenstellungen von Politik und Universität notwendig, wenn die Qualität der universitären Leistungen keine negative Entwicklung nehmen soll:
 
Die Ressourcen für Lehre und Studium müssen dauerhaft an die hohe Studierendennachfrage angepasst werden. Mit befristeten Programmmitteln kann das Lehrangebot für den auf längere Zeit deutlich erhöhten Bedarf nicht sichergestellt werden.
 
Auch der Hochschulbau muss intensiviert und stabilisiert werden, vor allem aber muss der laufende Sanierungsrückstand bewältigt werden. Der qualitative Erhalt und die Modernisierung der Bausubstanz wird bezüglich der Infrastrukturbereitstellung an der TUK das „Zukunftsthema Nr. 1“ sein. Die Gebäude, eine sichere Medienversorgung und eine funktionierende Gebäudetechnik sind unerlässliche Voraussetzungen für die TUK, um ihre Kernaufgaben in Lehre und Forschung erfüllen zu können. 
 
Vielen Dank, Herr Lorenz.


zurück

Die Universitätsbibliothek (UB) begann 1970 als "Zentrale Einrichtung" damit, ihren Literaturbestand aufzubauen. Eine Bibliothekskommission entschied sich für ein Modell bestehend aus Zentral- und Bereichsbibliotheken, das im Landesgesetz für die wissenschaftlichen Hochschulen festgeschrieben wurde. Es besteht aus einer Zentralbibliothek und (heute) acht Bereichsbibliotheken unter gemeinsamer Leitung.

Die Bibliothek öffnete zeitgleich mit dem Lehrbetrieb an der Universität und so musste sie innerhalb kürzester Zeit ein Grundbestand an Lehrbüchern, Fachzeitschriften und Forschungsliteratur bereitstellen. Probleme gab es dabei bei den räumlichen Voraussetzungen für den Aufbau einer Bibliotheksverwaltung und bei der Ausstattung. Durch den Mangel an Fachpersonal ergaben sich vor allem in den Anfangsjahren größere Schwierigkeiten. Schon früh begann die UB daher, eigenes Fachpersonal auszubilden.

Während der Aufbaujahre musste die Bibliothek mehrere Standortwechsel in Kauf nehmen, bevor sie sich 1986 endgültig in der neuen Zentralbibliothek in Gebäude 32 niederlassen konnte. Auch die Bereichsbibliotheken mussten immer wieder umziehen.

Während es in den ersten Jahren vorrangig darum ging, den Literaturbestand für die Fachbereiche aufzubauen und eine arbeitsfähige Struktur zu etablieren, beeinflussten der technologische Wandel und die Digitalisierung die bibliothekarische Arbeit der vergangenen Jahrzehnte. Schon seit Beginn der 70er Jahre wurden Verwaltungsabläufe automatisiert, später kamen elektronische Angebote wie E-Journals, Datenbanken, während der letzten Jahre besonders auch E-Books und andere benutzerorientierte Dienstleistungen hinzu. Mit ihren Kursen, individuellen Beratungen und E-Tutorials - insbesondere für Studierende - bietet sie zum Beispiel Hilfe dabei an, sich in einer zunehmend virtuellen Lern- und Arbeitsumgebung zu orientieren und effektiv mit neuen Medien umzugehen.

Veränderte Studienbedingungen und eine vermehrte Nachfrage nach studentischen Arbeitsplätzen führten in den 2010er Jahren dazu, dass die UB durch Umbau- und Sanierungsmaßnahmen mehr Lernflächen in den Bibliotheken schaffte. Auch verlängerte sie ihre Öffnungszeiten deutlich.

Gemäß der Fachbereichsstruktur der Technischen Universität liegen die Sammelschwerpunkte der UB bei Architektur, Raum- und Umweltplanung, Bauingenieurwesen, Biologie, Chemie, Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Mathematik, Physik, Wirtschaftswissenschaften und Sozialwissenschaften (mit den Bereichen Politikwissenschaft, Philosophie, Psychologie, Erziehungswissenschaften, Soziologie und Sportwissenschaften).

Für die Studierenden und Universitätsangehörigen ist die UB nicht nur ein Ort für Literaturrecherche und -ausleihe, ruhige Einzelarbeitsplätze oder auch Gruppenarbeitsräume sowie Loungebereiche unterstützen ein konzentriertes Arbeiten.

Die heutige Bibliotheksarbeit ist nicht mehr möglich ohne die starke Vernetzung mit den Akteuren innerhalb der Universität. Aber auch darüber hinaus mit anderen Bibliotheken und den Bibliothekseinrichtungen auf Landes- und Bundesebene - Bibliotheksverbünde, Konsortien, Dienstleister - kurz: die reelle und digitale Vernetzung. Die Potentiale der neuen Technologien verändern auch die Bibliothekswelt. Diesen Herausforderungen gilt es zukünftig gerecht zu werden.

Dr. Bernd-Friedemann Schultze, Petra Kille, Klaus Rauber und Ralf Werner Wildermuth
Universitätsbibliothek

Die Geschichte des Regionalen Hochschulrechenzentrums Kaiserslautern beginnt mit der Geschichte der Universität. Bereits am 1. Oktober 1970 startete das Hochschulrechenzentrum seinen Betrieb. In dieser ersten Phase ging es vorrangig darum, den Nutzern Rechenmöglichkeiten an anderen Universitäten und Hochschulen zu ermöglichen und parallel eine Infrastruktur an der Universität Kaiserslautern aufzubauen.

Die Kommission für Rechenanlagen der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligte am 3. Juli 1972 eine Anlage „TR 440“ mitsamt dem Regionalstatus für das Hochschulrechenzentrum mit Datenstationen in Trier und Mainz. In einem Festakt am 8. März 1974 wurde diese Anlage von Kultusminister Dr. Bernhard Vogel eingeweiht und zeitgleich dem Hochschulrechenzentrum der bis heute gültige Name „Regionales Hochschulrechenzentrum“ verliehen. Dabei hielt Computerpionier Prof. Konrad Zuse eine eindrucksvolle Festrede.

Die 80er Jahre standen ganz im Zeichen des Ausbaus erster flächendeckender Netz-Infrastruktur für den Campus in Kaiserslautern. In einem frühen Stadium der neuen Glasfasertechnologie wurde am gesamten Campus der Uni ein Glasfaserbackbone aufgebaut. Die Jahre waren geprägt von der Unterstützung von Forschung und Lehre durch das RHRK durch die zentrale Bereitstellung von Rechenleistung auf damaligen Großrechnern und Speicherkapazitäten ebenso wie neuen grafischen Methoden. Eine Vielzahl weiterer eigener Systeme wurde am Campus betrieben, das RHRK unterstützte und beriet die dezentralen Einheiten bei dieser Aufgabe.

Ein weiterer Meilenstein der Geschichte war die Einführung des Studierendenaccounts 1994. Damit erfolgte erstmals die breit angelegte Einbeziehung der Studierenden in die Rechensysteme des RHRK und damit die uniweite Nutzung der Rechenressourcen in Forschung und Lehre. Das RHRK stellte zusätzliche CIP-Pools mit PCs zur allgemeinen Nutzung zur Verfügung. Im Verlauf der 1990er wandelte sich der Schwerpunkt der Arbeiten des RHRK, da der PC für jedermann, gepaart mit leistungsstarken Servern für jede Arbeitsgruppe, Einzug hielt und das verteilte Rechnen am Campus auf einer Vielzahl einzelner Rechner dezentral verteilt wurde.

Das neue Jahrtausend begann mit einem wesentlichen Ausbau des Dienstangebotes seitens des RHRK für die gesamte TU Kaiserslautern. Zu diesem Zeitpunkt war es Normalität geworden, dass jeder über einen eigenen Rechner verfügt, über den zentrale Dienste ebenso angesprochen, wie auch lokal installierte Software genutzt werden. Eine Hauptaufgabe des RHRK ist es seitdem, Basisdienstleistungen bereitzustellen, wie beispielsweise ein hochverfügbares Netzwerk und große Speicherressourcen für die exponentiell wachsenden Datenmengen.

Seit der Einbindung der TU Kaiserslautern in die Allianz für Hochleistungsrechnen in Rheinland-Pfalz (AHRP) im Jahr 2012 wird das Wissenschaftliche Rechnen schwerpunktmäßig wieder auf zentralen Rechenressourcen durchgeführt, um den stetig wachsenden Bedarf an Rechenleistung abzudecken. In diesem Zuge erhielt das RHRK ein leistungsfähiges High Performance Computing Cluster (Elwetritsch), das neuesten Anforderungen an paralleles Rechnen und Grafikanwendungen gerecht wird und in Verbindung mit den Ressourcen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz landesweit im Rahmen der AHRP genutzt werden kann.


Prof. Dr. Nicolas R. Gauger und Dr.-Ing. Inga Scheler
Regionales Hochschulrechenzentrum


zurück

Bereits seit der Gründung der Universität fasste die „Zentrale Betriebseinheit Technik“ (ZBT) alle technischen Betriebe auf dem Campus zusammen. Ihre Aufgabe war es, alle Fachbereiche mit den für Forschung und Lehre notwendigen technischen Leistungen zu versorgen. In ihrer Struktur ist sie bis heute bundesweit für Universitäten vorbildhaft und dient anderen Hochschulen als gutes Beispiel.

Unter ihrem Dach befanden sich alle technischen Dienstleistungsbetriebe, vom Gärtner über Reinigungspersonal bis hin zum Elektroniker oder auch Planungsingenieur. Mit ihrem Umzug von den Räumen der ehemaligen Pädagogischen Hochschule zwischen 1972 und 1973 in das Aufbau- und Verfügungszentrum, AVZ, wurde sie weiter ausgebaut.

In der Anfangszeit untergliederte sich die ZBT in die folgenden Teilbereiche: Technische Planung, Haus- und Betriebstechnik, Zentrale Metallwerkstätten, Elektronikwerkstatt, Holz- und Kunststoffverarbeitung, Glasbläserei sowie Foto-Repro-Druck. Dabei fielen den Bereichen unter anderem folgende Aufgaben zu (auszugsweise): 



Die Haus- und Betriebstechnik kümmerte sich um die Haus- und Wirtschaftsdienste sowie die Instandhaltung und Wartung der Gebäude, einschließlich der Wärme-, Kälte- und Drucklufterzeugung.

Die Zentrale Metallwerkstätten und Zentrale Elektronik unterstützten von Beginn an die Fachbereiche bei der Planung, Herstellung, Montage, Wartung und Reparatur von wissenschaftlichen Geräten und Versuchseinrichtungen sowie Prototypen. Um den gestiegenen Bedürfnissen der jungen Universität gerecht zu werden, bauten vor allem die Elektronikwerkstatt und die Zentralen Metallwerkstätten bis Ende 1973 ihren notwendig gewordenen Personalbedarf und Maschinenpark auf. 1978 zogen Metallwerkstätten und Zentrale Elektronik in das Gebäude 45. Zudem wurde 1979 in der Werkstatt des AVZ eine Schlosserei eingerichtet.

Mit einem Glasbläsermeister nahm schließlich die Glasbläserei, zunächst vor allem mit Aufträgen des Fachbereichs Chemie, in einer kleinen Werkstatt ihren Betrieb auf. Auch heute stellt sie einen leistungsstarken Unterstützer für nahezu alle Fachbereiche dar.

Die Abteilung Foto/Repro/Druck führte 1972/73 neue Techniken ein, wie zum Beispiel die Colortechnik, welche die bisherige Schwarz-Weiß-Technik ablöste. Auch kaufte sie eine Bindemaschine und Kopiergeräte. Neben den klassischen Druck- und Verarbeitungsdienstleistungen stellt sie heute Druck-, Vervielfältigungs-, Foto- und Reproerzeugnisse her. Zudem bietet sie Grafikdienstleistungen an.

Am 1. Juli 2009 wurde die ZBT umstrukturiert. Die Gruppe Allgemeine Hausdienste, inkl. Reinigungsmanagement, wechselte mit der Stabstelle Arbeitssicherheit in die damals neu gegründete Hauptabteilung Zentrale Dienste. Die Vermeldegruppe, inkl. Telefonie, und das Thema Brandschutz wechselten in das Rechenzentrum RHRK. Die wesentlichen Teile der ZBT gingen in die neu gegründete Hauptabteilung 5 (HA 5) über.

Am 1. September 2011 kamen die vier Zentralen Wissenschaftlichen Werkstätten, am 1. Januar 2013 das Aufgabengebiet Wachdienst und am 15. Juli 2013 das Thema baulicher und technischer Brandschutz in die HA 5, sodass dort heute wieder nahezu alle betriebstechnischen Bereiche als ein zentraler Dienstleister vereint sind.

Aufgrund des erheblichen Baubedarfs wurde außerdem im Laufe der vergangenen zehn Jahre das Bauprojektbüro aufgebaut. Es trägt heute als Stabsstelle der Hauptabteilungsleitung dem gestiegenen Bauvolumen Rechnung. Die Stabsstelle koordiniert die Gebäudeunterhaltung und die größeren Um-, Erweiterungs- und Berufungsumbauten gemeinsam mit den Fachbereichen, zentralen Einrichtungen und der Bauverwaltung (Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung LBB, Stadt Kaiserslautern). Zudem koordiniert sie die Planung, Ausschreibung und Überwachung von kleineren Neu-, Umbau- oder Renovierungsarbeiten an und in den Gebäuden. Im Bauprojektbüro ist zudem das Energiecontrolling angesiedelt. Weitere Abteilungen und Aufgaben sind zudem:

Abteilung Baumanagement: Ihre wesentliche Aufgabe ist es, die Haustechnik instand zu halten und den technischen Brandschutz sicherzustellen.

Abteilung Elektromanagement: Sie bewirtschaftet die Stromnetze der TUK von einem 20.000-Volt-Mittelspannungsnetz über Trafo oder Umspannstationen bis hin zu den Steckdosen und Leuchten. Auch das Notruftelefon und die Gebäudeleittechnik sind hier angesiedelt.

Abteilung Versorgungsmanagement:
Sie gliedert sich in die zwei Gruppen Kälte/Klima/Lüftung und  Heizung/Gas/Wasser/Sanitär. Zu den Aufgaben gehören u.a. die Sicherstellung der Ver- und Entsorgung der Liegenschaft mit den verschiedenen Medien (Wärme, Kälte, Druckluft, Erdgas, VE-Wasser usw.), die Wartung bzw. Instandhaltung der technischen Anlagen in beiden Gewerken sowie die Steuerung und Optimierung der Medienverbräuche.



Dr.-Ing. Jens Dieckmann
Hauptabteilung 5, Bau-Technik-Energie


zurück

An der TU Kaiserslautern sind nahezu alle Fachbereiche an der Ausbildung der Lehramtsstudierenden beteiligt. Zur Unterstützung sowie zur Qualitätssicherung und -entwicklung wurde im Jahr 2005 das Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) als zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität gegründet. Das ZfL bildet seither die Schnittstelle zwischen allen Institutionen, die an der Lehrkräftebildung beteiligt sind: Zu nennen wären hier die Staatlichen Studienseminare und die Schulen, das Landesprüfungsamt sowie die Lehrkräftefort- und -weiterbildungseinrichtungen. Die Leitidee der Lehrkräftebildung an der TUK gründet auf einem Verständnis von Professionalisierung und Kompetenzentwicklung, welches die theoriegeleitete Reflexion von berufsbezogenen Gestaltungs- und Handlungsproblemen in den Fokus rückt. Damit verbunden wird der Aufbau einer reflexiven Lehrpersönlichkeit, welcher im Sinne des lebenslangen Lernens alle Phasen der Lehrkräfteaus- und -weiterbildung (vor, während, nach dem Studium) umfasst.

Die vielfältigen Aufgaben werden im ZfL in verschiedenen Abteilungen umgesetzt:

Die Geschäftsstelle des ZfL nimmt fachbereichsübergreifende Aufgaben bei der Konzeption und Organisation lehramtsbezogener Studiengänge sowie bei der Erarbeitung von Prüfungsordnungen wahr. Sie berät Studierende und Studieninteressierte in fächerübergreifenden Belangen und wirkt bei der Organisation und Anerkennung von schulischen Praktika mit. Zusätzlich ist das ZfL für die lehramtsbezogenen Studiengänge an der Qualitätssicherung, unter anderem an der Reakkreditierung der Lehramtsstudiengänge, beteiligt.

Das Fachdidaktikzentrum (FDZ) verfolgt das Ziel, den interdisziplinären Austausch aller Fächer zu stärken und durch die Einbindung fachdidaktischer Forschung die universitäre Lehramtsausbildung zu verbessern. Hier sind auch die Durchführung von wissenschaftlichen Tagungen sowie eine semesterbegleitende Vortragsreihe angesiedelt. Für die Erhöhung des Theorie-Praxis-Bezugs wurde 2013 das TU-Net MINT ins Leben gerufen. Die darin zusammengeschlossenen Netzwerkschulen schaffen verbindliche Partnerschaften zwischen Universität und Schulen, die dazu dienen, Synergien zwischen den Forschungsinteressen der Universität und den Interessen der Schule herzustellen. Zudem beteiligt sich das FDZ an der Organisation und Durchführung von wissenschaftlichen Weiterbildungsangeboten sowie an Forschungs- und Entwicklungsvorhaben.

Das Zentrum für Lehren und Lernen mit digitalen Medien (DigitaLLZ) setzt zur Weiterentwicklung von Lehre und Forschung unter einer interdisziplinären Perspektive verschiedene Projekte um, die den digitalen Wandel der Gesellschaft in die Lehr- und Lernprozesse im Bildungssystem integrieren. Seit 2016 arbeiten unter anderem im Projekt „Unified Education: Medienbildung entlang der Lehrerbildungskette“ (U.EDU) verschiedene interdisziplinäre Arbeitsgruppen an der Frage, wie das Lehren und Lernen mit digitalen Medien unterstützt werden kann. Das ZfL koordiniert dieses Vorhaben und führt einzelne Teilprojekte durch. Ziel von U.EDU ist der Ausbau struktureller Maßnahmen an der TU Kaiserslautern sowie die Entwicklung neuer Lehrkonzepte unter Einbeziehung digitaler Medien. Die Forschungsprojekte werden in enger Zusammenarbeit mit praxiserfahrenen Lehrkräften bearbeitet.

Die entstehenden Lehr- und Lernmaterialien kommen sowohl in der Schule als auch im universitären Lehramtsstudium und in der Lehrkräftefortbildung zum Einsatz. Das Projekt, das im Rahmen des Bundesprogramms „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ initiiert wurde, erhielt für seine erfolgreiche Arbeit eine Weiterförderung bis 2023. Mit dem Projekt U.EDU sieht die TUK eine Möglichkeit, den Herausforderungen der Digitalisierung in der Lehre, insbesondere in der Lehramtsausbildung, nachzukommen.


In Zusammenarbeit mit Dr. Claudia Gómez Tutor und David Jung
Zentrum für Lehrerbildung

1982 gründete die Universität Kaiserslautern eine „Kontaktstelle für Innovations- und Technologieberatung (KIT)“. Sie vermittelte in erster Linie technisch-naturwissenschaftliches und betriebswirtschaftliches Spezialwissen an kleine und mittlere Unternehmen. Für diese diente die Beratungsstelle als erste universitäre Anlaufstelle bei Problemen technischer oder organisatorischer Art.

Je nach Fragestellung stellte die KIT für Unternehmen Kontakte zu den Fachbereichen, dem Materialprüfamt oder zur Patentschriftenauslegestelle her. Hierdurch sollte die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe gesteigert und die entstehenden gewerblichen Schutzrechte gesichert werden. Zudem unterstützte die KIT Forscherinnen und Forscher dabei, ihre neuesten Produkte oder Verfahren auf Messen oder Ausstellungen vorzustellen. 
Die enge Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen der TUK und Instituten im Umfeld war von Beginn an gewünscht. An diesen grundsätzlichen Aufgaben und Dienstleistungen aus der Gründungsphase der KIT hat sich bis heute nichts geändert.

Im Juli 1991 wurde die KIT mit der Informationsvermittlungsstelle (IVS) und dem Patentinformationszentrum (PIZ), das aus der Patentschriftenauslegestelle hervorgegangen war, zu einer Einheit mit dem neuen Namen „Kontaktstelle für Information und Technologie“ zusammengefasst; das Akronym KIT wurde beibehalten. Dazu zog das PIZ in die Räume der Kontaktstelle in Gebäude 32. Das Archiv des PIZ verblieb im Untergeschoss der Bibliothek. Somit bot die KIT mit mehr Nutzfläche Erfindern die Möglichkeit, sich nun auch vor Ort über gewerbliche Schutzrechte zu informieren und eigene Inventionen marken-, patent- oder designrechtlich schützen zu lassen.

Für ihre Arbeit an der Schnittstelle zwischen Forschung und wirtschaftlicher Anwendung sowie dem Service für Klein- und Mittelbetriebe der Region zeichnete die Kreissparkassenstiftung das Team der KIT 1997 mit dem Gruppenpreis aus.

Mit der Einrichtung eines gemeinsamen Gründungsbüros von TU und Hochschule Kaiserslautern als zentrale Anlaufstelle für alle Gründungsinteressierten aus beiden Hochschulen und den Forschungseinrichtungen wurde der KIT 2008 ein weiterer Baustein hinzugefügt. Dadurch ergaben sich für die potenziellen Gründerinnen und Gründer zahlreiche Synergien, beispielsweise in Fragen des Namens- und Logoschutzes oder im Hinblick auf mögliche Messeteilnahmen.



Im Jahr 2015 nannte die Universität die KIT in „Referat Technologie und Innovation“ (RTI) um und ergänzte sie um eine weitere – bisher letzte – Referatseinheit: Die „Anwendungsorientierte Forschung“ ist ein strategischer und adaptiver Bereich, durch den insbesondere die Entwicklung des Transfers am Standort Pfalz befördert werden soll. Dazu erarbeitete sie eigens eine integrierte Entwicklungsstrategie – unter Einbeziehung aller relevanten Akteure der Region – für die zukünftige Ausrichtung des Wissens- und Innovationsstandortes Kaiserslautern.

Auch das Vorhaben „Offene Digitalisierungsallianz (OD) Pfalz“, ein Verbundvorhaben der Hochschule Kaiserslautern, der TUK und des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM, ist organisatorisch dieser Referatseinheit zugeordnet. Zielsetzung ist, in ausgewählten Innovationsbereichen mit hoher wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz die digitale Transformation mitzugestalten und eine ausgeprägte Innovationskultur zu schaffen. Gefördert wird das zunächst auf fünf Jahre angelegte Vorhaben durch die Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“.

Das RTI wird auch zukünftig flexibel und kreativ auf die rasanten Veränderungen in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft reagieren und mit seinen breit gefächerten Dienstleistungen erster Ansprechpartner im Technologie- und Wissenstransfer in der Region bleiben.



In Zusammenarbeit mit Ulrich Glup
Patentinformationszentrum


zurück

Das Patent- und Informationszentrum – Rat und Hilfe für Tüftler,Erfinder und Co.

Am 1. Januar 1973 öffnete das Patent- und Informationszentrum (PIZ) Rheinland-Pfalz auf dem Campus der noch jungen Universität seine Pforten. Dabei kann es zu diesem Zeitpunkt bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken: Der Radflantschen-Benetzer machte 1877 den Anfang. – Das erste Patent eines Kaiserlauterer Erfinders – zu einer Zeit, als das Kaiserliche Patentamt in Berlin gerade frisch gegründet worden war. Vier Jahre später, am 20. November 1881, öffnete schließlich eine Patentstelle in Kaiserslautern. Bereits im ersten Halbjahr konnten hier 552 Patente erteilt werden. Zahlreiche Erfindungen folgten: zum Beispiel 1884 eine Maschine zur Anfertigung von Pappschachteln oder 1903 ein mechanisches Musikwerk.

Zu den Aufgaben des PIZ zählt beispielsweise, Erfinder bei der Anmeldung eines Patents und Unternehmen in Sachen Markenrecht zu unterstützen. Dabei arbeitet es seit jeher stets eng mit dem Deutschen Patent- und Markenamt in München zusammen und ist auch dessen einziger Kooperationspartner in Rheinland-Pfalz.

Sowohl beim Patent- als auch beim Markenrecht gibt es etliche Vorgaben und Gesetze zu beachten. Einmal im Monat bietet das PIZ heute eine kostenfreie Erfinder-Erstberatung durch Patentanwälte an. Diese kommen aus den unterschiedlichsten Fachgebieten und decken somit ein sehr breites thematisches Spektrum ab. Zudem stellt das PIZ für Erfinder Arbeitsplätze mit Zugang zu Online-Datenbanken zur Verfügung. Darin können sie etwa recherchieren, ob es bereits ähnliche Erfindungen auf dem Markt gibt und ob eine Anmeldung zum Patent möglich ist.

Bis 1979 war das PIZ nicht auf dem Campus angesiedelt, sondern in der Landesgewerbeanstalt. Danach bezog es Räumlichkeiten im Obergeschoss der Mensa (Geb. 30). Heute hat das Zentrum seinen Sitz in Gebäude 32. Davor befindet sich ein großer blauer Briefkasten mit sieben Schlitzen, für jeden Wochentag einen. Er ist der direkte Draht nach München, zum Deutschen Patent- und Markenamt. Die Briefschlitze sind funkgesteuert und zu den auf ihnen genannten Wochentagen geöffnet. Damit ist zum Beispiel klar, wann eine Patentanmeldung eingereicht wurde. Gehen hier Erfindungsmeldungen ein, leitet das PIZ sie fristgerecht weiter nach München. Dort wird eine Anmeldung zunächst geprüft. Bis ein Patent erteilt wird, dauert es in der Regel einige Zeit.

Auch in Sachen Schutzrechte von Marken und Design ist das PIZ oft Anlaufstelle. Viele Unternehmen überprüfen zum Beispiel, ob das Design oder auch der Name ihres Produkts nicht von der Konkurrenz imitiert wird. Regelmäßig organisiert das PIZ-Team Veranstaltungen, auf denen es über seine Serviceleistungen informiert. Rund 2.300 Anfragen werden pro Jahr bearbeitet und bis zu 1.100 Beratungsgespräche durchgeführt.


zurück

Im Jahr 2008 legte Dr. Cornelia Blau, Leiterin der Kontaktstelle für Information und Technologie (KIT; heute Referat für Technologie und Innovation, RTI), gemeinsam mit ihrer Kollegin, Dr. Susanne Schohl von der (Fach)Hochschule Kaiserslautern, den Grundstein für das Gründungsbüro der Technischen Universität und der Hochschule Kaiserslautern. Die Idee war, den Gründergeist zu fördern und über die Grenzen der einzelnen Institutionen hinweg das Potenzial an innovativen Unternehmensgründungen aus unseren Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu heben. Und dies ist vorbildhaft gelungen. Weit über 100 neu gegründete Start-ups … 

  • schaffen mit ihrer Software Transparenz und Datensicherheit in der Lifescience-Branche,
  • sichern den Luftraum mit neuen Verfahren,
  • revolutionieren die Planungsprozesse in der Architektur,
  • erfinden neue Trendsportarten und sorgen für einen Spaßfaktor mit Bewegung,
  • sparen mit innovativen Techniken tausende von Tonnen an Kunststoff ein,
  • denken das Benutzerhandbuch neu und bringen es in die digitale Welt,
  • nutzen künstliche Intelligenz, um Adressen aktuell zu halten,
  • minimieren Kosten in der Immobilienbranche und
  • helfen, die Künstliche Intelligenz zu verstehen und sinnvoll zu nutzen,

… um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

Erfolgreiche Förderanträge zementierten die ursprüngliche Idee einer zentralen Anlaufstelle für alle Gründungsinteressierten aus der Wissenschaftslandschaft in Kaiserslautern im mittlerweile mehr als zehn Jahre bestehenden Gründungsbüro TU & HS Kaiserslautern. In zahlreichen Veranstaltungen, aber auch in persönlichen Gesprächen ist das Gründungsbüro stets nah an Gründungsinteressierten und den Menschen, die in der Realisierung eigener Ziele ihre Mission sehen. Es vermittelt Wissen und Erfahrung, vor allem aber den Spaß daran, eigene Ideen in die Tat umzusetzen.

Die Initiative zur Einrichtung des Gründungsbüros hatte Auswirkungen auf das ganze Land Rheinland-Pfalz. Nach dem Vorbild in Kaiserslautern wurden nach und nach an den Hochschulstandorten Koblenz-Landau, Mainz, Trier und Worms Gründungsbüros aufgebaut, die heute partnerschaftlich zusammenarbeiten und für mehr Gründergeist im Land sorgen. Die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen in Kaiserslautern in der Gründungsförderung gilt als Leuchtturmprojekt und wird als Best-Practice-Beispiel wahrgenommen. In den deutschlandweiten Vergleichen besetzt das Gründungsbüro stets Spitzenpositionen und wird aufgrund seiner spezifischen Expertise zu Gründerevents in der ganzen Bundesrepublik eingeladen.

Aus einem anfänglichen Projekt wurde mit der Zeit eine etablierte, dauerhafte Einrichtung an der Technischen Universität, die eigene Akzente zum Nutzen von Region, Mensch und Umwelt setzt und einen Beitrag zur Regionalentwicklung durch die TUK leistet. So startete das Gründungsbüro mit Ideenwald-Crowdfunding ein weiteres bundesweit geschätztes Vorhaben, das neue Themen in die Region trägt und den Transfer von Wissen in die Gesellschaft unterstützt. Ideenwald-Crowdfunding möchte eine Kultur der Kreativität schaffen und so neuen Ideen und Denkstrukturen in unserer Region zum Durchbruch verhelfen.

Um stets über aktuelle Trends im Bilde zu sein, hat sich das Gründungsbüro bereits in seinen Anfangszeiten bundesweit vernetzt. Auch in der Großregion mit Partneruniversitäten in Luxemburg, Liège, Metz, Nancy, Trier und Saarbrücken bestehen langjährige Kontakte, die in der Zwischenzeit in der Umsetzung erster internationaler Projekte mündeten. In Zukunft soll die internationale Zusammenarbeit eine noch größere Rolle spielen, um von den besten in Europa zu lernen – zum Nutzen für unsere Region.

Mit dem Gründungsbüro wurde die Grundlage dafür geschaffen, dass in der Zwischenzeit rund neun Millionen Euro unmittelbar in die Förderung von Start-ups und Gründungskultur geflossen sind und das Thema Unternehmensgründung in Hochschulen, Stadt und Region mehr und mehr auf die Agenda gerückt ist. Auch für die Entstehung des Lehrstuhls für Entrepreneurship an der Technischen Universität Kaiserslautern hat es den entscheidenden Impuls geliefert. In der Zwischenzeit ist aus der anfänglichen Initiative eine Gründerszene entstanden und zahlreiche Start-ups bringen Wissen und Technologie aus den Hochschulen und Forschungsinstituten in die Wirtschaft und sorgen für Innovation und Arbeitsplätze in die Region.



Dr. Bernhard Schu
Gründungsbüro

Um vom stressigen Studien- und Forschungsalltag abzuschalten, ist Sport ein probates Mittel. An der Universität Kaiserslautern war dies schon immer ein großes Thema.

In den Gründungsjahren lag der Fokus auf dem Freizeitsport. Insgesamt 17 verschiedene Sportarten richteten sich nach dem Interessentenkreis sowie den zur Verfügung stehenden städtischen Hallen- und Außensportanlagen. In einigen davon wurde leistungsorientiertes Training angeboten.

Durch die Verankerung des Hochschulsports im Hochschulrahmengesetz ergab sich für die Universität die Möglichkeit, endlich eine Planstelle für die Wahrnehmung der vielfältigen Koordinierungsaufgaben einzurichten, die im Oktober 1978 mit dem Diplomsportlehrer Götz Birnmeyer als neuer Leiter des Hochschulsports besetzt werden konnte. Dieser arbeitete bei der Weiterentwicklung und Organisation des Sportangebots eng mit dem AStA-Sportreferat zusammen.

Bis 1983 besaß der Hochschulsport keine campuseigenen Sportanlagen und stieß immer wieder an seine Kapazitätsgrenzen mit über 1.000 Teilnehmern pro Woche. Sportarten wie beispielsweise Basketball, Gymnastik, Fußball, Judo, Karate, Konditionstraining, Schwimmen, Volleyball oder auch Tennis gehörten zum Angebot der ersten Jahre.

Für die neue Universitätssportanlage waren inklusive Sporthalle insgesamt 5,3 Millionen DM Baukosten veranschlagt worden. Nach der Fertigstellung im Jahr 1983 gab es alleine in den Innenbereichen eine Nutzfläche von 1.900 Quadratmetern für eigene Übungsräume, um das Sportangebot weiterzuentwickeln und auszubauen.

1984 bot der Hochschulsport bereits 30 verschiedene Sportarten an. Dies war nur mit der Unterstützung des städtischen Sportamts, dem Sportbund Pfalz, dem Landessportbund sowie verschiedenen lokalen Vereinen möglich.

Aktuell bietet der UNISPORT über 90 Sportarten für Mitarbeiter, Studierende und Gäste an. Zudem organisiert er Wettkämpfe, Freizeiten und qualifizierte Betreuung im anliegenden Fitnessstudio UNIFIT, das 2009 seine Türen geöffnet hat.

Rund 11.000 Nutzer machen jede Woche von den Angeboten des UNISPORTs Gebrauch – Tendenz steigend. Auch das Thema „Studentisches Gesundheitsmanagement“ rückt immer stärker in den Fokus. Hier bietet der Unisport ein umfangreiches Programm an, damit Studierende einen Ausgleich zum Studienalltag finden. Mit diesen Angeboten dient der Unisport anderen Hochschulen deutschlandweit als Vorbild.

Aber auch die vom UNISPORT organisierten Veranstaltungen sind über Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Seien es der Sommerball, das Weinfest, die Sportlerparty, das Uni-Sport-Festival oder auch die Uni-Villa-Wanderung – sie alle locken nicht nur Angehörige der Universität auf den Campus, sondern auch Bürger aus Kaiserslautern.

Seit mittlerweile mehreren Jahren beschäftigt sich die TUK intensiv mit dem Thema Studierendengesundheit, damit Studierende „neben bester wissenschaftlicher Ausbildung und Qualifikation auch gesund aus der universitären Ausbildung auf den Arbeitsmarkt gebracht werden. Die TUK kümmert sich um die Studierenden als Ganzes, nicht einzig um ihre wissenschaftliche Qualifikation“, betont Prof. Dr. Helmut J. Schmidt, Präsident der TUK. Die daraus abgeleiteten und entwickelten Maßnahmen zum studentischen Gesundheitsmanagement werden seit 2015 unter dem Titel „CampusPlus“ durch den UNISPORT der TUK umgesetzt. Dabei wird das Projekt von Beginn an von der Techniker Krankenkasse als starker Partner unterstützt.
 
Die Maßnahmen von CampusPlus basieren konzeptionell auf dem University Health Report, zuletzt 2018 durchgeführt, und zielen auf die bio-psycho-soziale Gesundheit der Studierenden ab. Angebote zur Gesundheitssensibilisierung, Entschleunigung, Bewegungsförderung sowie zum Kreieren von sozialen Räumen und dem Fördern des allgemeinen Wohlbefindens stehen im Vordergrund. Zu den ersten Maßnahmen zählten 2015 das Aufhängen von Hängematten auf dem Campus sowie die Einrichtung eines Spiele- und Pausenangebots vor der Mensa, mit dem Studierende und Mitarbeiter ihre Pause aktiver gestalten können. Nach und nach wurde das Angebot immer breiter und vielfältiger, heute zählen zum Beispiel der kostenlose Mountainbike-Verleih und das Café TUK-TUK zu den zahlreichen CampusPlus-Maßnahmen, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Über die Jahre haben sich auch Events wie die OpenStage oder das OpenAirKino etabliert. In gemütlicher Stimmung kommen so jeden Sommer hunderte Studierende in das Amphitheater auf dem Campus, um gemeinsam schöne Abende zu verbringen.

Trotz der jungen Geschichte wurden CampusPlus in den letzten Jahren einige bedeutende Auszeichnungen verliehen. Dazu zählte 2018 der Corporate Health Award in der Kategorie „Sonderpreis Gesunde Hochschule Studentisches Gesundheitsmanagement“, den die TUK als erste Universität Deutschlands erhielt. Im Jahr 2019 folgte das nächste Highlight mit dem Gewinn des ENAS-Awards, der CampusPlus für das an der TUK entwickelte und App-basierte Spiel „Game of TUK“ verliehen wurde. Der ENAS-Award stellt eine der höchsten europäischen Auszeichnungen im Hochschulsport dar – demnach eine herausragende Bestätigung für die hohe Qualität der Arbeit des CampusPlus-Teams.

Verständnis, Konzeption und Umsetzung des studentischen Gesundheitsmanagements basieren bei CampusPlus auf der strukturell konsequent umgesetzten studentischen Partizipation. Von der Ideenfindung bis hin zur Durchführung der Einzelmaßnahmen lautet das Vorgehen grundsätzlich: von Studierenden für Studierende.

 
Julia Müller
UNISPORT


CampusKultur ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der TUK. Sie bietet Studierenden und Beschäftigten, aber auch anderen Interessierten eine Plattform, um zusammenzukommen, zu diskutieren, gemeinsam künstlerisch aktiv zu sein und sich mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen zu beschäftigen. CampusKultur ging aus dem ehemaligen „Studium integrale“-Zentrum hervor, das Geschäftsführerin Ulrike Annecke 2015 umstrukturiert und inhaltlich neu ausgerichtet hat.

Das Zentrum startete zunächst 1989 als Vortragsreihe in der Kammgarn, ein Jahr später erhielt es seinen Namen und bot unter der Überschrift „Mehr Wissen – weiter denken“ regelmäßig wissenschaftliche Vorträge auf dem Campus an. Bis 2008 hatte Dr. Sigrid Zamani die Geschäftsführung der Abteilung inne, 2008 folgte Dr. Esther Leroy und seit 2014 zeichnet Ulrike Annecke verantwortlich für die Abteilung.

Die bereits 1976 gegründeten Gruppen Klassisches Orchester, der Klassische Chor sowie die Theater-AG wurden nach und nach ebenso unter das Dach des Studium integrale-Zentrums gestellt wie die Ausstellungstätigkeiten in der Universitätsbibliothek, die 1987 starteten. Hinzu kamen die ebenfalls 1987 gegründete Uni BigBand und der 1988 gegründete Moderne Chor „Haste Töne“. Das Studium integrale-Zentrum wuchs über die Jahre mit der 1994 gegründeten Foto- und Labor-AG, CampusTV, dem Debattierclub DebatING, gegründet 2008, sowie der Irish Folk-AG seit 2017.

CampusKultur unterstützt alle Kulturschaffenden auf dem Campus und sorgt für den reibungslosen Ablauf von Veranstaltungen, kümmert sich im Vorfeld um Werbung, Öffentlichkeitsarbeit, Organisation, Technik, inhaltliche Fragen und Kooperationen innerhalb und außerhalb der TUK. Im gemeinsamen künstlerischen Schaffen entstehen gleichermaßen Zusammenhalt und Austausch, Kreativität, Inspiration, Ehrgeiz und Teamplay – auch unverzichtbar in Innovation und Technik, Lehre und Wissenschaft.

Neben der Betreuung der künstlerischen Angebote gestaltet das Team von CampusKultur in jedem Semester eine Veranstaltungsreihe zu aktuellen gesellschaftlichen Themen wie „Heimat“, „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“, „Privatsphäre“ oder „Freiheit“. Aus der ehemaligen Vortragsreihe ist unter dem neuen Namen CampusKultur eine deutlich breiter gefächerte Veranstaltungsreihe geworden. Sie bietet etwa Workshops, Exkursionen (unter anderem Pfaff-Gelände Kaiserslautern, die Ramstein Air Base, Technoseum Mannheim), Ausstellungen, Vorträge (unter anderem Holocaustüberlebende Erna de Vries und Margot Wicki-Schwarzschild, Satiriker Martin Sonneborn, Fotograf Gregor Sailer), Wettbewerbe und Lesungen (unter anderem Kriegsreporter Beschäftigte ihre gesellschaftliche Verantwortung zu verdeutlichen und ein verantwortungsvolles eigenes Handeln mit dem an der TUK gewonnen Wissen zu fördern. Gleichzeitig werden allen Gästen neue Ideen und Möglichkeiten des Engagements aufgezeigt.

CampusKultur bereichert nicht nur das Campusleben, die Einrichtung ist auch Botschafter der TU Kaiserslautern – dank zahlreicher Kooperationen, unter anderem mit dem Pfalztheater, dem Stadtmuseum, dem Kulturreferat, der JAZZBÜHNE, der Künstlerwerkgemeinschaft, Kulturverbänden umliegender Gemeinden und durch Auftritte in Mainz, Karlsruhe, Bonn, Landau und vielen weiteren Orten.

Um eine breite Beteiligung zu ermöglichen, sind die Veranstaltungen für Mitwirkende sowie Besucherinnen und Besucher in der Regel kostenlos. Pro Semester begrüßt CampusKultur aktuell bis zu 6.000 Besucherinnen und Besucher zu rund 25 Veranstaltungen, Tendenz steigend.


Ulrike Annecke
CampusKultur

„In der Öffentlichkeit wird die Technische Universität bisweilen bereits als ‚Fernuniversität Kaiserslautern’ angesehen“ (Peter Faulstich, Gernot Gräßner, Ursula Bade-Becker und Bianca Gorys 2007, S. 154).

Auch wenn diese Perspektive nur einen Teilbereich des Lehrangebots der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) in den Blick nimmt, zählt das Distance and Independent Studies Center (DISC) mit rund 4.200 Fernstudierenden und 70 Mitarbeitenden zu den großen zentralen wissenschaftlichen Einrichtungen auf dem Campus.

Zum Zeitpunkt der Gründung im Jahr 1992, als das Zentrum für Fernstudien und universitäre Weiterbildung (ZFUW) zunächst als Außenstelle der Fernuniversität Hagen startete, war noch nicht absehbar, welche Entwicklung die Einrichtung nehmen würde. Seit der Lancierung erster eigener Fernstudienangebote im Jahr 1994 hat sich das heutige Distance and Independent Studies Center zu einem der führenden Anbieter wissenschaftlicher Weiterbildung in Deutschland entwickelt und trägt darüber hinaus wesentlich zur sichtbaren Positionierung der TUK als einer Universität des lebenslangen Lernens bei, die Aus- und Weiterbildung in verschiedenen Phasen der akademischen und beruflichen Entwicklung ermöglicht.

Neben der Konzeption und Umsetzung berufsbegleitender postgradualer Fernstudiengänge gemeinsam mit den Fachbereichen der TUK und externen Kooperationspartnern nimmt das DISC auch Querschnittssaufgaben im hochschuldidaktischen Bereich wahr. Mit dem eTeaching Service Center und dem Selbstlernzentrum wird das Portfolio des DISC um Angebote, Serviceleistungen und -strukturen für Dozierende und Studierende der Hochschule erweitert.

Die langjährige Erfahrung in der Entwicklung von fernstudiendidaktisch konzipierten Studienangeboten, die anderen räumlichen und zeitlichen Anforderungen entsprechen als in der klassischen Präsenzlehre, begründet die umfassende Expertise des DISC im Arrangement von Lehr- und Lernszenarien, die zielgruppenadäquat gestaltet sind und den Einsatz digitaler Bildungsmedien integrieren. Der Fokus auf der Berücksichtigung individueller Lernbedürfnisse und -situationen, der sich im für die Einrichtung richtungsweisenden Konzept des „angeleiteten Selbststudiums“ widerspiegelt, ermöglicht die Umsetzung von wissenschaftlichen Weiterbildungsangeboten, zu denen auch nicht-traditionelle Zielgruppen wie Berufsqualifizierte Zugang haben. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen – u.a. durch die Digitalisierung bedingten – Transformationsprozesse in der Arbeitswelt und den damit einhergehenden bildungspolitischen Entwicklungen ist das Distance and Independent Studies Center seit mehr als 25 Jahren ein wichtiger Akteur auf dem Campus, dessen Einflussbereich weit über die Grenzen der TU Kaiserslautern hinausreicht.


Monika Haberer, Dr. Martin Pielach und Prof. Dr. Matthias Rohs
Distance and Independent Studies Center


zurück


Die Entwicklungsphasen des DISC

1992Gründung des Zentrums für Fernstudien und universitäre Weiterbildung

(ZFUW) zunächst als regionales Studienzentrum der Fernuniversität Hagen unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Rolf Arnold und der Geschäftsführung von Dr. Burkhard Lehmann
WS 1994/95Erste Durchführung ZFUW-eigener Zertifikatsstudiengänge „Medizinische Physik und Technik“ und „Erwachsenenbildung“ unterstützt durch Projektförderung der Bund-Länder-Kommission

1999Integration erster Online-Komponenten in die Studiengänge
WS 1999/00   

Überschreitung der Marke von 1.000 Studierenden, sechs eigene Studiengänge

2003erste Akkreditierung eines weiterbildenden Masterstudiengangs
(„Erwachsenenbildung“) durch eine externe Agentur
Seit 2003sukzessive Weiterentwicklung von
berufsbegleitenden Masterstudiengängen
WS 2004/05erster englischsprachiger Studiengang („Nanobiotechnology“)
2007Formierung des DISC (damals Distance and International Studies Center) als Zusammenschluss von ZFUW, eTeaching Service Center (eTSC) und International Graduate School (ISGS); Gründung der Fernstudienabteilungen Human Resources, Management & Law und Science & Engineering
2009Akkreditierung des ersten rein online-gestützten Studiengangs („Software Engineering for Embedded Systems“)
2010Wiederausgliederung der International Graduate School (ISGS)
201014 Studiengänge (zehn Masterstudiengänge, vier Zertifikate)
Seit 2010Seminarreihe „Diemersteiner Selbstlerntage“ für Studierende der TUK und weitere Maßnahmen zur Studienunterstützung
2011Einwerbung und Umsetzung großer Entwicklungsprojekte: „Offene
Kompetenzregion Westpfalz (Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung, offene Hochschulen“) und „Selbstlernförderung als Grundlage: die Förderung von Selbstlernfähigkeiten als integriertes Konzept universitärer Lehre“ (Bund-Länder-Programm „Qualitätspakt Lehre“) unter der Geschäftsführung von Dr. Markus Lermen
2011Selbstlernzentrum wird Teil der Abteilung Self-directed Learning & eLearning
Seit 2012Öffnung der Fernstudienangebote für Studieninteressierte ohne ersten Hochschulabschluss (Eignungsprüfung)
WS 2015/16Überschreitung der Marke von 4.000 Studierenden
2015Erster Kaiserslauterer Open Online Course (KLOOC)
201725-jähriges Jubiläum
2018DISC wird beliebtester Fernstudienanbieter Deutschlands
2019Ausscheiden des „Gründungsvaters“ Prof. Dr. Dr. h.c. Rolf Arnold und Übernahme der wissenschaftlichen Leitung durch Prof. Dr. Matthias Rohs
  • rund 4.200 Studierende, darunter 553 Berufsqualifizierte
  • rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • über 15.000 Absolventinnen und Absolventen (Fernstudium)
  • 23 postgraduale Master- und Zertifikats-Fernstudiengänge (19 Masterstudiengänge, vier Zertifikatsstudiengänge), davon sechs englischsprachig
  • vier Zertifikatskurse, drei Open Online Courses

  • über 4.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Seminar- und Kursangeboten des Selbstlernzentrums

Nachdem 1987 im Landeshochschulgesetz verankert wurde, dass die Hochschulen die Aufgabe haben, auf die Beseitigung der für Wissenschaftlerinnen bestehenden Nachteile hinzuwirken, richtete der Senat der Universität Kaiserslautern am 10. Februar 1988 einen Senatsausschuss für Frauenfragen ein – den heutigen Senatsausschuss für Gleichstellungsfragen. Er bestand anfangs aus acht engagierten Frauen. Die Unterpräsenz von Frauen bei Studierenden und im wissenschaftlichen Mittelbau sowie die Tatsache, dass es bis zu diesem Zeitpunkt keine Professorin an der Universität gab, veranlasste den neuen Senatsausschuss, auch in Kaiserslautern aktiv zu werden. Sein Anliegen war es, die Belange von Frauen an einer technisch-naturwissenschaftlichen Universität verstärkt einzubringen und somit die Studien- und Arbeitssituation zu verbessern. Initiativen und Angebote für Schülerinnen sollten mehr junge Frauen für die technisch-naturwissenschaftlichen Studiengänge begeistern und letztendlich gewinnen. Bei der Besetzung von Stellen sollten Frauen stärker berücksichtigt werden. Zudem sollte ein Informations-Netzwerk für Frauen im Studium, im wissenschaftlichen Mittelbau und im Beruf aufgebaut werden.

Ein weiteres großes Anliegen bestand darin, eine universitäre Kindertagesstätte einzurichten, damit Studierende und Beschäftigte auch mit Kind erfolgreich studieren bzw. arbeiten konnten. Seither wurden drei Kitas in der Nähe des Campus aufgebaut, die von der Universität unterstützt werden. Ergänzt wird das Betreuungsangebot durch ein mehrwöchiges Kinderferienprogramm, die Online-Platform „BabysitterBörse“ sowie durch punktuelle Betreuung bei Bedarf der Eltern. Seit 2005 trägt die Universität das Prädikat „Audit familiengerechte Hochschule“. Im Rahmen der Zertifizierung wurde u.a. die Familien-Service-Stelle eingerichtet, die als erste Anlaufstelle für Studierende und bedienstete Eltern dient. Neben Beratungen und Information stehen strukturelle Maßnahmen wie Verbesserungen von Arbeits- und Studienbedingungen oder die familienfreundliche Infrastruktur auf dem Campus auf der Agenda. Besonders gerne wird das Eltern-Kind-Zimmer von allen Statusgruppen angenommen. Veranstaltungen wie etwa der Family Welcome Day runden das Angebot ab.

1991 übernahm die Sozialwissenschaftlerin Dr. Doris Niemeyer als hauptamtliche Frauenreferentin das neu gegründete Frauenbüro. Seit 2018 steht die Stabstelle „Gleichstellung, Vielfalt und Familie“ unter der Leitung von Dr. Cornelia Rövekamp. Damit wurden neben der Erhöhung der Frauenanteile in den verschiedenen Statusgruppen weitere Themen aufgegriffen: Die Berücksichtigung von Diversity-Themen und der Abbau von genderspezifischen Stereotypen.

Viele der Themen, die in diesem Bereich von Bedeutung waren, sind in den vergangenen 30 Jahren angepackt worden, die Gleichstellung von Männern und Frauen schreitet voran. Zahlreiche Themen sind nach wie vor aktuell: die geringe Anzahl von Frauen in MINT-Fächern, in Leitungspositionen und bei den Professuren, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Auseinandersetzungen über Genderaspekte im universitären Umfeld.


In Zusammenarbeit mit Dr. Cornelia Rövekamp und Leslie Schleese

Stabsstelle Gleichstellung, Vielfalt und Familie

Rundumservice auf dem Campus

Ein 50. Geburtstag ist Anlass zu feiern. Und er ist, wie jeder „runde Geburtstag“ ab einem gewissen Alter, Gelegenheit, zurückzuschauen. Man erinnert sich, vergleicht die Gegenwart mit der Vergangenheit und geht in Gedanken noch einmal den Weg, den man zurückgelegt hat. So auch das Studentenwerk/Studierendenwerk Kaiserslautern.

1970 wurde das Studentenwerk als Abteilung der Universität Trier-Kaiserslautern gegründet. Ziel war es, eine Infrastruktur zu schaffen, eine funktionierende Verwaltung aufzubauen und geeignetes Personal einzustellen. Am Anfang war das große Nichts, höchstens ein Provisorium. Es gab keine Mensa (die wenigen eingeschriebenen Studenten wurden im Gebäude der Pädagogischen Hochschule mit Essen versorgt), es gab keine Cafeteria, keine Kindertagesstätte, keine soziale Betreuung. Man hatte aber erkannt, dass eine funktionstüchtige und leistungsstarke soziale und wirtschaftliche Infrastruktur unverzichtbar ist, wenn ein Studium nicht ein Privileg weniger Wohlhabender sein soll.

Im Jahr 1974 nabelte sich das Studentenwerk Trier-Kaiserslautern von der Universität ab und wurde eine eigenständige Anstalt des öffentlichen Rechts. Die Trennung des gemeinsamen Studentenwerks erfolgte zum 1. Januar 1977. Bereits zwei Jahre später konnte die Mensa am heutigen Standort mit 1.270 Plätzen in Betrieb genommen werden, wo täglich durchschnittlich rund 3.000 Essen produziert und ausgegeben werden. Nicht nur in der Mensa, sondern auch in unseren Cafeterien hält es ein schmackhaftes, preiswertes und abwechslungsreiches Essensangebot bereit. Nach und nach kamen Studierendenwohnheime dazu und so sorgt es heute mit rund 2.100 Bettplätzen für bezahlbares und hochschulnahes Wohnen für die Studierenden. Auch sein Beratungsnetzwerk und seine Kinderbetreuungseinrichtung können sich sehen lassen.



Das heutige Studierendenwerk Kaiserslautern, wie es nunmehr seit 2006 heißt, ist ein soziales Dienstleistungsunternehmen, das gemeinsam mit den Hochschulen zum Wohl der Studierenden wirkt. Die Rahmenbedingungen haben sich im Laufe der Jahrzehnte stark verändert. Die Studienform, die Studierendenzahlen, die Internationalisierung, die Essgewohnheiten stellen das Studierendenwerk täglich vor große Herausforderungen. Es bietet ein breites Leistungsangebot an – von Verpflegung über Wohnen, Studienfinanzierungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote, Kinderbetreuung in der eigenen Kita Spielwerk bis hin zur Kultur. Heute kümmern sich rund 220 Beschäftigte um über 20.000 Studierende an drei Hochschulstandorten.

Nicht Gewinnmaximierung, sondern Orientierung an den Bedürfnissen der Studierenden steht im Mittelpunkt. Mit seinen Service- und Beratungsangeboten ermöglicht es, dass Studieren für alle gelingt – unabhängig von der sozialen Herkunft und vom finanziellen Hintergrund der Eltern.


Gerlinde Bernath
Studierendenwerk

Zum Seitenanfang