Jubiläum 2020

Talente unterstützen und die Universität voranbringen

Die Technische Universität Kaiserslautern liegt vielen Menschen am Herzen. In Rahmen von Stiftungen, Förderprogrammen und Stipendien unterstützen sie Studierende, Forschungsarbeiten oder andere Projekte. Vieles davon wäre ohne ihr Engagement gar nicht umsetzbar. Die Stiftung für die TU Kaiserslautern bietet mit ihrem Tagungszentrum Villa Denis in Diemerstein den Arbeitsgruppen aus den Fachbereichen etwa die Möglichkeit, in aller Ruhe und Abgeschiedenheit an neuen Forschungsanträgen zu feilen. Vom Deutschlandstipendium profitieren beispielsweise viele Studierende. Förderer wie Prof. Dr. Erwin Roeder unterstützen die jungen Menschen finanziell, sodass sich diese auf ihre Studium konzentrieren können. Auch der Freundeskreis der TU Kaiserslautern, den es schon vor der Gründung der Universität gab, ist hier als ein prominentes Beispiel zu nennen. Er zeichnet jedes Jahr unter anderem hervorragende Abschlussarbeiten mit einem Geldpreis aus oder bietet finanzielle Hilfe, um Forschungsprojekte anzustoßen. Dank dieser tatkräftigen Unterstützung sind in den letzten 50 Jahre zahlreiche Ideen und Projekte realisiert und umgesetzt worden.

Bereits 2006, noch bevor die Stiftung für die TU Kaiserslautern ins Leben gerufen wurde, gab es verschiedene Stiftungen, denen es ein Anliegen war, die TU Kaiserslautern in verschiedenen Bereichen zu unterstützen, zum Beispiel bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Dazu zählen beispielsweise die Familie Dr. Jürgen Ziegler-Stiftung (gegr. 1988), die Kreissparkassen-Stiftung (gegr. 1984), die Prof Dr. Drs. h.c. Adolf Steinhofer-Stiftung (gegr. 1990), die Prof. Gernot Rumpf-Stiftung (gegr. 1999) und die Otto A. Wipprecht-Stiftung (gegr. 1999).

Zu dieser Zeit signalisierte die Rheinland-Pfalz Bank, eine TU-eigene Stiftung zu unterstützen. Hinzu kam ein Vortrag von Prof. Dr. Bernd Andrick, einem renommierten Experten zum Stiftungsrecht, vor dem Hochschulkuratorium.

Beides nahm Universitätspräsident Prof. Dr. Helmut J. Schmidt zum Anlass, verschiedene Personen und Institutionen anzusprechen – mit dem Ziel, die Stiftung für die TU Kaiserslautern zu gründen. 2006 lagen von neun Gründungsstiftern die Zusagen vor. Zusammen brachten sie ein Gründungskapital von 180.000 Euro auf. Dabei handelt es sich um: Dr. Gerhard F. Braun, Otto Buhler, den Freundeskreis der TU Kaiserslautern, die Kolbenschmidt Pierburg AG, die Landesbank Rheinland-Pfalz, Hannelore und Manfred Lenhart, Prof. Dr. Madhukar Pandit, Josef Skipiol und Prof. Drs. Heinrich Zankl.

Am 19. Juli 2006 war es dann soweit: In einem feierlichen Festakt wurde die Stiftung ins Leben gerufen. Sie ist als Bürgerstiftung angelegt und eine öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts. Erster Kuratoriumsvorsitzender wurde Präsident Prof. Dr. Helmut J. Schmidt. Zum ersten Vorstand der Stiftung bestellt wurden im Oktober 2006 zudem Diplom-Ingenieur Ulrich Putsch und Dr. Annette Mechel.

Mit der Stiftung für die TU Kaiserslautern kann die Universität Projekte verwirklichen, die in dem öffentlichen Haushalt der Universität nicht abbildbar wären, aber das Ansehen der Universität und ihre Verankerung in der Region stärken.

So wird das erste Fundraisingprojekt in den Jahren 2007 und 2008 verwirklicht – der Kauf der Villa Denis, eine unter Denkmalschutz stehende Villa in Frankenstein. Sie zählt zu den seltenen erhaltenen Gebäuden, die im Stil des von Italien abgeleiteten bayerischen Klassizismus erbaut wurden.

Mit dem Kauf gelingt es, die Stiftung in den Fokus des öffentlichen Interesses zu rücken und das Stiftungskapital zum ersten Mal deutlich zu erhöhen. Am 13. Mai 2008 kaufte die Stiftung die Villa für 1,25 Millionen Euro. Am 22. Juli 2008 erwarb sie außerdem die benachbarte Burgruine Diemerstein sowie 2,5 Hektar Wald für einen symbolischen Euro. Damit war der Grundstein für das Tagungszentrum Villa Denis gelegt. Hier können sich zum Beispiel Forschergruppen zurückziehen und in der Abgeschiedenheit über neue Projekte nachdenken. Die Villa bietet Tagungsteilnehmern die nötige Ruhe, um konzentriert zu arbeiten. Von Jahr zu Jahr nutzen immer mehr Arbeitsgruppen die Zurückgezogenheit für ihre Veranstaltungen.

Im selben Jahr erweitert die TUK-Stiftung außerdem ihr Angebot und ermöglicht es drei unselbstständigen Stiftungen, sich unter ihrem Dach zu gründen. Dabei handelt es sich um die Stiftung Bildung für Kinder, die Helmut-Ehrhardt-Stiftung für Physik sowie die Professor-Erwin-Roeder-Stiftung.

Für 250.000 Euro erwarb die Stiftung im Oktober 2013 das Gästehaus in unmittelbarer Nähe der Villa Denis. Damit war der Weg für eine Erweiterung des Tagungszentrums geebnet. Gästen kann künftig eine Übernachtungsmöglichkeit geboten werden. Für den Ausbau des Gebäudes richtete die Stiftung einen Wettbewerb aus. Dies geschah auf Anregung des Fachbereichs Architektur. Als Gewinner ging das Architekturbüro BAU EINS hervor. Ihr Entwurf war der einzige, der eine Erweiterung des Gästehauses in Richtung Villa Denis plante und damit den Ensemble-Charakter betonte.

In der darauffolgenden Fundraising-Kampagne, die zwischen 2015 und 2016 lief, wurde die Steinhofer-Stiftung als Teilhaberin des Tagungszentrums Villa Denis gewonnen. Sie beteiligte sich mit einer Einlage von 530.000 Euro an dem Vorhaben. Zusätzlich warb die Stiftung 1,5 Millionen Euro projektbezogener Mittel ein. Das Architekturbüro BAU EINS erhielt in der Folge den Auftrag für Um- und Ausbau des Gästehauses. Am 25. April 2019 wurde das Gästehaus schließlich feierlich eröffnet. Es bietet 20 Einzelzimmer und einen Anbau in rotem Sichtbeton – der sich darin befindende Raum wurde zu Ehren des wichtigsten Förderers Professor-Erwin-Roeder-Saal genannt.

Neben den eigenen Projekten fungiert die Stiftung auch als Motor für einige Meilensteine in der Weiterentwicklung der TUK. Seit 2011 finden in der Villa Denis verschiedene Veranstaltungen des Deutschlandstipendiums statt, wie beispielsweise das Stipendiatentreffen. Viele der Stifter engagieren sich mittlerweile auch bei diesem Stipendienprogramm, das von der Bundesregierung gefördert wird. Sie sind nun selbst Förderer und unterstützen Studierende der TU Kaiserslautern.

Auf der Basis eines Erbpachtvertrages erwirbt die TUK 2013 die Grundstücke der ehemaligen Evangelischen Heime im Diemersteiner Tal. Damit errichtet sie ihr erstes und bisher einziges Körperschaftsvermögen. Das Gelände gibt ihr Raum für Entwicklungen, die auf dem Campus nicht zu verwirklichen wären.

2018 erhält die Stiftung die Villa Mack durch eine Schenkung. Noch im selben Jahr wird das Anwesen für 360.000 Euro verkauft. Mit diesen Mitteln wird in der nächsten Zeit auf dem Gelände des Körperschaftsvermögens ein neuartiger Holzbaucampus des Fachbereichs Architektur entstehen. Dieser kann als Alleinstellungsmerkmal der TUK angesehen werden. In Europa gibt es bislang nur ein vergleichbares Zentrum an der renommierten AA School of Architecture in London.

Inzwischen ist das Vermögen der Stiftung auf über drei Millionen Euro angewachsen. Für die Zukunft ist die Stiftung hervorragend aufgestellt.


Dr. Annette Mechel
Stiftung für die TU Kaiserslautern

 

 

Deutschland braucht leistungsfähigen Nachwuchs – deshalb unterstützen der Bund und private Förderer seit 2011 die Spitzenkräfte von morgen mit dem Deutschlandstipendium. Das gemeinsame Engagement trägt dazu bei, dass leistungsstarke Studierende ihr Potenzial ausschöpfen. Nach dem Prinzip „Die eine Hälfte vom Bund, die andere Hälfte von privaten Förderern“ kommt den Stipendiatinnen und Stipendiaten eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 300 Euro monatlich für mindestens ein Jahr zugute. An der TUK wurden seit dem Start des Programms rund 4,1 Millionen Euro eingeworben und bereits über 1.000 Studierende mit dem Deutschlandstipendium ausgezeichnet. Damit liegt die TUK nur knapp hinter der Förderzahl der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und gehört damit zu den stärksten Hochschulen in Rheinland-Pfalz in diesem Programm.     



2019/2020 unterstützen 50 Förderer aus Unternehmen, Verbänden, Stiftungen und Privatpersonen 131 Studierende an der TU Kaiserslautern. Diese kommen nicht nur aus Stadt und Region, sondern etwa auch aus Bayern und Niedersachsen.



Innerhalb weniger Wochen konnten 2011 die ersten 14 Förderer für das Deutschlandstipendium gewonnen werden, um schon in 2012 einen sprunghaften Zuwachs auf 40 Förderer und 124 Stipendiatinnen und Stipendiaten zu erreichen.



Zahlreiche Studierende leisten schon früh Herausragendes in Studium, Familie und Gesellschaft und überzeugen durch ihre Bereitschaft, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Das beweisen die in jedem Jahr rund 250 eingehenden Neu-Bewerbungen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung sind nämlich nicht nur sehr gute Leistungen in Schule (Abitur) und Studium, sondern auch der Nachweis eines über das Studium hinaus gehenden gesellschaftlichen Engagements oder ein besonders herausfordernder biografischer Hintergrund.



Nach einer Vorauswahl durch die Fachbereiche werden die Bewerberinnen und Bewerber zu Auswahlgesprächen in die Villa Denis, dem Stiftungshaus der TUK, eingeladen. Hier werden an nur einem Tag bis zu 100 Gespräche in parallelen Gutachtergruppen geführt. Bei den Auswahlgesprächen läuft das besondere Engagement von Hochschulleitung, internen und externen Gutachterinnen und Gutachtern und Förderern zusammen: Nicht nur jedes Mitglied der Hochschulleitung beteiligt sich aktiv als Gutachter, sondern auch zahlreiche Professorinnen, Professoren, Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer aus den Fachbereichen investieren Zeit in das Kennenlernen und die Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten. Interessierte Förderer können an diesen Gesprächen in beratender Funktion teilnehmen. So wird die Auswahl unserer Stipendiatinnen und Stipendiaten für die Mittelgeber konkret erlebbar. Darüber hinaus gewinnen sie persönliche Kontakte zur Hochschulleitung und weiteren Mitgliedern der TUK.



Welche Motivation treibt die Förderer an, sich zu engagieren? Auf den ersten Blick geht es darum, potenzielle Fachkräfte kennenzulernen, frühzeitig für ihre Unternehmen zu begeistern und sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Doch der „Profit“ für die Förderer ist ein noch größerer und nicht selten auch ein persönlicher: Sie erhalten wertvolle Impulse durch den Austausch von Praktikern und Theoretikern, Jung und Alt. Zum Beispiel in Form von Abschlussarbeiten von Studierenden oder Mentoring-Programmen. Und sie geben etwas zurück: Viele Alumni der TUK fühlen sich ihrer „Alma Mater“ weiterhin verbunden. So manch junge Studentin und junger Student hat selbst von einer Förderung profitiert und möchte nun dazu beitragen, dass auch künftige Studierende die besten Bedingungen an ihrer Universität vorfinden. So geben sie einen Teil ihres Erfolges an nachfolgende Generationen weiter. 



Seit 2017 unterstützt etwa eine Gruppe ehemals durch das Deutschlandstipendium Geförderter nun selbst das Förderprogramm mit einem Stipendium. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten wiederum profitieren nicht nur von der finanziellen Unterstützung: Sie gewinnen bereits während ihres Studiums wertvolle Kontakte in die Industrie, aber auch zu Verbänden und Stiftungen. Aus dieser Vernetzung sind bereits nicht nur zahlreiche Praktika, sondern auch feste Arbeitsverhältnisse entstanden.



Ein unverzichtbarer Teil der Beziehungspflege zu den Förderern des Deutschlandstipendiums ist das Danken. Die längst fest etablierte Dankbarkeitskultur drückt sich in vielfältigen Maßnahmen aus. Zu diesen gehören die von den Förderern sehr geschätzten Events wie das jährliche Sommertreffen und die feierliche Stipendienübergabe. Aber auch Dankanzeigen in der Presse, die Herstellung von Kontakten in die Fachbereiche, Einladungen des Präsidenten und die Einbindung in die großen Events der TUK stärken die Fördererbindung. Nicht zuletzt sorgt die aufmerksame und wertschätzende Betreuung der Mittelgeber durch die Koordinatorin des Förderprogramms für Kontinuität und Spenden-Upgrades. 



Für die „hervorragende Spenderpflege“ wurde die TUK am 3. April 2018 mit dem Anerkennungspreis des Deutschen Hochschulfundraising-Preises 2018 des Deutschen Hochschulverbandes (DHV) in Berlin ausgezeichnet.



Das Deutschlandstipendium trägt zur Profilstärkung und Reputation der TUK bei und sorgt vor Ort für ein leistungsfähiges Netzwerk. Neben der Auszeichnung für die Stipendiatinnen und Stipendiaten beinhaltet es für die Universität die Chance, Akzente im Wettbewerb zu setzen.


Carla Sievers

Koordination Deutschlandstipendium


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Sein Leben hat Werkstoffforscher Dr. Erwin Roeder, emeritierter Professor der TU Kaiserslautern, in den Dienst der Wissenschaft und Lehre gestellt. Der 92-Jährige hält seiner Universität weiterhin die Treue. Er engagiert sich in der Stiftung für die TU Kaiserslautern und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs beim Deutschlandstipendium.

Der Durst nach Wissen treibt ihn weiterhin an: Prof. Erwin Roeder sammelt auch nach seiner wissenschaftlichen Karriere Zeitungen, Artikel und Bücher, die er in Regalen und Schränken stapelt. „Bald geht mir der Platz aus“, sagt er mit einem Lächeln. „Aber ich möchte mir nach wie vor einen Überblick über die aktuelle Forschung verschaffen.“ Um sich weiterzubilden, ist der Professor im Ruhestand auch regelmäßig auf dem Campus anzutreffen: Er besucht unter anderem Vorträge und Kolloquien in der Werkstoffkunde. Aber auch in der Mensa begegnet man ihm. Dabei ist stets Zeit für einen Plausch mit ehemaligen Kollegen.

Bis 1994 lehrte und forschte Prof. Roeder an der TU Kaiserslautern. „Das war für mich der Himmel“, sagt er rückblickend. „Schon immer war es für mich ein Herzenswunsch, mein erworbenes Fachwissen an junge Menschen weiterzugeben. Dabei wollte ich meinen Zuhörern möglichst umfassende Kenntnisse auf meinem Lehrgebiet vermitteln, um ihnen so den Einstieg in ihr künftiges Berufsleben zu erleichtern und ihnen zugleich eine solide Grundlage für eine weitere erfolgreiche Tätigkeit schaffen.“ Da er keine Familie gehabt habe, sei er ganz in seiner Arbeit aufgegangen.

Als er 1947 sein Studium der Allgemeinen Elektrotechnik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen aufnahm, konnte er nicht wissen, dass er sich später ganz und gar der Werkstoffkunde verschreiben sollte. In Aachen schloss er 1958 seine Promotion ab. Es folgte ein Aufenthalt am renommierten Natuurkundig Laboratorium der N.V. Philips' Gloeilampenfabrieken im niederländischen Eindhoven, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an Grundlagen von Werkstoffen der Elektrotechnik, wie dem Wolfram für Glühlampen und den Eisen-Silizium-Legierungen für Transformatoren, forschte.

1960 wechselte Roeder in das Philips Forschungslaboratorium nach Aachen über, wo ihn zum 1. April 1975 der Ruf als Professor auf den Lehrstuhl für Werkstoffkunde und Mechanische Technologie an der damals noch jungen Universität Kaiserslautern erreichte. Dort nahm er unter anderem seine Forschung zum Strangpressen von Glasschmelzen, einem für die Glasindustrie damals noch neuartigen Formgebungsverfahren, auf. – Sie führte schließlich zwischen 1985 und 1999 zur Auslieferung von drei großen Strangpresseinrichtungen an namhafte Industrieunternehmen in Japan und Frankreich.

Daneben widmete sich Prof. Roeder in seiner Forschung einer Vielzahl anderer Themen, unter anderem der Verarbeitung höchstschmelzender Werkstoffe für die Lichterzeugung, dem Schwingfestigkeitsverhalten hochlegierter Stähle unter gleichzeitiger thermischer und korrosiver Beanspruchung sowie dem Verschweißen von Gläsern, Glaskeramiken und Keramiken mit Metallen mittels Ultraschall. Für Letzteres erhielt er 1992 den Innovationspreis des Landes Rheinland-Pfalz.

Als Hochschullehrer hielt Prof. Roeder mehr als 1.400 Vorlesungen für Studierende des Maschinenbaus, des Wirtschaftsingenieurwesens und der Elektrotechnik. Ergänzend hierzu entstanden an seinem Lehrstuhl etwa 500 Studien- und Diplomarbeiten sowie 20 Dissertationen. Des Weiteren wurden seine wissenschaftlichen Arbeiten durch drei Patenterteilungen gekrönt. – Von 1983 bis 1987 war er Prodekan und Dekan des Fachbereichs Maschinenbau und Verfahrenstechnik.

Auch in seinem Ruhestand, seit 1994, fühlt sich der Emeritus der TU Kaiserslautern weiterhin stark verbunden. So rief er vor einigen Jahren die Professor-Erwin-Roeder-Stiftung ins Leben. Sie ist unter dem Dach der Stiftung für die TU Kaiserslautern angesiedelt. Außerdem fördert er Studierende mit dem Deutschlandstipendium. „Helfen zu dürfen ist etwas Beglückendes, vor allem im Alter“, begründet er sein Engagement. „Die Studierenden können sich auf diese Weise ohne allzu große materielle Sorgen voll und ganz auf ihr Studium konzentrieren und ihre Persönlichkeit weiterbilden.“ „Seine Universität“ sieht Prof. Roeder auf einem guten Weg: „Sie soll sich weiterhin durch hohe Qualität in Lehre und Forschung zu einer Vorzeige-Hochschule in Rheinland-Pfalz entwickeln. Zudem hoffe ich, dass das gute menschliche Verhältnis zwischen Universitätsleitung, Professoren und Studierenden auch künftig erhalten bleibt.“

Durch seine Tätigkeit als Professor wollte er bei jungen Menschen so viel Interesse und Liebe zur Wissenschaft wecken, „dass wenigstens einige von ihnen ihr späteres Berufsleben der Forschung und Lehre widmen würden“, sagt der Emeritus. Dieser Wunsch ist bereits mehrmals in Erfüllung gegangen, indem vier seiner Doktoranden heute eine Professur auf dem Gebiet der Werkstoffkunde innehaben. Mit seinem augenblicklichen Engagement hofft er auf weitere Berufungen unter den jetzigen Studierenden. „Außerdem wünsche ich mir, dass die Absolventen ihre Studienzeit als eine wertvolle Zeit stets in angenehmer Erinnerung behalten mögen und ihrer Hochschule als Alumni gerne die Treue bewahren.“ – So wie auch er dies seit vielen Jahren tut.


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Die Gründung einer Universität in Kaiserslautern war eine herausragend weitsichtige und die für Stadt und Region wichtigste positive Entscheidung der rheinland-pfälzischen Landesregierung unter dem Ministerpräsidenten Dr. Helmut Kohl und dem federführenden Kultusminister Dr. Bernhard Vogel. Sie wurde von Anfang an vor Ort unterstützt. Zudem begleiteten sie bereits zu Beginn Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Gesellschaft, die sich noch vor dem formellen Gründungsakt der Universität als „Freundeskreis der TU Kaiserslautern e.V.“ konstituierten.

Nach einem stetigen Wachstum hat sich die Zahl seiner Mitglieder inzwischen bei 1.600 eingependelt, davon die Hälfte Alumni in sieben nach Fachbereichen gebildeten Sektionen. Im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützt der Freundeskreis seither die TU Kaiserslautern nach Kräften. Verglichen mit anderen Vereinigungen an alten oder in wirtschaftsstarken Regionen gelegenen Universitäten hilft er mit eher bescheidenen Mitteln dort, wo es die Haushaltsordnung nicht hergibt. Mehrere hundert Preise wurden in diesen Jahren für herausragende wissenschaftliche Leistungen, oder Wissenschaftsreportagen oder für Schüler bei Tagen der Mathematik oder Physik im Namen des Freundeskreises vergeben. Auch fördert der Freundeskreis wissenschaftliche, künstlerische und kulturelle Aktivitäten wie Chöre und Orchester oder auch den Sommerball, der sich in den letzten Jahren als glanzvolles gesellschaftliches Ereignis der Stadt etabliert hat. Hinzu kommen eine Vielzahl von Einzelprojekten, die erst durch die Unterstützung des Freundeskreises, etwa durch eine Anschubfinanzierung, möglich wurden.

Über die finanzielle Unterstützung hinaus liegt dem Freundeskreis die Verbundenheit von Stadt und Region und ihrer Menschen mit der TUK sowie deren Verankerung in der Gesellschaft am Herzen. Die TU Kaiserslautern soll nicht eine auf dem Campus am Waldrand angesiedelte Institution sein, mit der man Kontakt pflegt, sondern sie gehört dazu. Es ist unsere Universität, die mit ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen, mit Lehre und Forschung, mit dem Leben auf dem Campus und in der Stadt, mit allen an ihr tätigen Menschen – ob Professoren, Studenten, Hilfskräften, Angestellten oder Arbeitern – Teil der Stadt und ihrer Umgebung ist und zur Mitte der Gesellschaft gehört. Wenn sich diese Verbundenheit in den letzten Jahren besonders positiv entwickelt hat, ist dies sicherlich auch ein Verdienst der Angehörigen der TUK selbst, die sich in der Gesellschaft engagieren.

Nach 50 Jahren hat die TU Kaiserslautern einen hohen wissenschaftlichen Standard erreicht mit einem weithin anerkannten Renommee, ist ein Aushängeschild der Stadt Kaiserslautern und ein Leuchtturm der Region. Diesen Standard gilt es nicht nur zu halten oder gar zu verzetteln, sondern mit den an der TUK vorhandenen zukunftsweisenden Schwerpunkten auszubauen und weiterzuentwickeln. Der Freundeskreis ist stolz auf seine Universität und ihre Erfolge. Er ist dankbar, dass er daran einen – bescheidenen – Anteil haben durfte. Dieses Engagement will er auch in der Zukunft gerne fortsetzen und ist dankbar für jede Unterstützung seiner Arbeit. Der Freundeskreis freut sich auf jeden, ob Einzelperson oder Unternehmen, der zu ihm stößt und ihm hilft.


Kurt Lechner
Freundeskreis der TU Kaiserslautern

 

 

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