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Regelbasiertes Entwerfen in der Gotik

Handwerk, Kunst oder Wissenschaft?

Kathedrale von Laon

Seminar / Wahlmodul gemeinsam mit Dr. Ulrike Weber, Darstellung und Gestaltung

Durch die digitalen Entwicklungen im architektonischen Entwurf ist regelbasiertes Entwerfen („Rule-based Design“) zu einem aktuellen Ansatz geworden. Doch ist es überhaupt so neu, wie es zunächst erscheint? Offenbar war der Architekturentwurf in der Gotik bereits durch Regeln bestimmt. Die gotische Architektur unterliegt nach heutigem Stand der Forschung der Logik eines dynamischen Entwurfsprozesses, die auf geometrische Regeln gründet.

Aus der Optik entwickelte Ansätze der Perspektive und damit Entwürfe, die den Blick des Betrachters miteinbeziehen und Wahrnehmungsvorgänge berücksichtigen, sind bereits vorhanden, obwohl üblicherweise erst die Renaissance für die Erfindung der Perspektive steht. Dabei kann sich die Forschung auf wenige erhaltene Zeichnungen aus dieser Zeit, die erhaltenen Bauwerke selbst sowie nachfolgende Bauaufnahmen und Gebäudeanalysen stützen.

Wir wollen in diesem Seminar solche Entwurfsregeln der Gotik aufzeigen, indem wir Fallbeispiele analysieren. Als Hintergrund gilt es zunächst, die Erkenntnisse in Mathematik/Geometrie, Optik, Raum und Wahrnehmung dieser Zeit sowie den Stand der Architekturplanung und -praxis zu eruieren.

Die TeilnehmerInnen werden Bauwerke und Details gotischer Architektur analysieren; antike, mittelalterliche Kurztexte analysieren und Bauaufnahmen sowie Thesen der Restauratoren des 19. Jahrhunderts studieren.

Im Anschluss werden die TeilnehmerInnen ihre Erkenntnisse eigenen Entwürfen zugrunde legen und der These nachgehen, dass die geometrische Analyse gotischer Entwurfsprozesse das Potenzial hat, Impulse für heutige regelbasierte Methoden des architektonischen Entwurfs zu geben.

1. Treffen:
Freitag, 13. April 2018, 10:00 Uhr
Gebäude 1, Raum 136