Darstellende Geometrie Darstellende Geometrie
Fachgebiet Lehre Forschung Intensive Programme Links Kontakt Impressum
Pfad: Darstellende Geometrie und Perspektive/ Lehre/ Gestaltungsgeometrie/ WS 2017/2018 Scalalogie

WS 2017/2018

Scalalogie

Sinustreppe im Fachbereichsgebäude

Die Geometrie von Treppen stand im WS 2017/2018 im Mittelpunkt des Wahlfachs Gestaltungsgeometrie bzw. Seminars Architektur und Geometrie. Neben ihrer Funktion der Überwindung von Höhenunterschieden werden sie in der Architektur auch zu einem eigenständigem Raumelement mit Aufenthaltsqualitäten, Aus- und Überblicke werden ermöglicht. In Treppentürmen werden sie sogar zu einem eigenständigen Bauwerk. Die Treppe steht in enger Beziehung zur menschlichen Bewegung, so dass Bewegung und Geometrie der Treppe in Relation zueinander treten. Auch die mit der Treppe verbundenen Elemente wie Handläufe und Geländer wurden in unsere Studien mit eingebunden. Eine kritische Reflexion der Normierung von Treppen wurde als wichtiger Aspekt in die Thematik mit einbezogen. 

Das Friedrich-Mielke-Institut für Treppenforschung der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg setzt sich intensiv mit Treppen auseinander. Die Treppenstudien von Friedrich Mielke wurden auch auf der Architektur-Biennale in Venedig 2014 im zentralen Pavillon als Teil der Elemente der Architektur mit Rem Koolhaas als Kurator gezeigt. In Publikationen wurden Ergebnisse der Forschung zugänglich gemacht. 

Ausgangspunkt der Analysen und Projekte der Studierenden war ein sie faszinierendes Treppenbeispiel, aus dem sie ihr jeweiliges Treppen-Thema und Projekt entwickelten. Themen der Arbeiten waren Bewegung und Treppe, Himmelsleitern, zentrierte Treppen, Treppenaugen, Geländer, Ufertreppen, indische Stufenbrunnen, ein- und mehrläufige sowie polyzentrische und drehbare Wendeltreppen. Apl. Prof. Dipl.-Ing. Luc Merx wirkte durch eine Einführungsvorlesung im Seminar mit.

Zum Seminar ist eine Publikation erschienen:

Cornelie Leopold (Hrsg.): Scalalogie. Dokumentation eines Seminars, fatuk, Fachbereich Architektur der Technischen Universität Kaiserslautern, Fachgebiet Darstellende Geometrie und Perspektive 2018. ISBN 978-3-95974-099-9 (217 Seiten mit vielen Farbabbildungen)
erhältlich im Fachgebiet für 10 €

Treppenmodelle der Studierenden Ausstellung Scalalogie Ausstellung Scalalogie
Treppenmodelle der Seminarteilnehmer/innen  
Ausstellung Scalalogie im Panorama

Im Laufe des Semesters ergab sich zusätzlich ein gemeinsames 1:1 Projekt, der Bau einer begehbaren Sinustreppe. Die Idee der Sinustreppe stammt von dem Künstler Laurin Werner Bäumler. Seine Idee entwickelte er um 1990 mit dem Ziel einer Treppe, die wie ein weicher Hügel zu besteigen ist. Ausgehend von der Ebene geht es mit leichtem Anstieg kontinuierlich zum steileren Teil und wieder mit einem sanften Übergang in die Ebene. Dies ergibt als Linienform eine Sinuskurve, aus der die veränderlichen Steigungen der Treppe entstehen. Das Steigungsverhältnis der Stufen bezieht sich in unserem Beispiel auf eine angenommene Schrittlänge von 63 cm. Als Konsequenz ergibt sich bei jeder Stufe eine andere Höhe und andere Tiefe. Diese können berechnet, aber auch grafisch wie im Bild unten bestimmt werden. Nur durch das Begehen der Sinustreppe ist es möglich, die vermutete angenehm zu- und abnehmende Stufenhöhe zu erleben. Aus diesem Grund wurde beschlossen, ein begehbares Projekt zu realisieren.

Konzept der SinustreppeModell der Sinustreppe
 Konzept der Sinustreppe in Zeichnung und Modell
Bau der Sinustreppe
 Bau der Sinustreppe 

Im Planungsprozess haben die Studierenden einen Weg gefunden, die Sinustreppe selbst aus Holz zu bauen. Sie konnten die Werkstatt des Fachbereichs und das Material einer alten Treppe benutzen. Die Treppenwangen wurden aus Tischlerplatten zugeschnitten. Schließlich wurde die begehbare Sinustreppe auf der Eingangstreppe aufgebaut. Der Unterschied zwischen der „normalen“ und der Sinustreppe konnte auf diese Weise direkt erlebt werden. Jeder war überrascht, wie glatt, geschmeidig und flüssig der Gang auf der Sinustreppe empfunden wurde.

Sinustreppe von der Seite Walk on Sinus Stair
Sinustreppe von unten Sinustreppe von oben Die Akteure auf der Sinustreppe

Die Sinustreppe wurde als Überbauung der vorhandenen Eingangstreppe im Fachbereichsgebäude installiert. Sie entstand als gemeinsames Projekt der Seminarteilnehmer Benedikt Blumenröder, Yuliana Brehmer, Moritz Brucker, Marian Buchheiser, Sabrina Funk, Jana Gretz, Jonas Heuser, Sarah Lutgen, Emmanuel Niyodusenga, Ernst-Markus Rauska, Anna Specchio, Angelika Walz und Philipp Weber.

Die Studierenden des Scalalogie-Seminars haben sich für die Umsetzung dieses anspruchsvollen 1:1 Projektes über das übliche Maß hinaus engagiert. Eine äußerst hilfreiche Unterstützung erlebten wir durch die Holzbearbeitungskenntnisse von Philipp Weber, Student Lehramt Holztechnik und ausgebildeter Schreiner, der seine Kenntnisse und Erfahrungen in die praktische Umsetzung des Projektes einbrachte.

Links:

Friedrich-Mielke-Institut für Scalalogie

Gesellschaft für Treppenforschung Scalalogie e.V.

Sinustreppe - Laurin Werner Bäumler