Patrick Jung

Dr. Patrick Jung ist ein ehemaliger PostDoc der Abteilung Pflanzenökologie und Systematik (2016-2019).

Sie können ihn über seine private homepage oder via Email kontaktieren (patrick_jung90(at)web.de).

Dr. rer. nat. Patrick Jung

 


Forschungsschwerpunkte:

Zu den Kryptogamen zählen Flechten, Moose, Cyanobakterien und eukaryotische Grünalgen, die einen faszinierenden und oft unentdeckten Aspekt der Vegetation repräsentieren. Meist dominieren sie Lebensräume, die von starkem abiotischem Stress geprägt sind wie etwa die Polarregionen oder Wüsten. 

 

Mein PhD war Teil des EarthShape Projektes, das der übergreifenden wissenschaftlichen Fragestellung nach Verwitterungsprozessen, die durch Mikroorganismen, Tieren sowie Pflanzen ausgelöst werden nachging. Dabei wurde untersucht, wie diese einzelnen Gruppen die geologische Oberflächenbeschaffenheit der Erde von der Vergangenheit bis zum heutigen Tag beeinflussen.

 

Das EarthShape Projekt vereint verschiedene wissenschaftliche Disziplinen, wobei Geologen und Biologen gemeinsam die komplexen Inhalte aus verschiedenen Perspektiven angehen und darstellen. Etwa 60 deutsche und 20 chilenische Wissenschaftler arbeiten gemeinsam in diversen Projekten an diesem Schwerpunktprogramm.

 

Alle Untersuchungsflächen erstrecken sich entlang des chilenischen Nord-Süd Gradienten auf der Küstenkordillere und reichen von der Atacama Wüste im Norden bis hin zum Aurakarienwald 1300 km weiter südlich. Der Auswahl der Untersuchungsflächen liegt ein breiter ökologischer sowie klimatischer Gradient zu Grunde, der von der Wüste bis hin zu humiden Klimazonen reicht und glaziale Effekte sowie vulkanische Aktivität und unterschiedliche Grundgesteine ausschließt.

 

Neben der Atacama befasse ich mich mit Kryptogamen Organismen aus der Sahara Wüste, der Arktis, Antarktis und der europäischen Alpen sowie Küstenregionen:

 

-Die Kombination aus traditionellen Kultivierungstechniken und Mikroskopie zusammen mit modernen Sequenzierungsverfahren erlauben die Identifizierung indigener Populationen und ihrer einzelnen Individuen, um Fragen nach deren lokaler und globaler Verbreitung zu beantworten.

 

-Kryptogame, die an Extremstandorten wie der Atacama Wüste oder der Arktis gedeihen können, zeigen meist hochspezifische ökophysiologische Anpassungen, die mittels Gasaustauschmessungen während ihrer photosynthetischen Aktivität erfasst und interpretiert werden können.

 

-Als Ökosystem Ingenieure können Kryptogame ihre Umwelt signifikant durch z. B. Bioverwitterung verändern und die Entstehung von Boden durch Veränderungen im pH Wert induzieren.