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Nobelpreisträger zu Gast an der TU Kaiserslautern

Prof. Dr. Dr. h.c. Erwin Neher.

Prof. Dr. Eckhard Friauf, Prof. Dr. Dr. h.c. Erwin Neher und Dr. Stefan Löhrke, Vizepräsident für Studium und Lehre, im Labor des Fachgebiets Tierphysiologie. Fotos. Th. Jung.

Professor Dr. Erwin Neher war gestern auf Einladung von Professor Dr. Eckhard Friauf zu Gast an der TU Kaiserslautern und informierte sich über die Forschungsarbeiten im Fachgebiet Tierphysiologie. 1991 wurde Erwin Neher zusammen mit Bert Sakmann der Nobelpreis für Medizin und Physiologie verliehen. Den beiden Forschern war es gelungen, die Existenz von Ionenkanälen in Zellmembranen und damit eine wichtige Grundlage der Signalübertragung nachzuweisen. Grundlage für diese Entdeckung war ihre Entwicklung der „Patch‐Clamp‐Technik“.

Die Patch-Clamp-Technik baut auf der Technik der Spannungsklemme auf, die in den 1930er Jahren von Kenneth Cole und H. J. Curtis zur Messung von Strömen an intakten Nervenzellen entwickelt wurde. Bei diesem Verfahren werden zwei Elektroden in die Zelle gestochen: eine dient dazu, eine Halte- oder Kommando-Spannung vorzugeben, während mit einer weiteren Elektrode die auftretenden Ströme über die Membran aufgezeichnet werden. Mittels dieser Technik wird die Summe aller Einzelströme durch die Zellmembran gemessen, die Auflösung einzelner Anteile ist nicht möglich. Seine bahnbrechenden Entdeckungen zur Funktionsweise von Ionen-Kanälen in menschlichen Zellen sind unter anderem für die heutige Therapie schwerer Erbkrankheiten wie zum Beispiel Alzheimer, Mukoviszidose und Diabetes von grundlegender Bedeutung.

Professor Erwin Neher (73) ist Emeritus-Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen und Leiter der Abteilung Membranbiophysik. Während seines Besuchs im Fachbereich Biologie stellten drei Wissenschaftliche Mitarbeiter von Professor Friauf ihre Forschungsarbeiten vor. Die Forscher wollen der Frage nachgehen, wie das menschliche Gehirn Informationen verarbeitet und wie Nervenzellen miteinander kommunizieren. Neher interessiert insbesondere, wie die Nervenzellen des Ohrs mit den Nervenzellen des Gehirns Signale austauschen. Neher und Friauf betreiben „benachbarte Forschung“, da das Forscherteam um Friauf an der nachfolgenden Signalstation arbeitet, die Neher untersucht.

Das menschliche Gehirn besteht aus rund 86 Milliarden Neuronen, und ein einzelnes Neuron kann mit rund 1.000 weiteren Neuronen verbunden sein, aber auch nur mit sehr wenigen Neuronen Synapsen ausbilden. Ob unser Gehirn ordnungsgemäß funktioniert, hängt von der Genauigkeit dieser Verbindungen ab. In der Arbeitsgruppe von Eckhard Friauf wird mit Hilfe von Experimenten das auditorische System von Säugetieren untersucht, um so mehr über die molekularen Bausteine zu erfahren, die für diese Verbindungen verantwortlich sind.

Nach den Fachgesprächen hielt der Nobelpreisträger am Nachmittag einen Vortrag im Rahmen des Biologischen Kolloquiums an der TU Kaiserslautern.

 

Die TU Kaiserslautern ist die einzige technisch-ingenieurwissenschaftlich ausgerichtete Universität in Rheinland-Pfalz. Zukunftsorientierte Studiengänge, eine praxisnahe Ausbildung und eine moderne Infrastruktur sind die Rahmenbedingungen, die Studierende an der Campus-Universität vorfinden. Die TU Kaiserslautern wurde beim bundesweiten Wettbewerb "Exzellente Lehre" mit dem Exzellenz-Preis für Studium und Lehre ausgezeichnet. Damit stellt die TU den hohen Stellenwert ihrer Studienangebote unter Beweis. Darüber hinaus profitieren die Studierenden und Wissenschaftler von den zahlreichen international renommierten Forschungseinrichtungen, die im Bereich der angewandten Forschung eng mit der TU Kaiserslautern kooperieren.

 

 

Katrin Müller
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