CampusKultur

Ich rede wie mir die Hände gewachsen sind

Vortrag von Prof. Dr. em. Helen Leuninger

Donnerstag, 31. Januar, 18.00 Uhr
Gebäude 42, Raum 110

Gebärdensprachen sind visuell-gestische Sprachen, haben damit eine andere Modalität als Lautsprachen. Insbesondere in den USA ist die (Amerikanische) Gebärdensprache schon lange als Minderheitensprache akzeptiert. In Deutschland hingegen wurde die Muttersprache der Gehörlosen, die Deutsche Gebärdensprache (DGS), bis vor kurzem buchstäblich unterdrückt. Dies hatte zur Folge, dass in den Gehörlosenschulen nur Lautsprache verwendet wurde und es kaum gute Dolmetscher_innen gab, weil entsprechende Ausbildungen fehlten. Noch skandalöser war das häufig geäußerte Vorurteil, dass DGS nur ein Hilfsmittel, nicht aber eine komplette Sprache sei. Dies alles hat sich in den letzten 20 Jahren verändert, und Hessen war das erste Bundesland, das 1998 die Deutsche Gebärdensprache als primäres Kommunikationsmittel der Gehörlosen anerkannt hat. Am Zentrum für Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser wurden die ersten Forschungen zur Deutschen Gebärdensprache (DGS) durchgeführt. Am Lehrstuhl von Frau Prof. Leuninger wurden hauptsächlich die Grammatik und die Verarbeitung der DGS untersucht, insbesondere von der gehörlosen Mitarbeiterin Dr. Daniela Happ. Ergebnisse dieser Forschungen sind nicht nur von linguistischem Interesse, sondern auch das Herzstück einer qualifizierten Gebärdensprachdolmetschausbildung.

Prof. Dr. em. Helen Leuninger ist Honorarprofessorin an der Hochschule Fresenius, Idstein. Ihre wissenschaftlichen Tätigkeitsfelder sind Systematische Linguistik, Psycho- und Neurolinguistik.

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