Gleichstellung und Familie

Chancengleichheit an der TUK

Auf allen Statusebenen sollen an der TUK langfristig ebenso viele Frauen wie Männer beschäftigt sein – was an einer technischen Universität eine besondere Herausforderung darstellt und Maßnahmen auf sehr unterschiedlichen Ebenen erfordert: von der Unterstützung von Berufungs- bzw. Auswahlverfahren über die Förderung des Nachwuchses bis zur Gewinnung von Studentinnen.

Um Benachteiligungen und Diskriminierungen zu begegnen, geht es auch um Gender- und Diversity-Themen. Genderaspekte werden explizit aufgegriffen, um Frauen und Männer in ihrem sozialen Umfeld zu sehen und Geschlechterstereotype abzubauen, die eine Grundlage für Benachteiligungen darstellen. Um das Thema der Diskriminierungen zu berücksichtigen, werden Diversity-Aspekte aufgegriffen, die von verschiedenen Netzwerkpartner*innen der Universität thematisiert werden.

Die TUK unterstützt zudem aktiv die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Allen Universitätsmitgliedern soll ein ausgewogenes Verhältnis von Berufs- und Privatleben ermöglicht werden. Neben der Beratung von Eltern, der Planung von punktueller Kinderbetreuung und Ferienprogrammen werden dabei auch allgemeine Diskussionen begleitet, wie bspw. Arbeitszeitmodelle, Betreuung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen.

Seit 2005 erhält die TUK das „audit familiengerechte hochschule“. Im Rahmen der in diesen Prozessen vereinbarten Ziele und Maßnahmen wurden bislang über 150 Einzelmaßnahmen umgesetzt. 2018 erhielt die TUK darüber hinaus das Total E-Quality Prädikat, mit dem bestehende Aktivitäten zur Förderung der Chancengleichheit positiv bewertet wurden.

Strategien und Aktivitäten

Ein aktuell wichtiges Ziel ist die Erhöhung des Professorinnenanteils. Dazu werden zum einen Programme wie das bundesweite Professorinnenprogramm sowie Juniorprofessorinnenprogramme eingesetzt. Aktive Rekrutierung und Gendersensibilisierungsmaßnahmen  im Rahmen von Berufungsverfahren werden durchgeführt, um mehr Bewerbungen von Frauen in den Fächern, in denen sie unterrepräsentiert sind, zu erhalten, und um Geschlechterstereotype zu thematisieren.

Um den Studentinnenanteil in den mathematisch-ingenieurwissenschaftlichen Fächern zu erhöhen und den Drop-Out-Effekt von Studentinnen in der Anfangszeit des Studiums zu verringern, werden Maßnahmen wie das Mentoring-Projekt des SFGF oder Schülerinnentag/Girls' Day durchgeführt. Da es an der TUK nur wenige Studiengänge gibt, in denen eine deutliche Unterrepräsentanz von Männern zu verzeichnen ist, konzentrieren sich die Angebote auf die Förderung von Studentinnen. Gendersensibilisierungsmaßnahmen werden allen Geschlechtern angeboten.

Um Diskriminierungen jedweder Art vorzubeugen, wurde 2017 die Richtlinie für ein respektvolles Miteinander verabschiedet. Ziele der Vereinbarung sind die Stärkung und Verwirklichung einer vertrauensvollen, konstruktiven und wertschätzenden Zusammenarbeit, des gegenseitigen Respekts, die Prävention von Gewalt und ein verantwortungsvoller Umgang mit Übergriffen. Genannt werden in der Richtlinie verschiedene Anlaufstellen an der TUK, die SFGF ist Hauptansprechpartnerin.

Die Familien-Service-Stelle ist die Anlaufstelle für Eltern und Pflegende. Diese koordiniert die Betreuungsangebote wie bspw. das an der Uni eingerichtete Eltern-Kind-Zimmer, die Kinderferienbetreuung und auf Anfrage punktuelle Betreuungen. Auch die Beratung von Eltern ist eine zentrale Aufgabe der Familien-Service-Stelle. Außerdem spricht sie Empfehlungen aus, bspw. bezogen auf die Flexibilisierung von Arbeitszeit, Arbeitsort und Home-Office.

Hochschulentwicklungsplan (HEP)

Im Hochschulentwicklungsplan (HEP) (2018) hat sich die TUK u.a. verpflichtet, die Frauenanteile bei den Professuren, den Studierenden sowie in Gremien und in Forschungsbereichen weiter zu erhöhen, ein geschlechtergerechtes Lehrangebot zu gestalten sowie ein familienfreundliches Arbeits- und Studienklima zu schaffen.

Daten und Fakten

Im Sommer 2018 wurde eine Umfrage zum Thema Diskriminierungserleben durchgeführt, deren erste Ergebnisse in den kommenden Wochen schriftlich vorliegen werden. Beteiligt haben sich 266 Personen, die von eigenen oder beobachteten Diskriminierungen berichteten oder die keine Diskriminierungen angaben.

Der Frauenanteil der verschiedenen Statusgruppen in der Wissenschaft wird kontinuierlich einmal pro Jahr für die Universität und ihre Fachbereiche erhoben. Anhand der vorhandenen Daten wird erkennbar, dass der Anteil von Frauen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist. 2017 sind 34 Professorinnen von insgesamt 215 Professuren an der Universität, davon sind 11 (von 34) Juniorprofessorinnen.

Wird der Anteil von Frauen auf den verschiedenen Qualifikationsstufen verglichen, wird ersichtlich, dass gerade der Anteil von Frauen bei den Professuren im Verglich zu den Studienanfängerinnen nach wie vor gering ist. Während der Anteil der Studentinnen sich der 50%-Marke annähert, sind lediglich 16% der Professuren (inkl. Juniorprofessorinnen) Frauen.

Gleichstellung an der TUK: Institutionelle Verankerung

Die Ressortzuständigkeit für Genderaspekte, Gleichstellung und dem Familien-Service liegt zentral beim Präsidenten der TUK. Der Senatsausschuss für Gleichstellungsfragen mit Vorsitz des Präsidenten wird mehrfach pro Jahr einberufen. An diesem sind pro Statusgruppe zwei Personen beteiligt. Die SFGF unterstützt mit ihrem Team die Universität bei der Planung und Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen. Die Gleichstellungsbeauftragte des Senats unterstützt die Organe der Hochschule (Präsidium, Senat, Hochschulrat), die Gleichstellungsbeauftragten der Fachbereiche die Organe des jeweiligen Fachbereichs (Dekanat und Fachbereichsrat) bei der Erfüllung ihrer Aufgaben nach § 2 Abs. 2 HochSchG. Zudem sind zwei Mitarbeiterinnen sowie studentische Mentorinnen im Ada-Lovelace-Projekt beschäftigt, eine Mitarbeiterin organisiert ein Mentoring für Nachwuchswissenschaftlerinnen.

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