Gleichstellung, Vielfalt und Familie

Geschlechtergerecht formulieren

Im November 2017 beschloss das Bundesverfassungsgericht, dass es eine dritte Option im Personenstandregister geben muss: Neben Frauen und Männern kann daher seit dem 01.01.2019 eine dritte Möglichkeit angegeben werden. Die dritte Option ist mehr als ein drittes Geschlecht, da Intersexualität mehr als nur ein Geschlecht beinhaltet.

Was bedeutet dies für die Praxis an der Universität? Es empfiehlt sich, vor allem in Schriftstücken – Formularen, Anträgen, Verordnungen, Anschreiben – sowie in jeder Form der (öffentlichen) Ansprache von Studierenden und Mitarbeitenden möglichst gendersensible Formulierungen zu finden. Das weibliche und das männliche Geschlecht werden dabei als Kontinuum aufgefasst, sodass neben Frauen und Männern andere Geschlechter benannt werden. Alle sozialen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten werden einbezogen, bspw. Personen, die sich als trans, intersexuell oder nicht-ident verorten; der Geschlechterdualismus wird damit gezielt aufgehoben.

Konkret bedeutet dies:

Geschlechtsneutrale Formulierungen
Durch Pluralbildungen, Wortzusammensetzungen oder durch die Nennung von Ämtern statt Personen werden Formulierungen geschlechtsneutral. Um Stereotypenbildungen zu vermeiden, können zudem Rollen von Personen neutral formuliert werden.

Herkömmliche AusdrucksweiseNeutrale Form
  • Professorinnen und Professoren
  • Professur                                 
  • Dozent, Dozentin
  • Lehrkraft
  • Leiter, Leiterin
  • Leitung
  • Vertreterin, Vertreter
  • Vertretung
  • Mannschaft
  • Team
  • Mitarbeiter, Mitarbeiterin
  • Mitarbeitende
  • Student, Studentin
  • Studierende
  • Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Teilnehmende
  • Vater, Mutter
  • Elternteil
  • Mädchenname
  • Geburtsname
  • Muttersprache
  • Herkunftssprache


Um dem dritten Geschlecht in der Anrede gerecht zu werden, können neben einer neutralen Grußformel Vor- und Zuname benannt werden. In der Anrede von Gruppen kann diese in einer neutralen Form angesprochen werden:

Herkömmliche AusdrucksweiseNeutrale Form
  • Sehr geehrte Frau Muster /
  • sehr geehrter Herr Muster
  • Guten Tag Andrea Muster /
  • Guten Tag Kim Muster
  • Sehr geehrte Damen und Herren
    (Text)
  • Sehr geehrte Teilnehmende
    (bspw. bei Veranstaltungen)
  • Sehr geehrte Damen und Herren
    (Rede)
  • Sehr geehrte Anwesende
    (bspw. bei Vorträgen)                

Umformulierungen
Sätze können so umformuliert werden, dass die Personen nicht explizit benannt werden. Frauen und Männer werden nicht als Personen, sondern in ihrer Funktion oder ihren Handlungen indirekt benannt. Auch durch Passivkonstruktionen können Personen indirekt benannt werden. Hinzu kommt die Möglichkeit, Personen in der direkten Rede anzusprechen:

Herkömmliche SchreibweiseNeutrale Schreibweise
  • Der Antragsteller muss das Formular vollständig ausfüllen.
  • Das Antragsformular ist vollständig auszufüllen.
  • Bewerberinnen und Bewerber senden Ihre Unterlagen bitte bis zum 01.04. an den folgenden Ansprechpartner:
  • Senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen bitte bis zum 01.04. an…
  • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten die Möglichkeit an Seminaren teilzunehmen.
  • Die Teilnahme an Seminaren ist für alle Mitarbeitende möglich.
  • Ansprechpartner sind:
  • Angesprochen werden können:
  • Prüferinnen und Prüfer bewerten Studentinnen und Studenten nach dem (folgenden) Notensystem.
  • Das (folgende) Notensystem wird für die Bewertung der Prüfungsleistungen herangezogen.
  • Studentinnen und Studenten, die die Vorlesung besuchen, können an der Übung teilnehmen.
  • Wer die Vorlesung besucht, kann an der Übung teilnehmen.
  • Für den Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin werden Räumlichkeiten bereit gestellt,  die er oder sie bei Bedarf reservieren kann.
  • Für die Mitarbeitenden werden Räumlichkeiten bereit gestellt, die bei Bedarf reserviert werden können.

Sternchen (*)
In Formularen, Ordnungen, Anschreiben und anderen Texten wird an der TUK das Sternchen verwendet, bspw. Kolleg*innen, Professor*innen. Alternativ kann das dritte Geschlecht in Stellenanzeigen in Klammern (w/m/d) angegeben werden. Möglich ist auch das Kürzel ‚X‘, mit dem eine Personenbezeichnung in neutraler Form benannt werden kann – bspw. ProfX.

Bitte berücksichtigen Sie: Das Binnen-I, die Nennung von Frauen und Männern, die Klammerform oder der Schrägstrich sind nicht geeignet, da damit nur die zwei Geschlechter benannt werden.

Dr. Cornelia Rövekamp
Stabsstelle Gleichstellung, Vielfalt und Familie
Gebäude 57 , Raum 273

Tel.: +49 631 0631-205-5902
E-Mail: gleichstellung-vielfalt-familie(at)uni-kl.de


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