Integration der Geschlechterperspektive in die Fachbereiche

Was verstehen Studierende und Beschäftigte der TUK unter einer Universität, in der Vielfalt willkommen ist? Welche Erfahrungen machen Personen an der TUK bezogen auf die Diversität an der TUK?

Geplant ist eine Broschüre, in der möglichst unterschiedliche Personen dargestellt werden, die sich in der Universität begegnen. Senden Sie uns Ihre Gedanken zum Thema per Mail zu - gern mit einem Foto (mit Campus-Hintergrund), um die Broschüre lebendig zu gestalten. Sollten Sie Unterstützung für die Aufnahme von Fotografien benötigen, hilft Ihnen gern die Foto-AG der TUK weiter (Ansprechperson Lars Kilian). In der Broschüre werden die Fotos mit einzelnen Aussagen/Zitaten aufgegriffen. Bilder und Zitate werden im Herbst bzw. im Wintersemester 2018/2019 gesammelt.

Um dem Datenschutzgesetz gerecht zu werden, müssen alle, die in der Broschüre dargestellt werden, eine Einverständniserklärung abgeben, dass die von Ihnen freigegebenen Daten – ein Foto und ein Zitat – veröffentlicht werden dürfen. Das entsprechende Formularblatt finden Sie hier. Sie können davon ausgehen, dass wir mit den Fotos und Ihren Aussagen verantwortungsvoll umgehen.

Wer sich daran beteiligen möchte, wer mit einem Foto und einem kurzen Zitat in der Broschüre erscheinen möchte, kann sich gern an das Redaktionsteam wenden.

Ansprechpersonen:

Cornelia Rövekamp, Stabsstelle IGF der TUK
Lars Kilian, Foto-AG
Eckart Stief, Studierenden- und Hochschulpfarrer in Kaiserslautern
Stefan Seckinger, Hochschulpfarrer / Leiter der KHG
Sandra Wolff, NSC, Mitglied im Personalrat und Senat der TUK

Beiträge: Was heißt Diversität an der TUK?

 

Diversity is normal. It helps us finding talents, skills, experiences and creates innovation throughout the world.

Mohammad Abdus Samad
Masterstudent in Mathematik, Bangladesch

Wie viele Menschen nehmen das Rauschen des Meeres, den Sonnenuntergang, die Blütenpracht des Gartens zwar optisch wahr, betrachten die tägliche Fürsorge in der Familie und die Zuneigung eines Menschen als selbstverständlich, ohne diese täglichen Erfahrungen zu einem inneren Erleben und damit zu Glückmomenten werden zu lassen! Wichtig ist also das Bewusstmachen der kleineren und größeren Glücksmomente des Alltags.

Was wäre die Welt ohne Liebe!

Prof. em. Dr. Joachim Münch
Berufspädagoge und Erwachsenenbildner, Gründungsprofessor der Universität Kaiserslautern

Diversität äußert sich schon in der unterschiedlichen Definition dieses Begriffs. Für die einen ist es nur die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, für andere der Umgang mit unterschiedlichen Kulturen und für viele ist es einfach ein Synonym für Vielfalt. Unabhängig, was unter Diversität verstanden wird, es hat immer mit Menschen zu tun. Glücklicherweise sind alle Menschen verschieden und doch haben sie überall auf der Welt vergleichbare Grundbedürfnisse. Jeder Mensch will als Individuum wahrgenommen und respektiert werden. Jeder Mensch möchte Leistung zeigen und dafür anerkannt und wertgeschätzt werden. Menschen wollen anerkannt werden, so wie sie sind! Deshalb heißt für mich Diversität Menschen zu respektieren, jeden Menschen. Und sich auch in Demut gegenüber anderen zu üben. Denn es gibt kein ‚besser‘ oder ‚schlechter‘, es gibt nur Diversität – was für ein Potential!

Dr. Dieter Wagner
Vorsitzender des Kuratoriums der TUK, Chemiker, ehemals u.a. Präsident der BASF in Argentinien

Vielfalt macht das Leben bunt, sie ist ein Geschenk – das habe ich auf dem Campus und im ESG-Zentrum schnell gelernt. Es gibt nichts besseres, als dass Menschen unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichen Glaubens oder unterschiedlicher Weltanschauung miteinander ins Gespräch kommen, sich austauschen und akzeptieren lernen. Über Religions- und Konfessionsgrenzen hinweg.

Zum interreligiösen und interkulturellen Dialog, da bin ich mir ganz sicher, gibt es keine Alternative – er muss gewollt sein. Wir haben noch viel zu lernen.

Studierendenpfarrer Eckart Stief
Theologe und Politikwissenschaftler, Leiter des ESG-Zentrums an der TUK

Wir mussten und müssen mit Andersartigkeit im Denken und Handeln umgehen, um so die gegenseitigen Stärken kennenzulernen und zu nutzen.
Dies kann manchmal schwierig sein, meist ist es bereichernd. Diversität bietet uns die Möglichkeit, neue Perspektiven kennenzulernen, neue Argumente zu hören und zu durchdenken, neue Lösungen zu finden und vieles anderes mehr. Kurzum: Wir lernen voneinander und miteinander. Da Universitäten Orte des gemeinsamen Lernens sind, gehört die Diversität auf die Tagesordnung. Heterogenität sollte damit nicht mehr nur eine Herausforderung für gutes Lehren und gelingendes Lernen darstellen, sondern als Ressource verstanden und genutzt werden.
Gleiches ließe sich für die Forschung sagen. Wir greifen in unserer Arbeit auf Forschungsergebnisse anderer zurück, betrachten deren Nutzen für die eigene Arbeit, wählen aus, nutzen diese und stellen zugleich unsere Ergebnisse anderen zum kritischen Diskurs zur Verfügung. Ohne diese Verknüpfung gäbe es keinen (wissenschaftlichen) Fortschritt.
Das heißt: Für eine Universität MUSS Diversität innerhalb und außerhalb der Institution immer integraler Bestandteil sein, will sie in Lehre und Forschung erfolgreich sein und ihrem Auftrag gerecht werden.

Dr. Lars Kilian

 

 

Wie gehen wir miteinander um? Respektieren wir andere Sichtweisen, können wir uns in andere hineinversetzen? Diversität hat viele Facetten, viele Dimensionen, die ineinander greifen. Sichtbar sind an der Universität, auf dem Campus die unterschiedlichen Geschlechter, sichtbar sind international Studierende, sichtbar sind auch diejenigen, die mobilitätseingeschränkt sind. Weniger sichtbar sind unsere inneren Werte, Wünsche und Vorstellungen. Weniger sichtbar sind auch unsere Kommunikation und ein respektvolles Miteinander. Als Leiterin der Stabsstelle SFGF (Gleichstellungsbüro) wünsche ich mir eine Offenheit für andere Sichtweisen, in Diskussionen andere Vorstellungen auch einmal stehen lassen zu können, die gemeinsame Suche nach Lösungen im Alltag – insbesondere, wenn es um strittige Themen wie Gender und Gleichstellung geht.

Dr. Cornelia Rövekamp, Leiterin SFGF

Was ist für mich Diversität oder Vielfalt? An der Uni kommen Menschen unterschiedlichsten Alters, Geschlechts, Herkunft, mit unterschiedlichsten Weltanschauungen und Bildungshintergründen und/oder mit Behinderungen zusammen. Die Uni lebt von und mit dieser Vielfalt. Möglich wird dieses durch einen wertschätzenden und respektvollen Umgang miteinander und einer gelebten Toleranz.

Dr. Sandra Wolff, Nano Structuring Center

Ich habe einmal einen Diskussionsteilnehmer sagen hören, die Welt sollte man nicht ‚schwarz-weiß‘ sehen, worauf ein anderer entgegnete: ‚Nein, sie ist grau‘, in Graustufen eingeteilt. Darauf erwiderte eine andere Person: ‚Nein, sie ist bunt!‘
Diversity bedeutet für mich, dass es nie ‚zu bunt‘ zugehen kann. Ich erlebe in der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) diese Vielfalt unter anderem durch unsere Partnerschaften. Wir treffen uns regelmäßig mit Studierenden aus Metz und Ruanda. Erst im letzten Semester waren wir wieder in Afrika, denn eine Partnerschaft lebt davon, sich immer mehr kennenlernen und besser verstehen zu wollen.
Eine Universität, die sich divers-bunt aufstellt, zeigt für mich, was Lernen letztlich ausmacht: Sich auf Fremdes (und Fremde) einzulassen und dadurch den eigenen Horizont zu erweitern. Ich bin jedenfalls für jeden Farbfleck in dieser bunten Welt dankbar. Schwarz-Weiß-Seher nehmen diese Facetten und Farben leider nicht wahr. Nicht zuletzt schützt ‚diversity‘ für mich also vor einem ausgrenzenden Schwarz-Weiß-Denken. Es geht um Einheit in Vielfalt.

DDr. Stefan Seckinger, Katholische Hochschulgemeinde Kaiserslautern

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