Nachhaltigkeit an der TUK

papierweN.de - Die Papierwende an der TUK

Projektsteckbrief

ProjektpapierweN.de - Die Papierwende an der TUK
Ziele
  • Schonung der planetaren Ressourcen wie Waldbestand und Trinkwasser
  • Reduktion von Treibhausgasemissionen und Umweltbelastung
  • Einfache Beschaffung von nachhaltigen Produkten über einen Rahmenvertrag
  • Bewusstsein schaffen, Transferwirkung und Kommunikation in weitere Bereiche
Beteiligte
StartHerbst 2016
AbschlussFrühjahr 2018
Finanzierung

Einführung von kompromisslos nachhaltigem Papier

Das sagt das Papier: Ich bin …

… Entschieden… Elegant… Entspannt
  • Ich mache in jeder Situation eine stilvolle Figur
  • Mal ehrlich, was mag man in gleißend weiß?
    Das Wohnzimmer?
    Den Lieblingsroman?
  • Ich strahle mit meinen cuminfarben natürliche Wärme aus!
  • Von mir kann man besser lesen. Durch den sanften Kontrast halten die Augen nachweislich länger durch.

Weitere Antworten auf häufig gestellte Fragen  beim Umweltbundesamt.

180298 Papierkampagne (646 KB)

Download

Blockbinden

Weiterlesen

FUTURE Nachhaltigkeit

FUTURE Nachhaltigkeit bietet die Chance für alle Mitglieder der Universität eigene Projektideen ehrenamtlich und freiwillig am Campus anzustoßen und...

Weiterlesen

Beschaffung von Papier

 

An der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) werden jeden Arbeitstag (210 Tage im Jahr) normiert auf A4-Papier Standardpapiere in folgendem Umfang genutzt:

  • 76.500 (13,5 Mio pro Jahr) Blatt A4-Papier in 
  • 155 Packungen mit einem Gewicht von 
  • rund 375 kg (63,7 t pro Jahr) Papier

Zusätzlich kommen die folgenden Mengen an Hygienepapieren zum täglichen Einsatz:

  • 333 Rollen Toilettenpapier mit einem Gewicht von rund 33 kg (6,9 t pro Jahr)
  • 4.050 Zick-Zack Papierhandtücher mit einem Gewicht von rund 8 kg (1,7 t pro Jahr)

papierweN.de - Die Papierwende an der TUK

Die Umstellung von Standardpapieren auf 100% Recyclingpapier mit den hohen Standards des Gütezeichens Blauer Engel und den Empfehlungen des Umweltbundesamtes zum maximalen Weißegrad von ISO80 ein aufwendiges Projekt papierweN.de, das durch die Freiwilligen der Hochschulgruppe FUTURE Nachhaltigkeit zum Jahresende 2016 gestartet wurde. Unter Federführung desNachhaltigkeitsbüros und in intensiven Diskussion mit den beteiligten Akteuren der TUK und aufwendigen Testläufen wurden innerhalb von nur 18 Monaten die Rahmenbedingungen für den vollständigen Bezug von kompromisslos nachhaltigem Papier ab dem 1. März 2018  geschaffen. Natürlich werden die Restbestände an anderen Papiersorten in einem Übergangszeitraum aufgebraucht.

Die Zentralen Dienste der TUK haben schon einige Zeit zuvor die Umstellung von allen Hygienepapieren (Toilettenpapier und Zick-Zack Papierhandtüchern) auf 100% Recyclingpapier zertifiziert mit dem Blauen Engel vollzogen.

An der TUK kommen damit nun fast ausschließlich 100% Recyclingpapiere zertifiziert mit dem Blauen Engel (oder gleichwertige Nachweise) zum Einsatz:

  • Standardpapiere: A3, A4, Briefbögen
  • Visitenkarten
  • Briefumschläge
  • Hygienepapiere: Toilettenpapier, Zick-Zack Papierhandtücher

Nachhaltige Beschaffung

Das Nachhaltigkeitsbüro der TUK arbeitet im Projekt beschaffungsweN.de eng mit der Zentralen Beschaffungsstelle des Landes Rheinland-Pfalz zusammen. Die für alle Öffentlichen Auftraggeber (ÖA) landesweit verfügbaren Rahmenverträge wie hier zu Papieren zeigen wie ein gemeinsames Vorgehen und professionelle Verfahren mit klaren Nachhaltigkeitskriterien sowohl die planetaren Ressourcen schont und Verwaltungen einen organisatorischen Mehrwert gewinnen. Durch die vereinfachten und standardisierten Verfahren bei der Beschaffung und die zentral überwachten Vergabekriterien können sich Beschaffungsstellen und Verwaltungen besser auf andere Herausforderungen fokussieren.

__________

Datengrundlagen

  • RHRK: alle Drucke der Multifunktionsgeräte und zentraler Druckservice (genaue Zahlen liegen Stichtagsbezogen vor)
  • HA 5.6: Bedarfe der Abteilung Foto-Repro-Druck (bis 2017 überschlagen)
  • HA 2.3: Bedarfe an A4, A3, Visitenkarten und Standard-Druckbögen der Abteilung Foto-Repro-Druck sowie ggf. weiterer Bedarfstragender (ab 2018 genaue Zahlen liegen Stichtagsbezogen vor)
  • Nachhaltigkeitsbüro: eigene Recherche, Berechnung und Prüfung

Indirekte Emissionen (Scope 3): CO2-Emissionen und Vermeidung bei der Beschaffung von Papier

"Die Produktion einer Tonne Papier benötigt zum Beispiel für die Herstellung eines Frischfaserkopierpapiers genau so viel Energie wie die Herstellung einer Tonne Stahl. Damit ist die Papierindustrie der weltweit fünftgrößte industrielle Energieverbraucher. Hinzu kommen die Transporte von Rohstoffen und Fertigprodukten. (…)

Neben den nordischen, sind von der Zerstörung auch tropische Regionen betroffen, da bspw. Deutschland fast ein Viertel des Zellstoffs aus Brasilien und geringere Mengen aus Chile, Uruguay und Indonesien importiert. In diesen Ländern schwindet der Urwaldbestand weiterhin in dramatischem Ausmaß. Zu großen Teilen wird das Holz illegal eingeschlagen. Unsere hohe Zellstoffnachfrage trägt maßgeblich zur weltweiten Waldzerstörung bei. (…)

Um der wachsenden Holznachfrage bei schwindenden Primärwäldern nachzukommen, werden zunehmend Plantagen angelegt. Teils geschieht dies auf Brachflächen, teils werden Urwälder gerodet, um schnell wachsende Baumarten wie Eukalyptus anzupflanzen, die bei kurzer Umtriebszeit hohe Erträge versprechen." (UBA

Schonung der planetaren Ressourcen und Vermeidung von Umweltbelastungen

Vor diesem Hintergrund wird die Notwendigkeit eines sparsamen Umgangs mit Papier deutlich. Die Verwendung von Altpapier als Ausgangsbasis für neues Papier aus Recyclingmaterial trägt zur Schonung der planetaren Ressourcen bei. Umweltbelastungen und zusätzliches Abfallaufkommen können damit vermieden werden.

Durch die konsequente Umstellung auf 100% Recyclingpapier im Projekt papierweN.de ist die TUK als eine von nur zwanzig der rund 400 Hochschulen in Deutschland und einzige in Rheinland-Pfalz Vorreiterin und Vorbild für Nachhaltigkeit.

Auswirkungen der Papiernutzung auf Wälder

Bis zum Jahr 2017 wurden für die Produktion der Papiere für die TUK jedes Jahr 200 ha Baumbestand aus verschiedenen Wäldern der Erde entnommen. Diese Fläche ist rund fünf Mal so groß wie das Campusgelände der TUK oder in etwa so groß wie die Stadtteile Uni-Wohnstadt und Lämmchesberg zusammen. Seit dem Jahr 2018 verwendet die TUK ausschließlich 100% Recyclingpapier, zertifiziert mit dem Blauen Engel. Dadurch erhält die TUK seit 2018 jedes Jahr 172 ha Waldfläche und schützt den Bestand.

Auswirkungen der Papiernutzung auf die Treibhausgasemission und das Klima

Der energieintensive Herstellungsprozess von Papier ist für die hohen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Im direkten Vergleich zwischen Frischfaserpapier und Recyclingpapier reduzieren sich bei der recycelten Variante die Emissionen je nach Herkunfts- und Verarbeitungsart direkt um rund ein Viertel. Unter Berücksichtigung einer alternativen, sinnvollen landwirtschaftlichen Nutzung der Holzanbaufläche vervielfachen sich die Vermeidungseffekte für Treibhausgase dramatisch. Für diesen Fall wird illegaler Einschlag in geschützte Wälder außer Acht gelassen.

Die Menge der verursachten Treibhausgasemissionen durch Frischfaserpapier lag bis 2017 bei rund 100 t pro Jahr. Seit 2018 vermeidet die TUK sogar nach Abzug des genutzten Recyclingpapiers jährlich zusätzlich die Emission von rund 100 t Treibhausgasen. In der Summe bedeutet dies für die TUK eine wirksame Einsparung von 200 t Treibhausgasemissionen jedes Jahr.

__________

Datengrundlagen

  • RHRK: alle Drucke der Multifunktionsgeräte und zentraler Druckservice (genaue Zahlen liegen Stichtagsbezogen vor)
  • HA 2.3: Bedarfe an A4, A3, Visitenkarten und Standard-Druckbögen der HA 5.6 sowie ggf. weiterer Bedarfstragender (ab 2018 genaue Zahlen liegen Stichtagsbezogen vor)
  • Umweltbundesamt (UBA): Studie des IFEU-Instituts 
    • 1 t Frischfaserpapier (ZS NORD/SÜD, PAP): 2,3 t Holz/a; 3 ha Wald/a; 1,2 t CO2e
    • 1 t Recyclingpapier (RCP): 0,9 t CO2e; alternative Nutzung Holz-Anbaufläche -2,8 t CO2e
  • Papieratlas: Hochschulwettbewerb
  • Nachhaltigkeitsbüro: eigene Recherche, Berechnung und Prüfung

Papierkreislauf durch Recycling

Recyclingpapier vermeidet bei der Herstellung nicht nur erhebliche Treibhausgasemissionen und Eingriffe in Wälder sondern spart auch Trinkwasser und Energie. Zusätzlich ist erstmalig an der TUK ein rechnerischer Kreislauf für einen Rohstoff eingeführt worden. Für den Rohstoff Papier reicht rund die Hälfte der jährlich an der TUK anfallenden Abfallmenge an Papier, Pappe und Karton (PPK) um den Jahresbedarf der TUK an Standardpapieren und Hygienepapieren aus 100% Recyclingmaterial zu decken.

Vollständige Deckung des Papierbedarfs aus Recycling

Aus rund 160 t Abfall an PPK werden mit weniger als der Hälfte (63,7 t in 2018) neue Standardpapiere hergestellt. Durch die Begrenzung auf ISO 80 Weiße ist auch eine vollumfängliche Verwendung aller Papierqualitätsfraktionen sichergestellt. Auch das an der TUK eingesetzte Hygienepapier (6,9 t Toilettenpapier und 1,7 t Zick-Zack Papierhandtücher) ist zu 100 % recycelt und mit dem Blauen Engel zertifiziert. Es erfüllt damit die strengsten Anforderungen von Qualität, Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Die übrige Menge des PPK Abfalls kann durch dritte Verbrauchende genutzt werden und erübrigt somit den Einsatz neuer Rohstoffe. Die planetaren Ressourcen werden geschont, weniger boreale Urwälder wie der Regenwald werden illegal abgeholzt und der Klimaschutz dauerhaft gefördert. Dieser neu geschaffene Kreislauf ist für das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung unabdingbar. In Bezug auf die Sustainable Development Goals (SDGs), wird mit Vermeidung und Wiederverwendung ein wertvoller Beitrag zu SDG 12 geleistet.

Blöcke durch Upcycling

Auf direktem Weg werden an der TUK auch einige Kilogramm jährlich beim Blockbinden upgecycelt. In diesem Projekt wird einseitig bedrucktes Papier wieder zu Blöcken gebunden.

Downcycling von Toilettenpapier liefert Energie

Die Reinigungsprozesse der Stadtentwässerung Kaiserslautern  schützen nicht nur die nachfolgenden Gewässer mit einer Abbauleistung von bist zu 99%. Unter anderem durch effiziente Rechen, Zentrifugen und die Klärgasverstromung wird die Zentrale Kläranlage Kaiserslautern seit 2016 energieneutral betrieben. Die im Schlamm bzw. Rechengut verbleibenden Reste des Toilettenpapiers kommen nach der Faulung als Düngemittel in der Landwirtschaft oder als Zusatzbrennstoff in Kraftwerken zum Einsatz.

__________

Datengrundlagen

Zum Seitenanfang