Nachhaltigkeit an der TUK

Kaiserslauterer Physiker erhalten mit Netzwerk „Magnetismus in der Großregion“ Wissenschaftspreis der Großregion

Teilnehmer der interministeriellen Konferenz "Hochschulwesen und Forschung" der Großregion, u.a Luxemburgischer Minister für Hochschulwesen und Forschung Claude Meisch und Ministerin für Familie und Integration und Großregion Corina Cahen (Mitte) zusammen mit den Preisträgern des interregionalen Wissenschaftspreises der Großregion und dem Rektor der Universität Luxembourg (Prof. Stéphane Pallage), dem Präsident der TU Kaiserslautern (Prof. Helmut Schmidt) und dem Präsident der Universität Lothringen (Prof. Pierre Mutzenhardt). Foto: UniGR

Die Teams um die Physik-Professoren Dr. Burkard Hillebrands und Dr. Martin Aeschlimann von der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) haben mit ihren Partnern aus dem Netzwerk „Magnetismus in der Großregion“ den Interregionalen Wissenschaftspreis der Großregion 2018 erhalten. Das Netzwerk hat das Ziel, magnetische Phänomene zu erforschen, um sie für die Wirtschaft nutzbar zu machen. Der mit 35.000 Euro dotierte Preis wird an Forscherteams aus der Großregion verliehen, die den grenzübergreifenden Kontext in der Umsetzung ihrer Forschungsprojekte gewinnbringend nutzen.

Am Magnetismus-Netzwerk der Großregion sind neben der TUK die Universitäten in Saarbrücken und Lothringen beteiligt. Die Zusammenarbeit besteht bereits seit 2012. Das Team um Professor Burkard Hillebrands und seinen Mitarbeiter Dr. Philipp Pirro beschäftigt sich am Lehrstuhl für Magnetismus mit sogenannten Spinwellen. Diese sind magnetische Wellen in einem magnetischen Material, analog zu Schallwellen oder Wasserwellen.

Die Quantenteilchen der Spinwellen, die Magnonen, können mehr Informationen transportieren als Elektronen und dabei deutlich weniger Energie verbrauchen und weniger Abwärme erzeugen. Dies macht Spinwellen für verschiedene Anwendungen interessant.

Professor Aeschlimann und seine Arbeitsgruppe forschen auf dem Gebiet ultraschneller Phänomene an Oberflächen und dünnen magnetischen Filmen. Dazu gehört auch das Optimieren der Schaltgeschwindigkeit einer magnetischen Domäne, die ein Bit auf einer Festplatte repräsentiert. Das sind neuartige Methoden und Verfahren, um die magnetische Datenspeicherung noch weiter zu beschleunigen.

Die Arbeiten der Kaiserslauterer Physiker tragen dazu bei, dass das Verarbeiten und Speichern von Daten künftig wesentlich leistungsfähiger werden kann. Es könnte derzeitige Halbleiter-basierte Technologien ersetzen. Erkenntnisse aus der Spin-Forschung fließen schon seit Jahren in die Entwicklung neuer Techniken wie zum Beispiel früher die Festplatte und heute neue magnetische Speicherchips und Sensoren ein: So können wir heute beispielsweise trotz riesiger Datenmengen Musik und Videos aus dem Internet einfach streamen oder unsere Autos dank Antiblockiersystem sicher bremsen.

Der Wissenschaftspreis der Großregion wurde im Rahmen der 5. interministeriellen Konferenz für Hochschulbildung und Forschung der Großregion am Dienstag, den 15. Januar, in Luxemburg vergeben. Universitätspräsident Professor Dr. Helmut J. Schmidt hat ihn entgegengenommen.

Fragen beantworten:
Prof. Dr. Burkard Hillebrands
E-Mail: hilleb@physik.uni-kl.de
Tel.: 0631 205-4228

Dr. Philipp Pirro
E-Mail: ppirro@rhrk.uni-kl.de
Tel.: 0631-205- 4092

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