Vom Lehramtsstudium zum Deutschen Patent- und Markenamt

Das Heimweh nach dem Studium blieb noch lange

Eigentlich studierte Ilka Schnabl, geborene Krück, Chemie und Biologie für das Lehramt an Gymnasien. Nach dem Abschluss landete sie aber nicht in der Schule, sondern beim Deutschen Patent- und Markenamt in München. Bei ihrer Karriere dort hat ihr auch ein Fernstudium geholfen, das sie während ihrer Elternzeit absolviert hatte.

„Ich hatte lange Heimweh nach Kaiserslautern“, sagt Ilka Schnabl etwas wehmütig. Sie zählte in den frühen 70er Jahren zu den ersten, die ein Studium an der jungen Universität in Kaiserslautern aufgenommen hatten. Die Fächer ihrer Wahl waren Chemie und Biologie auf Lehramt.

Während des Referendariats nach ihrem Staatsexamen 1976 stellt sie aber schnell fest, dass der Lehrerberuf nicht das Passende für sie ist. Per Zufall wird sie auf den Beruf des wissenschaftlichen Bibliothekars aufmerksam. „Als Naturwissenschaftlerin war ich da etwas Besonderes, in der Regel hatten solche Stellen Geisteswissenschaftler inne“, erinnert sie sich. Doch die junge Frau bewirbt sich und beginnt schließlich ihre Ausbildung: Zur Praxis geht es nach Konstanz und zur Theorie nach Köln. „Es war die richtige Entscheidung“, fährt sie fort.

Nach dem Abschluss konnte sie sich auch vorstellen, in der Bibliothek eines Industrieunternehmens zu arbeiten. Doch es kam anders: Sie trat 1979 eine Stelle als Referentin beim Deutschen Patent- und Markenamt in München an. Zunächst arbeitet sie in Vollzeit, nachdem ihre beiden Kinder Anfang der 80er Jahre auf die Welt gekommen sind, geht sie auf eine halbe Stelle. „Mit dem dritten und vierten Kind war das Arbeiten für mich damals erst einmal gar nicht mehr möglich“, sagt sie. Die Familie zieht 1986 von München in die Oberpfalz, wo ihr Mann nach Medizinstudium und Krankenhaustätigkeit eine Hausarztpraxis in seinem Heimatort übernimmt. „Für mich blieben die dort traditionellen drei K: Kinder, Küche, Kirche. Das war damals einfach so“, sagt sie heute ohne Groll. „Ich war zwölf Jahre zu Hause engagiert und wollte endlich wieder in meinem Beruf arbeiten.“

In einem Artikel im Unispectrum, dem Unimagazin der TUK, liest sie 1997 etwas über das Studienangebot des Fernstudienzentrums. „Ich wollte wissen, ob ich noch etwas Neues lernen kann.“ Also schreibt sie sich in den Studiengang Qualitätsmanagement ein. Auch ihr Computer zu Hause kommt dazu zum Einsatz.

„Die Mama ist ein Streber“, hätten ihre Kinder zu ihr gesagt, erzählt sie und lacht. „Für zwei Wochenendseminare ging es für mich zurück nach Kaiserslautern.“ Sie beißt sich durch, lernt und schafft den Abschluss. Auch beruflich geht es danach endlich weiter. Im Januar 1999 fängt sie wieder im Deutschen Patent- und Markenamt an. „Drei Tage in der Woche“, erzählt sie fröhlich, „montags, wenn die Kinder in die Schule gegangen sind, bin ich nach München gefahren, wo ich eine kleine Wohnung habe, mittwochs ging es dann wieder nach Hause in die Oberpfalz.“

Das Fernstudium kommt Schnabl im Patentamt schließlich zugute. Das Amt hat gerade die Patentdatenbank DEPATIS (Deutsches Patentinformationssystem) auch für die Öffentlichkeit in der Auslegehalle, die zur Bibliothek gehört, bereitgestellt. Auch beim Projekt Elektronische Akte ist ihr Know-How im Qualitätsmanagement gefragt. Die Arbeit macht ihr großen Spaß. Sie initiiert in einer Patentabteilung ein QM-Projekt, wechselt als Bibliotheksdirektorin für weitere Projekte ins Organisationsreferat und vertritt zusammen mit einem Patentprüfer das Deutsche Patent- und Markenamt im Qualitätskreis des Bundes. Eigentlich hätte sie im Sommer 2017 in Pension gehen können. „Ich habe um drei Jahre verlängert und möchte mich jetzt noch ein Jahr für die QM-Aktivitäten im DPMA weiter engagieren“, sagt die Großmutter von vier, demnächst fünf Enkeln.

Das Studium in Kaiserslautern hat sie nach wie vor in guter Erinnerung. „Es herrschte eine freundliche Atmosphäre, von der fachlichen Betreuung durch die Professoren bis zum BAföG-Antrag in der Verwaltung. Wir hatten viel Platz, man ist in alle Veranstaltungen hineingekommen und es war ohne Einschränkungen möglich, die Labore zu nutzen.“ So konnte sie ihr Studium in kurzer Zeit abschließen. Bei ihrer Schwester, die dieselben Fächer an einer anderen Universität belegt hatte und mit vielen Studierenden eingeschrieben war, sei dies nicht möglich gewesen. „Es war eine sehr schöne Zeit.“ 
2019

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