Mit Fantasie und Spaß durch Studium

Nach dem Physikstudium als Quereinsteiger zum Technologiekonzern

Matthias Edinger studierte Physik an der TUK und beschäftigte sich während seiner Studienzeit mit der Zusammensetzung verschiedener Stoffe. Sein beruflicher Weg führte ihn letztendlich aber zum Technologiekonzern SAP, wo er nach dem Durchlauf verschiedener Stationen heute im Alumni-Management arbeitet.

 

Sein Diplom im Fach Physik schloss er 1992 an der TUK ab und verfasste seine Abschlussarbeit am Institut für neue Materialien zum Thema tribologische Untersuchungen an Siliziumcarbid. Danach promovierte der gebürtige Kaiserslauterer in Saarbrücken im Fachbereich Kristallographie. Heute arbeitet er bei SAP in Walldorf.

 

Durch persönliche Kontakte führte sein Weg nach dem Studium zu SAP, dem „Sammelplatz Arbeitsloser Physiker“, wie der TUK-Alumnus scherzt, da viele Physiker, u.a. auch einer seiner früheren Kommilitonen, dort arbeiten. Als Quereinsteiger arbeitet er sich seit 1996 schnell in verschiedene Themen ein und übernimmt in unterschiedlichen Bereichen des Konzerns Aufgaben: technische Dokumentation für Entwicklungen, Schulungen in Programmiersprachen, Produktmanagement, System- und Produktarchitekturen oder Qualitätsmanagement. Immer auf der Suche nach Neuem lässt er sich 2012 zusätzlich als Coach und im Bereich Design Thinking ausbilden. Seit 2015 ist er im SAP Alumni Core Team tätig, kümmert sich also um die Kontakte zu ehemaligen Mitarbeitern und beschäftigt sich anstelle mit der Technologie nun mit dem Aufbau eines Business-Netzwerkes. Zu diesem Wechsel kam es per Zufall. Als er auf Anfrage seiner damaligen Managerin einen Workshop zum Thema Alumni-Management moderierte, stellte er fest, dass er von nun an in diesem Bereich arbeiten möchte. Die dadurch entstehenden persönlichen Beziehungen zu ehemaligen Mitarbeitern von SAP sind dabei seine Motivation, immer neue Formate des Netzwerkens zu entwickeln und zu pilotieren.

 

An das Studentenleben erinnert sich Edinger gerne. Die Frau seines Lebens hat er an der TUK auf einer der Chemie-Feten getroffen. Als Mathe-Tutor lernte er die damalige Studentin der Lebensmittelchemie näher kennen. Heute lebt er mit ihr und den gemeinsamen Kindern in Baden-Württemberg. Neben der Liebe hat er während seiner Studienzeit auch seine Leidenschaft für das Fantasy-Rollenspiel Midgard entdeckt, der er bis heute nachgeht. Er trifft sich immer noch regelmäßig mit früheren Kommilitonen, um abzutauchen in die Fantasiewelt des Spiels, das 1981 von einem Mathematikprofessor der TUK, Prof. Dr. Jürgen Franke, entwickelt wurde. Auch sonst hält er den Kontakt zu anderen Absolventen, so trifft er sich z.B. seit 20 Jahren mit einem Freund aus Studienzeiten wöchentlich zum gemeinsamen Pizza-Essen. Als legendär in Erinnerung geblieben sind Edinger die „Luxi-Feten“, von luxemburgischen Studierenden organisierten Partys, wo der ein oder andere „Tack-Tack“, eine Mischung aus Wodka und Bitter Lemon, zunächst auf dem Tisch aufgeklopft und anschließend getrunken wurde.

 

Dass es heute das „Café Einstein“ am Davenportplatz nicht mehr gibt, wo sich früher häufig auf ein Getränk getroffen oder gemeinsam Physikpraktika ausgewertet wurden, findet Edinger schade. Auch den Einkaufsmarkt in der Kurt-Schumacher-Straße, der von den Studenten augenzwinkernd „der Dicke Helgert“ genannt wurde, gibt es nicht mehr. Die Erinnerungen und Freundschaften aus der schönen Studienzeit aber bleiben bestehen.


2019

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