Pressemeldung

Erdbebensicheres Bauen

Professor Dr. Hamid Sadegh-Azar (li.) und Konstantin Goldschmidt

Professor Dr. Hamid Sadegh-Azar (li.) und Konstantin Goldschmidt erforschen, wie sich Schäden bei Gebäuden bei Erdbeben verringern lassen. Foto: Koziel/TUK

beiden Forscher nutzen für ihre Arbeit auch Computermodelle basierend auf Methoden der künstlicher Intelligenz. Foto: Koziel/TUK

Wie kann man Gebäude und Industrieanlagen derart bauen, dass sie einem Erdbeben standhalten und keinen oder nur wenig Schaden nehmen? Daran forscht das Team des Fachgebiets Statik und Dynamik der Tragwerke an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK). Am Dienstag, den 17. September, bietet es das Seminar „Erdbebensicheres Bauen für Architekten und Ingenieure“ von 10 bis 17 Uhr auf dem Campus der TUK an. Hintergrund ist eine Neueinschätzung der Erdbebengefährdung für Deutschland und die daher zu aktualisierende Baunorm.

Bei einem Erdbeben kann innerhalb weniger Sekunden ein großer Schaden an Gebäuden, Brücken und Industrieanlagen entstehen. Umso wichtiger ist es, schon bei der frühen Planung Maßnahmen zu ergreifen, die die Verletzlichkeit eines Gebäudes verringern. Genau daran forscht das Team um Professor Dr. Hamid Sadegh-Azar im Fachbereich Bauingenieurwesen an der TUK. Die Ingenieure erstellen unter anderem Modelle, mit denen sie unterschiedliche Erdbeben-Szenarien durchspielen und untersuchen, wie Gebäude sich dabei verhalten.

In ihrer Forschung geht es auch um Techniken, Bauwerke sicherer zu machen. Bei einer hohen Erdbebengefährdung sind dies zum Beispiel elastische Lagerungen für eine Basisisolierung. Eine Möglichkeit einer solchen Isolierung ist der Einsatz sogenannter Elastomerlager zwischen Gebäude und Fundament, um die Übertragung der Bodenbewegung auf das Gebäude zu reduzieren. Geforscht wird auch an innovativen Systemen, um die Energiedissipation im Bauwerk zu erhöhen. Hierdurch wird die Erdbebenenergie aufgenommen und zum Beispiel in Wärme umgewandelt, was zu einer Reduktion der Schädigung im Bauwerk selbst führt.

„Zur Erdbebengefährdung für Deutschland gab es 2018 eine Neueinschätzung“, sagt Konstantin Goldschmidt vom Fachgebiet, der die Veranstaltung mitorganisiert. „Daher wird demnächst auch die Norm zur Auslegung von Bauwerken gegen Erdbeben für Deutschland aktualisiert. Diese müssen Architekten und Ingenieure bei Planung und Bau berücksichtigen.“

Nach der Neueinschätzung der Erdbebengefährdung für Deutschland und der bevorstehenden Einführung des neuen Nationalen Anhangs des Eurocode 8 (als Nachfolger der DIN 4149) ist es für Architekten und Ingenieure wichtig, sich mit den Themen eines erdbebengerechten Entwurfs und einer erdbebensicheren Auslegung auseinanderzusetzen. Insbesondere beim Thema erdbebensicheres Bauen ist das Zusammenspiel und die Interaktion von Architekten und Ingenieuren unerlässlich.

Das Seminar startet mit einer Einführung in die bauordnungsrechtlichen Hintergründe der Erdbebenauslegung. Danach geht es um die Technik. Von der Seismologie bis hin zur normgerechten praktischen Umsetzung auf der Baustelle. Die Teilnehmer erfahren, wie beispielsweise die Erdbebensicherheit schon in der Entwurfsphase im Zusammenspiel der Architekten und Ingenieure durch einfache Maßnahmen erhöht werden kann und welche innovativen Methoden und Ansätze zur Reduzierung der Erdbebenschäden angewandt werden können.

Das Seminar wird vom Fachgebiet Statik und Dynamik der Tragwerke in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Erdbebeningenieurwesen und Baudynamik (DGEB) organisiert.
Mehr über das Seminar finden Sie unter folgendem Link: https://www.bauing.uni-kl.de/sdt/erdbeben2019/

Fragen beantwortet:
Konstantin Goldschmidt
E-Mail: konstantin.goldschmidt[at]bauing.uni-kl.de
Tel.: 0631 205-2932

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