Pressemeldung

Neubau am Fraunhofer-Zentrum in Kaiserlautern


EU, Bund und Rheinland-Pfalz investieren zusammen rund 9 Millionen Euro in einen Neubau samt Ausstattung am Fraunhofer-Zentrum Kaiserslautern. (© Ermel Horinek Weber ASPLAN Architekten BDA)

Fraunhofer IPM stärkt seine Terahertz-Aktivitäten

 

Das Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM verstärkt sein Engagement in Kaiserslautern. Die dortige Abteilung Terahertz-Messtechnik und -Systeme wird weiter ausgebaut. Der "Ausschuss Fraunhofer-Gesellschaft", in dem Bund und Länder wichtige Vorhaben der Fraunhofer-Gesellschaft beraten, hat nun grünes Licht für einen Neubau gegeben.

 

Es ist noch nicht einmal sechs Jahre her: Im Jahr 2005 hatte das Freiburger Fraunhofer IPM im rheinland-pfälzischen Kaiserslautern einen zweiten Standort eröffnet, um dort maßgeschneiderte Terahertz-Messtechnik und -Systeme für die Industrie zu entwickeln. Keimzelle war eine Arbeitsgruppe der Technischen Universität Kaiserslautern um Professor René Beigang. Das Land Rheinland-Pfalz hat die rund fünfjährige Ausbauphase mit über 4 Mio. Euro unterstützt. Die Abteilung ist wegen der großen industriellen Nachfrage schnell gewachsen und hat auf ihrem Gebiet inzwischen eine Spitzenstellung erreicht. Die Terahertz-Technologie verspricht vor allem in der Materialprüfung und Sicherheitstechnik ein großes Marktpotenzial. Daher unterstützen das Land Rheinland-Pfalz und der Bund die Fraunhofer-Gesellschaft finanziell unter Einsatz von Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Kaiserslautern profitiert davon, indem die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den nächsten Jahren von heute 30 auf etwa 50 aufgestockt wird. Die Kosten für ein neues Gebäude in Höhe von 9 Mio. Euro tragen die Europäische Union in Höhe von 4,5 Mio. Euro sowie der Bund und das Land Rheinland-Pfalz in Höhe von jeweils 2,25 Mio. Euro. Das neue Gebäude wird am Kaiserslauterer Fraunhofer-Zentrum entstehen – direkt neben Fraunhofer IESE und Fraunhofer ITWM (siehe Abb.). Vorhandene Einrichtungen können daher künftig gemeinsam genutzt werden. Mit dem Bau soll im Spätsommer des nächsten Jahres begonnen werden, der Bezug ist für Ende des Jahres 2013 geplant.

 

Terahertz bei Fraunhofer IPM – eine Erfolgsgeschichte

 

Mit der Gründung der Abteilung "Terahertz-Messtechnik und –Systeme" durch Professor Elmar Wagner, den damaligen Leiter von Fraunhofer IPM, startete eine Erfolgsgeschichte. Inzwischen hat Professor René Beigang die Terahertz(THz)-Technologie in Kaiserslautern fest etabliert und eine europaweit führende Gruppe für THz-Diagnostik sowie Mess- und Prüftechnik aufgebaut. Diese positive Entwicklung wurde schon nach drei Jahren im Rahmen einer externen Evaluation bestätigt. "Wir haben 2005 als kleine Forschungsgruppe am Fachbereich Physik der TU Kaiserslautern angefangen", sagt René Beigang, "und jetzt ist aus dem Pflänzchen ein kräftiger, gesunder Baum geworden, der Früchte trägt". Heute kann die Gruppe der Industrie kompakte, modulare Terahertz-Systeme anbieten, die sich flexibel einsetzen lassen - zum Beispiel zur Materialprüfung in der Produktion oder in der Werkstoff- und Sicherheitstechnik. Ein im Jahr 2010 gegründetes THz-Anwendungszentrum unterstützt die Industrietätigkeit, indem die Fraunhofer-Spezialisten vielen Firmen eine breite Palette verschiedener Terahertz-Systeme zur Erprobung oder als Dienstleistung zur Verfügung stellen. Das Land Rheinland-Pfalz hat den Aufbau dieses Anwendungszentrums mit Mitteln des Konjunkturpakets in Höhe von über 1,2 Mio. Euro unterstützt.

 

Hervorragendes Umfeld in Kaiserslautern

 

"Um die Erfolgsgeschichte ‚Terahertz in Kaiserslautern‘ weiter fortschreiben zu können, gibt uns das neue Gebäude die erforderlichen Entfaltungsmöglichkeiten", sagt Professor Karsten Buse, der seit Anfang des Jahres Fraunhofer IPM leitet. Die Terahertz-Gruppe erhält dadurch nicht nur zusätzliche Laborfläche, sondern profitiert auch von der direkten Nachbarschaft zu den angrenzenden Fraunhofer-Instituten. "Die Chancen, die sich uns durch die Nähe zu Fraunhofer ITWM und Fraunhofer IESE eröffnen sowie die exzellente Kooperation mit der TU Kaiserslautern bieten ein äußerst kreatives und professionelles Umfeld, in dem wir gerne tätig sind", sagt Karsten Buse.

 

Zum Ausbau der Abteilung wird wesentlich Professor Georg von Freymann beitragen. Er hat seit kurzem den Lehrstuhl "Optische Technologien" an der TU Kaiserslautern inne und wird als zweites Standbein der Abteilung in Kaiserslautern die Terabit-Technologie etablieren. Von Freymanns Ziel ist es, in den kommenden Jahren opto-elektronische Prüf- und Messgeräte mit Terahertz-Bandbreite zu entwickeln, die eine wichtige Rolle für die Höchstgeschwindigkeitselektronik spielen, zum Beispiel in der Telekommunikation und in der Chip-Entwicklung.

 

Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur in Rheinland-Pfalz, betont die gute Verzahnung der Fraunhofer-Forscher in Kaiserslautern mit der universitären Grundlagenforschung. "Die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen im Land und den Fraunhofer-Instituten ist sehr eng und zum Vorteil beider Seiten. Die Erweiterung des IPM in Kaiserslautern ist ein klares Signal, dass die Landesregierung und die Fraunhofer-Gesellschaft diese Kooperation weiter ausbauen wollen. Zudem wird davon ein Schub für die optischen Technologien ausgehen", so die Ministerin. Der Neubau sei zudem ein Beleg dafür, dass die Dynamik in der Wissenschafts- und Forschungslandschaft von Rheinland-Pfalz derzeit so hoch sei wie nie zuvor.

 

Vorteile von Terahertz-Wellen

 

Terahertz-Wellen sind sehr langwelliges infrarotes Licht im Frequenzbereich zwischen 0,1 und 10 Terahertz (THz). In der Praxis haben sie einzigartige Vorteile: Viele chemische Verbindungen zeigen bei diesen Frequenzen charakteristische Signaturen in ihren Absorptionsspektren, die sich zur Materialcharakterisierung nutzen lassen. Zudem sind zahlreichen Stoffe, die für sichtbares oder infrarotes Licht undurchdringlich sind, für THz-Wellen transparent. Somit ist die energiearme THz-Strahlung für bestimmte Anwendungen eine Alternative zur für den Menschen schädlichen Röntgenstrahlung. Seit der Entwicklung besserer THz-Quellen und -Detektoren eröffnen sich völlig neue Anwendungen – zum Beispiel in der Sicherheitstechnik und Produktionskontrolle.

 

Fraunhofer IPM

 

Das Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg verfügt über langjährige Erfahrung in optischer 2-D- und 3-D-Messtechnik. Fraunhofer IPM entwickelt und realisiert robuste, maßgeschneiderte optische Sensor- und Belichtungssysteme nach Kundenwunsch. Auf dem Gebiet der Thermoelektrik ist das Institut führend in der Materialforschung, der Simulation und dem Aufbau von Systemen. In der Dünnschichttechnik arbeitet Fraunhofer IPM an Materialien, Herstellungsprozessen und Systemen, ein weiteres Betätigungsfeld ist die Halbleiter-Gassensorik. Am Institutsstandort Kaiserslautern wurde in den vergangenen Jahren eine europaweit führende Gruppe für Terahertz-Messtechnik und -Systeme aufgebaut. Insgesamt arbeiten rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Fraunhofer IPM. Weitere Infos unter www.ipm.fraunhofer.de

 

Ansprechpartner:

Prof. Dr. René Beigang

Abteilungsleiter Terahertz-Messtechnik und -Systeme TMS

Fraunhofer IPM, Standort Kaiserslautern

Telefon +49 631 205-5101

rene.beigang@ipm.fraunhofer.de

 

 

Die TU Kaiserslautern

Die TU Kaiserslautern ist die einzige technisch-ingenieurwissenschaftlich ausgerichtete Universität in Rheinland-Pfalz. Zukunftsorientierte Studiengänge, eine praxisnahe Ausbildung und eine moderne Infrastruktur sind die Rahmenbedingungen, die Studierende an der Campus-Universität vorfinden. Die TU Kaiserslautern wurde beim bundesweiten Wettbewerb "Exzellente Lehre" mit dem Exzellenz-Preis für Studium und Lehre ausgezeichnet. Damit stellt die TU den hohen Stellenwert ihrer Studienangebote unter Beweis. Darüber hinaus profitieren die Studierenden und Wissenschaftler von den zahlreichen international renommierten Forschungseinrichtungen, die im Bereich der angewandten Forschung eng mit der TU Kaiserslautern kooperieren.

 

 

Pressekontakt

Katrin Müller
Leitung Hochschulkommunikation

Tel.: +49(0)631/205-4367
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