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Alge entschärft Diclofenac; früh Praxisluft schnuppern: Jetzt einschreiben für Molekulare Biologie

Das iGEM-Team der TUK setzt die praktischen Erfahrungen aus dem Studium im Wettbewerb um. (Foto: iGEM TU Kaiserslautern 2020)

Lernen am praktischen Beispiel ist die beste Qualifikation fürs Berufsleben. Deswegen legt der biologische Bachelorstudiengang an der TU Kaiserslautern (TUK) großen Wert auf Praxisbezug. Davon profitiert derzeit ein studentisches Team, das an einem internationalen Studierendenwettbewerb zur Synthetischen Biologie (iGEM) teilnimmt. Die Jungforscher*innen entwickeln eine Grünalge, die Mikroschadstoffe, allen voran Diclofenac aus Schmerzmitteln, abbauen soll. Ihr bisheriges Studium hat sie bestens auf diese Aufgabe vorbereitet. Der 6-semestrige Bachelorstudiengang Molekulare Biologie ist zulassungsfrei. Interessierte können sich noch bis 31. August für das kommende Wintersemester einschreiben.

Sie wollen mit ihrem bereits erworbenen Fachwissen für sauberes Abwasser sorgen: Die Kaiserslauterer Studierenden, die beim internationalen Genetically Engineered Machine Wettbewerb (iGEM) teilnehmen, werden Ende des Jahres ihre Arbeit virtuell vor einer internationalen Jury vorstellen. Ihr Ziel: Eine Grünalge dazu zu bringen, Diclofenac abzubauen. Als medizinischer Wirkstoff entfaltet Diclofenac eine schmerzstillende Wirkung. Wenn es jedoch über das kommunale Abwasser in natürliche Gewässer gelangt, reichert es sich dort als umweltgefährdende Substanz an.

 

Damit Grünalgen den Mikroschadstoff Diclofenac abbauen können, brauchen sie bestimmte kupferhaltige Enzyme als Helfer. „Die so genannten Laccasen entschärfen das Diclofenac, indem sie es mittels einer chemischen Reaktion stofflich verändern“, erklärt Studentin Linda Müller. „Die dabei entstehenden Abbauprodukte sind unschädlich.“ Laccasen werden bereits industriell genutzt – zum Beispiel zum Bleichen von Textilien und Papier.

 

Ultimatives Projektziel des Kaiserslauterer iGEM-Teams ist es, die schadstoffabbauenden Einzeller fit für die Abwasserreinigung zu machen. „Dafür wollen wir die Grünalgen in einem Bioreaktor kultivieren. Per integriertem Filtersystem können wir dabei sicherstellen, dass nur die Flüssigkeit mit dem produzierten Enzym ins Abwasser gelangt“, so Müller weiter. Denkbar wäre es zum Beispiel, dass die Technik in einer Kläranlage Verwendung finden kann.

 

Ihre Teamkollegin Helena Schäfer begeistert neben dem fachlichen Erproben auch die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung: „Wir lernen durch die Teilnahme an iGEM, ein komplettes wissenschaftliches Projekt eigenverantwortlich abzuwickeln“, so die angehende Biologin. Dass die Studierenden bereits in ihrem Bachelorstudium so selbstständig arbeiten können, haben sie nicht zuletzt ihrer praxisnahen Ausbildung zu verdanken. „Wir legen im Studium viel Wert darauf, theoretisches Wissen auch in der Praxis anzuwenden“, sagt Dr. Dorothea Hemme-Schwöbel, die Geschäftsführerin des Fachbereichs Biologie. „Der Studienablauf sieht viele praktische Arbeiten im Labor vor und vermittelt aktuelle Techniken und Methoden, damit Studierende lernen, Forschungsprojekte selbständig durchzuführen und ihr lösungsorientiertes Denken zu schulen.“

 

Darüber hinaus vermittelt der Bachelorstudiengang wichtiges Basiswissen u.a. in Zellbiologie, Genetik, Mikrobiologie, Ökologie, Biotechnologie, Tier- und Pflanzenphysiologie, Neurobiologie Humangenetik sowie Biophysik. Im letzten Studienjahr können die Studierenden ihr Grundlagenwissen in zwei frei wählbaren Fachgebieten vertiefen. Zudem sieht das Studium ein Betriebs- oder Forschungspraktikum vor, um sich früh beruflich zu orientieren.

Am Ende des Studiums steht die Bachelorarbeit an, bei der die Studierenden an einem eigenen Projekt im Labor arbeiten. Die TUK bietet darüber hinaus einen sich nahtlos an das Bachelorstudium anschließenden Masterstudiengang an, in dem die Studierenden aus den folgenden vier Vertiefungsrichtungen auswählen können: die Biotechnologie von Mikroorganismen und Pflanzen, die molekulare und biochemische Zellbiologie, die Funktionsweise und der Aufbau des Nervensystems sowie die Ökologie und Biodiversität niederer Organismen.

 

Studieninteressierte haben noch bis zum 31. August Zeit, sich einzuschreiben.

Weitere Informationen gibt es unter www.bio.uni-kl.de/studium-lehre/studiengaenge/bachelor-molekulare-biologie/

 

Wer das Kaiserslauterer iGEM-Team näher kennenlernen oder sogar unterstützen möchte, erfährt mehr unter https://www.uni-kl.de/hochschulgruppen/iGEM/kontakt-2/ oder auf den zugehörigen Social Media-Kanälen, Stichwort „@igem.kaiserslautern“ bei Facebook und Instagram sowie Stichwort „@IGEM_TUKL“ bei Twitter.

 

Fragen beantwortet: 

Dr. Dorothea Hemme-Schwöbel

Geschäftsführerin Fachbereich Biologie

Tel.: 0631-2052602

E-Mail: hemme(at)bio.uni-kl.de

Pressekontakt

Katrin Müller
Leitung Universitätskommunikation

Tel.: +49(0)631/205-4367
Fax: +49(0)631/205-3658
Mail: katrin.mueller[at]verw.uni-kl.de
Web: www.uni-kl.de/pr-marketing

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