Region und Stadt

Potentialbereich „Region und Stadt“

Die raumbezogene Zukunfts- und Entwicklungsforschung zu ländlichen Räumen stellt innerhalb der Raum- und Regionalwissenschaften einen neuen Ansatz dar. Ausgangspunkt ist zum einen die Diskussion über gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland und Europa, zum anderen die Beobachtung, dass ländliche Räume sehr unterschiedlichen Entwicklungspfaden und -linien unterliegen. Neben der Diskussion der Bedeutung von raumrelevanten Trends für die Entwicklungspfade ländlicher Räume stehen hierbei insbesondere auch die Entwicklungschancen ländlicher Räume in verschiedenen Struktur- und Lebensbereichen sowie Funktionen im Vordergrund.

Ziel ist es, die Entwicklungs- und Steuerungsfähigkeit von Regionen und Kommunen in ländlichen Räumen unter den verschiedenen räumlich relevanten Dimensionen des gesellschaftlichen Wandels und den hierfür zugrundeliegenden, auslösenden und resultierenden Trends zu analysieren und zu gestalten. Einbezogen werden muss in diesem Zusammenhang auch eine typisierte Betrachtung ländlicher Räume, da es den ländlichen Raum nicht gibt.

Der derzeit ablaufende gesellschaftliche Wandel weist im Lichte der Raumordnung und Raumentwicklung folgende vier Dimensionen auf:

Wesentlich dabei erscheint, dass es Trends mit hoher und geringerer räumlicher Relevanz gibt. Trigger-Faktoren, also auslösende Momente, können demographische, sozioökonomische, ökologische, jedoch auch institutionelle, organisatorische und instrumentelle Trends sein, die von Regionen und Kommunen mit unterschiedlichen Anpassungspotentialen und Geschwindigkeiten aufgenommen und für eine zukunftsfähige Entwicklung in Wert gesetzt werden.

Inhaltlich wird – aufbauend auf den in der Forschungsinitiative I bis III (2008-2018) geleisteten Vorarbeiten – die Thematik der raumbezogenen Trend- und Zukunftsforschung in ländlichen Räumen im Vordergrund stehen. Neben der Diskussion der Bedeutung von raumrelevanten Trends und Entwicklungspfaden ländlicher Räume stehen hierbei insbesondere auch eine akteursbezogene Betrachtungsweise der Entwicklungschancen ländlicher Räume in verschiedenen Struktur- und Lebensbereichen sowie Funktionen im Vordergrund. Einbezogen werden muss in diesem Zusammenhang auch eine neuartige Betrachtung und Bewertung ländlicher Räume, die dazu beiträgt, die tradierte Sichtweise der Dichotomie von städtischen und ländlichen Räumen zu überwinden.

Grundlegendes Entwicklungsziel des Potenzialbereiches ist die koordinierte fachbereichsübergreifende wissenschaftliche Untersuchung ländlicher Räume; dies bedeutet die Diskussion darüber, inwieweit mit den aktuellen Trends Prozesse des Wandels in ländlichen Regionen ausgelöst werden, die in der Folge positive Entwicklungen ermöglichen, wenn damit verbundene Potenziale genutzt werden und den Entwicklungsrisiken und Herausforderungen durch geeignete Maßnahmen begegnet wird.

Der Potentialbereich „Region und Stadt“ zielt durch seine Aktivitäten darauf ab, die Forschungsarbeiten und -initiativen seiner Mitglieder zu vernetzen und dadurch eine interdisziplinäre Plattform zur wissenschaftlichen Diskussion konzeptioneller Forschungsansätze zu schaffen.

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