Innenentwicklung in kleineren Städten und Gemeinden – Strategien zur Sicherung lebendiger und nutzungsgemischter Wohn- und Versorgungsstandorte

Aufgabe

Innenentwicklung hat Vorrang vor Außenentwicklung – diesem Grundsatz mag wohl kaum einer widersprechen. Schließlich ist Innenentwicklung ein zentraler Ansatzpunkt für nachhaltige Städte. Aber die Praxis sieht vielerorts immer noch anders aus – nicht nur aber auch in kleineren Städten und Gemeinden. In einem Forschungsprojekt geht unser Fachgebiet S+O zusammen mit dem Büro Urbanizers in Berlin der Frage nach: Mit welchen Strategien die Innenentwicklung in schrumpfenden und sich stabilisierenden Kleinstädten gezielt gestärkt werden kann, um diese als lebendige und nutzungsgemischte Wohn- und Versorgungsstandorte zu erhalten? Dabei gehen wir von einer Eigenlogik der Kleinstadt aus. Gerade unter der Zielstellung „Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse“ ist das spezifisch Kleinstädtische ernst zu nehmen und Innenentwicklung an endogene Potenziale der Kleinstadt anzuknüpfen. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sollen in einer Arbeitshilfe aufbereitet werden, die kommunalen Praktikern vielfältige Anregungen und Hilfestellung dabei gibt, „ihre“ Strategie der Innenentwicklung zu formulieren und umzusetzen.

Kontext

Für die Innenstädte und Ortskerne von kleineren Städten und Gemeinden stellen qualitätsvolle, lebendige und nutzungsgemischte Wohn- und Versorgungsstandorte einen wesentlichen Attraktivitätsfaktor dar. Diese Lagen stehen aber angesichts des demographischen Wandels, veränderter Bedürfnisse und Ansprüche an kleinere Städte und Gemeinden vor neuen Herausforderungen. Im Gegensatz zu Kleinstädten in prosperierenden Großstadtregionen, die aktuell von Zuzug, Wohnraummangel und steigenden Immobilienpreisen geprägt sind, entwickelt sich die Immobiliennachfrage in vielen kleineren Kommunen in ländlichen Regionen konträr. Einerseits geht die Wohnraumnachfrage zurück und Leerstände nehmen zu. Andererseits steigen vor Ort die Anforderungen an ein qualitätsvolles Wohnen und ein lebendiges Umfeld. Wie attraktive Angebote für das Wohnen und Leben in Kleinstädten geschaffen werden können, steht im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens. Die Herangehensweisen von der Konzeption bis zur Umsetzung sollen ebenso in den Blick genommen werden wie begleitende Verfahren und Instrumente der Innenentwicklung (beteiligte Akteure, Prozessgestaltung, etc.). Es sollen lehrreiche Beispiele für den Erfahrungstransfer in die Praxis untersucht und aufbereitet werden. Ziel ist es, Erfolgsfaktoren herauszuarbeiten, Lösungsansätze zur Überwindung von Hemmnissen und praxisorientierte Handlungsempfehlungen abzuleiten. Des Weiteren sollen Hinweise für das städtebauliche Instrumentarium des Bundes gewonnen werden, insbesondere zur Städtebauförderung.

Auftraggeber: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)

Kooperationspartner: FG Stadtumbau und Ortserneuerung, Büro Urbanizers

Laufzeit: seit Januar 2018

Zielgruppe: Kommunen, Fachöffentlichkeit

Ansprechpartner:

Dr.-Ing. Thomas Fischer

TU Kaiserslautern FG S+O Pfaffenbergstraße 95/ Geb. 1-U23

E-Mail: tfischerr@rhrk.uni-kl.de

Telefon: +49 (0)631 205-5148 Telefax: +49 (0)631 205-4668

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