Brandschutzordnung der TU Kaiserslautern

1. Brandverhütung

2. Vorkehrungen für den Ernstfall

3. Maßnahmen nach einem Brandfall

4. Aufgaben und Verantwortlichkeiten

5. Schlussbestimmungen

 

 

Anlage 2 Räumungsplan

Anlage 3 Notfallübungs-Protokoll

1. Brandverhütung

Alle Angehörigen und Gäste der Universität sind verpflichtet, durch größte Vorsicht zur Verhütung von Bränden beizutragen.

1.1 In Laboratorien besteht striktes Rauchverbot. In Räumen, in denen leicht brennbare Stoffe wie Holz, Papier etc. lagern, und in Lagerräumen für brennbare Flüssigkeiten sowie sonstige Gefahrstoffe sind Rauchen und offenes Licht und Feuer strengstens verboten. Bereiche, in denen entsprechende Verbote bestehen, sind gemäß Unfallverhütungsvorschrift GUV 0.7 zu kennzeichnen.

1.2 In Laboratorien, Werkstätten und sonstigen Arbeitsräumen dürfen feuer- und explosionsgefährliche Stoffe nur in den für den Fortgang der Arbeiten erforderlichen Mengen bereitgehalten werden. Mengen, die den Tagesbedarf überschreiten, dürfen nur in Sicherheitsschränken nach DIN 12925 aufbewahrt werden. Zusammenlagerungsverbote und Verpackungs- und Aufbewahrungsvorschriften sind zu beachten. Kühlschränke und Tiefkühltruhen, in denen brennbare Flüssigkeiten oder explosionsgefährliche Stoffe aufbewahrt werden, müssen explosionsgeschützt ausgeführt und an die Notstromversorgung angeschlossen sein, sofern eine solche vorhanden ist. Druckflaschen dürfen nur an den dafür vorgesehenen Orten (z. B. in Sicherheitsschränken) gelagert bzw. aufgestellt werden, keinesfalls jedoch in Fluren, Durchgängen, Treppenhäusern, Arbeitsräumen und Rettungswegen. Räume, in denen sich Druckgasflaschen befinden, müssen mit den entsprechenden Aufklebern (erhältlich unter Tel. 3920) gekennzeichnet sein.

1.3 Elektrisch betriebene Geräte und Anlagen müssen den einschlägigen Sicherheitsbestimmungen entsprechen. Die Benutzung schadhafter oder ungesicherter Geräte ist verboten. Sofern eine Brandgefahr durch Wärmeübertragung nicht ausgeschlossen werden kann (z. B. bei elektrischen Heizkörpern, -öfen, -platten und -bädern, Kaffeemaschinen, Tauchsiedern), sind geeignete Maßnahmen wie Aufstellen auf einer nicht brennbaren Unterlage und Fernhalten brennbarer Gegenstände und Flüssigkeiten zu treffen. Diese Geräte sollen nicht unbeaufsichtigt betrieben werden.

1.4 Schäden an elektrischen Versorgungsanlagen und Gasleitungen (z. B. erkennbar an Funkenbildung, Schmor- oder Bruchstellen, Schmor- oder Gasgeruch) dürfen nur durch Fachleute beseitigt werden und sind sofort der Zentralen Betriebstechnik (Tel: 2333) zu melden.

1.5 Bunsenbrenner und ähnliche Geräte dürfen nur mit DVGW-geprüften Laborschläuchen angeschlossen werden. Nach Gebrauch ist unverzüglich das Gassperrventil zu schließen.

1.6 Löt- und Schweißarbeiten (außer solchen mit leistungsschwachen elektrischen Lötkolben) sowie Schneid- und Trennschleifarbeiten dürfen nur entweder an dafür eingerichteten Arbeitsplätzen oder von Fachpersonal unter Beachtung besonderer Sicherheitsvorkehrungen (z. B. Abschirmung, Bereithalten von Feuerlöschern) ausgeführt werden. Nach Beendigung müssen die Arbeitsorte mehrfach in zeitlichen Abständen auf Schwelbrände kontrolliert werden.

2. Vorkehrungen für den Ernstfall

2.1 In allen Arbeitsräumen ist das Brandfall-Merkblatt (Regeln für das Verhalten im Brandfall nach DIN 14096 Teil 1, siehe Anlage 1) auszuhängen. Der Inhalt des Merkblattes muss jedermann vertraut sein, damit im Ernstfall keine Zeit verloren geht.

2.2 Rettungswege und Notausgänge müssen erkennbar ausgeschildert sein und sind ständig freizuhalten. Türen im Verlauf von Flucht- und Rettungswagen dürfen nicht versperrt werden und müssen von innen jederzeit leicht und ohne Hilfsmittel wie z. B. Schlüssel zu öffnen sein.

2.3 Die Funktion von Brandabschnitts- und Rauchschutztüren darf nicht behindert werden. Soweit sie im Brandfall nicht automatisch schließen, werden sie durch selbsttätige Türschließer geschlossen gehalten. Diese Vorrichtungen dürfen nicht außer Funktion gesetzt werden. Die Türen dürfen auch nicht verkeilt oder durch Hineinstellen von Gegenständen offen gehalten werden.

2.4 Brandmelder dürfen nicht mutwillig oder fahrlässig aktiviert werden, z. B. dadurch, dass in gesicherten Arbeitsräumen oder Fluren geraucht, Wärme erzeugt oder Erschütterungen ausgelöst werden.

2.5 Allen Beschäftigten müssen die Flucht- udn Rettungswege, die Notrufnummer 1-112 (auch von Hausapparaten benutzbar), die Alarmsignale und die Standorte der Brandschutzeinrichtungen (Feuermelder, Handfeuerlöscher, Schlauchanschlüsse, Löschdecken u.a.m.) geläufig sein. Dies ist den Beschäftigten duch die Verantwortlichen bei den turnusmäßigen Unterweisungen zu vermitteln.

2.6 Die Zentrale Betriebseinheit Technik veranstaltet in Abstimmung mit den Fachbereichen, Wissenschaftlichen Einrichtungen und Betriebseinheiten in angemessenen Zeitabständen Notfallübungen zusammen mit der Feuerwehr und dem Sicherheitsingenier. Sie haben den Sinn, die Nutzer der Gebäude mit dem erforderlichen Verhalten im Ernstfall vertraut zu machen. Die Räumung ist gemäß dem Räumungsplan (siehe Anlage 2) durchzuführen.

2.7 Räumungspläne gemäß Anlage 2 sind zu erarbeiten und bekannt zu machen.

3. Verhalten im Brandfall

3.1 Merkblatt für das Verhalten im Brandfall (nach DIN 14096 Teil 1) beachten.

3.2 Kleine Brände sofort löschen. Feuerlöscher erst an der Brandstelle in Betrieb nehmen und weitere Helfer herbeirufen. Bestehen Zweifel, ob der Kleinbrand gelöscht werden kann oder besteht eine Gefährdung von Personen bei einem Löschversuch, so ist sofort die Alarmierung gemäß Brandfallmerkblatt durchzuführen.

3.3 Druckgasflaschen und brennbare Flüssigkeiten, radioaktive oder sonstige gefährliche Stoffe sowie brennbare Gegenstände sind - sofern noch gefahrlos möglich - aus der Nähe des Brandorts zu entfernen.

3.4 Elektrisch betriebene Geräte und Anlagen (bis auf die Beleuchtung!) abzuschalten, Gas-Absperrventile schließen.

3.5 Zum Löschen von Bränden an elektrischen Anlagen sind Kohlensäure- oder Pulverlöscher einzusetzen. Keinesfalls Wasser verwenden. Bei Spannungen über 1000 V, z. B. Hochspannungslabor, in Trafozellen, Schalt- und Versuchsanlagen, keine eigenen Löschversuche unternehmen.

3.6 Zufahrtswege für die Feuerwehr kontrollieren bzw. freimachen, Unbefugte von der Brandstelle fernhalten.

4. Maßnahmen nach einem Brandfall

Bei jedem Brand ist mit der Bildung von Gefahrstoffen zu rechnen. Insbesondere dann, wenn halogenhaltige Baustoffe (z.B. PVC-Böden, Kabelummantelungen) betroffen sind, können hochgiftige Stoffe entstehen. Daher ist folgendes zu veranlassen:

4.1 Der Brandort ist großräumig zu sperren. Der Sperrbereich darf nur zu Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten und mit entsprechender persönlicher Schutzausrüstung, z.B. Atemschutz (P3 oder ggf. umgebungsluftunabhängig), Schutzanzug mit Kopfschutz, Handschuhen, Überschuhen betreten werden. Schaulustige und Reinigungsdienste sind fernzuhalten.

4.2 Alle Türen und Fenster in den belasteten Räumen sind zu schließen, um eine Ausbreitung der Kontamination durch Luftzug zu verhindern.

4.3 Es ist zu prüfen, ob und wohin kontaminiertes Löschwasser durchgebrochen ist. Auch diese Bereiche sind zu sichern.

4.4 Die Zentrale Betriebseinheit Technik/Sicherheitsingenieur unterrichtet ggf. die Gewerbeaufsicht und beauftragt ein Analytik-Labor mit der Untersuchung der Brandstelle. Während der Wartezeit auf die Analyse (mehrere Tage) ist gemäß Ziffer 4.1 zu verfahren. Das weitere Vorgehen richtet sich nach dem Ergebnis der Analyse. Bei starker Kontamination kann die Reinigung und Entsorgung durch eine Spezialfirma erforderlich sein. Der Brandschutt muss in der Regel als Sonderabfall entsorgt werden.

4.5 Zur Koordination der Instandsetzungs-, Reinigungs- und Entsorgungsmaßnahmen ist durch die Leitung des betroffenen Bereichs eine sach- und ortskundige Person zu bestellen.

4.6 Erst nach erfolgter Dekontamination dürfen die Räume wieder allgemein betreten werden.

5. Aufgaben und Verantwortlichkeiten bezüglich des Brandschutzes

Die Verantwortung für die Einhaltung dieser Ordnung tragen die unter Nummer 1 der Richtlinie zum Arbeits- und Umweltschutz an der TU Kaiserslautern genannten Personen in dem dort beschriebenen Umfange, soweit nicht im Folgenden andere Festlegungen getroffen sind.

5.1 Der bauliche Brandschutz obliegt der Zentralen Betriebseinheit Technik. Sie führt zusammen mit dem Städtischen Brandschutzamt und dem Sicherheitsingenieur die vorgeschriebene Brandverhütungsschau durch und veranlasst die Beseitigung etwaiger Mängel umgehend.

5.2 Die turnusmäßige Prüfung der Handfeuerlöscher und der Feuerlöschleitungen, -hydranten und -schläuche wird durch die Zentrale Betriebseinheit Technik veranlasst und aktenkundig gemacht.

5.3 Die Zentrale Betriebseinheit Technik sorgt für die Kennzeichnung der Flucht- und Rettungswege und der Notausgänge sowie für die Anbringung der Flucht- und Rettungspläne.

5.4 Die Dekane der Fachbereiche und die Leiter der Wissenschaftlichen Einrichtungen und Betriebseinheiten der Universität haben dafür zu sorgen, dass diese Brandschutzordnung in ihrem Bereich bekannt gemacht wird (z.B. bei einer allgemeinen Sicherheitsbelehrung) und so ausgehängt wird, dass sie von allen Mitarbeitern und Studenten eingesehen werden kann. Sie wirken bei den regelmäßigen Notfallübungen mit. Weiterhin sind sie verantwortlich für das Freihalten der Flucht- und Rettungswege, die ordnungsgemäße Lagerung und Aufbewahrung von Gefahrstoffen und Druckgasflaschen und die Kontrolle der Funktionsfähigkeit der Not- und Augenduschen.

5.5 Die Notfallübungen sind den Betroffenen rechtzeitig anzukündigen und gebäudeweise nach dem folgenden Schema durchzuführen:

1. Auslösung des Hausalarms durch den Technischen Dienst.

2. Räumung des Gebäudes und Sammeln gemäß den Räumungsplänen der Abteilungen. Die Sammelplätze sind nahe am Gebäude, jedoch außerhalb des von der Feuerwehr benötigten Bereichs zu wählen.

3. Feststellung der Vollzähligkeit der Beschäftigten durch den Verantwortlichen (z.B. Professor, Abteilungsleiter).

4. Unterrichtung der Beschäftigten über die im Gebäude vorhandenen Brandschutzeinrichtungen und deren Handhabung.

5.6 Die Notfallübungen, Belehrungen und Kontrollen sind zu dokumentieren.

5.7 Für Bereiche mit besonderen Gefährdungen muss eine Liste von im Notfall zu benachrichtigenden Personen (z.B. Strahlenschutzbeauftragte, Gentechnik-Projektleiter) erstellt werden. Die Benachrichtigung erfolgt im Notfall durch die Leitwarte der Zentralen Betriebseinheit Technik, Tel. 2333.

6. Schlussbestimmungen

6.1 Diese Brandschutzordnung gilt auch für die Nutzer der von der Universität angemieteten Räume und Liegenschaften und für Fremdnutzer.

6.2 Die Brandschutzordnung kann für besondere Bereiche durch zusätzliche Vorschriften ergänzt werden.

6.3 Bestandteile der Brandschutzordnung sind

die Regeln für das Verhalten im Brandfall nach DIN 14096 Teil 1,

der Räumungsplan,

das Notfallübungsprotokoll.

Kaiserslautern, den 05.04.2001

Der Kanzler

Stefan Lorenz

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