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GINDIKO - Grundlagen inklusiver Bildung durch digitales Kollaborationslernen

Ausgangslage

Die Stellungnahme der DGfE im Jahre 2017 und die gemeinsame Empfehlung der Hochschulrektoren- und Kultusministerkonferenz bzgl. einer „Lehrerbildung für eine Schule der Vielfalt“ (KMK, 2015) weisen auf die Dringlichkeit inklusiver Grundlagenbildung für Lehrkräfte hin: „Der professionelle Umgang mit Inklusion kennzeichnet künftig eine allgemeine Anforderung an die Lehrerbildung. (…) Die für den Lehrerberuf benötigten Kompetenzen schließen neben Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten auch Einstellungen und Haltungen gegenüber Vielfalt ein“ (ebd., S. 3).

Neben sonderpädagogischen und diagnostischen Kompetenzen bedarf es auch der Entwicklung selbstreflexiver Prozesse und entsprechender Einstellungen und Haltungen bezüglich inklusionsspezifischer Diversität. Unter Lehramtsstudierenden herrscht – nicht zuletzt aufgrund fehlender Informationen – große Unsicherheit bezüglich des methodisch-didaktischen Umgangs mit Inklusionsklassen, was sich in ihren Einstellungen zu Inklusion spiegelt, deren positive Ausprägung zugleich für ein Gelingen der Inklusion als unerlässlich gilt.

 

Ziele

In diesem Projekt wird die Konzeption, Entwicklung, Durchführung und Evaluation eines online-basierten computer-supported collaborative learning (CSCL) Seminars zur Grundlagenvermittlung schulischer Inklusion für Lehramtsstudierende realisiert.

Des Weiteren sollen Studierende eine positive Haltung gegenüber der Idee der Inklusion entwickeln (Diversitätskompetenz). Ferner soll durch die kollaborativ-computergestützte Form der Wissensvermittlung bzw. -generierung die Selbstlernkompetenz, der Perspektivenwechsel, die Kooperationsbereitschaft, der Netzwerkgedanke sowie indirekt auch medienpädagogische Kompetenzen gefördert werden.

 

Vorgehen im Teilprojekt

Inklusion erfordert aufgrund ihrer systemischen Ausrichtung ein pädagogisches Denken, das auf aktive Förderung durch innere Differenzierung, Kompetenzvermittlung und die Befähigung zu selbstorganisiertem, lebenslangem Lernen sowie auf kollaboratives Problemlösen setzt. Zentral ist dabei auch die Notwendigkeit einer kollegialen Vernetzung der Lehrkräfte untereinander. Hillenbrand et al. (2013, S. 51) nennen bzgl. der inklusionsspezifischen Professionalisierung der universitären Lehrerbildung u.a. drei Kompetenzen, die bei Lehramtsstudierenden diesbezüglich gefördert werden sollten: (1.) die Wertschätzung von Verschiedenheit respektive Diversitätskompetenz, (2.) die Fähigkeit zur Kooperation und (3.) die Bereitschaft zur selbstständigen Weiterbildung respektive lebenslanges Lernen.

Diesbezüglich möchte das Projekt ein Seminarkonzept realisieren, das sich methodisch-didaktisch an CSCL sowie an Peer-E-Coaching orientiert. Aufgaben- und Feedbackinstruktionen werden dabei mittels Kollaborationsskripts dargeboten, um den Lernenden Anleitung und Orientierung zu geben. Der englische Terminus „collaboration“ betont Wissensteilung und gemeinsame Wissenskonstruktion, „cooperation“ beschreibt vorrangig den Prozess der Arbeitsteilung. E-Learning durch Kollaboration bewirkt ein Lernen aus drei Perspektiven: Lernen durch Information, durch Feedback sowie durch das Kennenlernen der unterschiedlichen Perspektiven der anderen Lernenden. Zudem erfüllt ein CSCL-Angebot multiple Funktionen: Distribution von Information, Interaktion zwischen Lerner und System sowie Kooperation und Kollaboration zwischen den Lernenden. Eine solche Lernform unterstützt somit den oben dargelegten inklusionsspezifischen Netzwerkgedanken und die KMK-Forderung nach einer „Lehrerbildung zur kollegialen Kooperation“.

FÖRDERPHASE 2

TEILPROJEKTLEITUNG

Prof. Dr. Dr. h.c. Rolf Arnold

WISSENSCHAFTLICHER MITARBEITER

Dr. Michael Schön

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