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Dem jüngsten Hundertjährigen unserer Tage: Architektur und Geschichte konkret!

Umschlag der Festschrift.

Inhaltsverzeichnis der Festschrift.

H. F. W. Kramer, Hotel-Hochhaus in Frankfurt, Studie zwischen 1932-1936; Graphit und Kohle auf Transparentpapier.

Am morgigen 5. Mai 2017 feiert der Architekt und Bauhistoriker Martin Graßnick in Baden Baden seinen 100. Geburtstag. Am Fachbereich Architektur der TU Kaiserslautern trägt seit 2015 eine nach ihm benannte Visiting Professur zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich der Kunst- und Architekturgeschichte seinen Namen. Nun kommt eine erste Dokumentation seines "Vorlasses" hinzu, also seiner zu Lebzeiten an die TU übergebenen persönlichen Papiere und Planunterlagen. Es ist eine Programmschrift. Sie ruft dazu auf, die bislang im Land verstreuten Kräfte zur Hebung von Archivschätzen im Bereich Architektur zu bündeln und die Voraussetzungen für einen qualifizierten Architekturgeschichtsunterricht in der universitären Ausbildung der Architekten zu bewahren, beziehungsweise zu verbessern.

Martin Graßnicks historische Tat ist die "Vorbereitung" der Gründung der Doppeluniversität Trier – Kaiserslautern. Zum Leiter einer entsprechenden Dienststelle war der damalige Direktor eines von ihm selbst aufgebauten Mainzer Instituts für Berufspädagogik 1969 durch Bernhard Vogel berufen worden, den ersten Kultusminister im Kabinett Helmut Kohls als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Er konnte sich später rühmen, mit Graßnick die schnellste bundesrepublikanische Universitätsgründung überhaupt realisiert zu haben.

Als ehemaliger Mitverfasser eines Memorandums, das bereits 1966 den Aufbau universitärer Strukturen für die Ingenieursausbildung des Landes gefordert hatte, hat Graßnick sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Neugründung nicht allein der Lehrerausbildung vorbehalten blieb. Wenn an der heutigen Technischen Universität Kaiserslautern Maschinenbauer und Elektrotechniker ausgebildet werden, aber auch Sozialwissenschaftler, Raum- und Umweltplaner, Bauingenieure und Architekten, so geht dies maßgeblich mit auf Graßnick zurück, der 1970 der erste Dekan des Fachbereichs Technologie am Standort Kaiserslautern wurde, aus dem die genannten Fachbereiche sämtlich hervorgingen.

Die Publikation stellt Graßnicks eigene Ausbildungszeit an der Technischen Hochschule in Darmstadt unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ins Zentrum, wo Graßnick so unterschiedliche Charaktere wie den ehemaligen Bauhäusler und Verfasser der bis heute immer wieder aufgelegten Bauordnungslehre (BOL), Ernst Neufert, zu seinen Lehrern zählte, aber auch den Friedrich-Ostendorf-Schüler Karl Gruber und den Architekten der legendären Kölner Domplombe, Wilhelm Schorn.

Ein Kataloganhang dokumentiert qualitätvolle eigenhändige Zeichnungen aus Graßnicks Zeit als angehender Architekt, aber auch solche von fremder Hand. So haben sich im Bestand Graßnicks Zeichnungen des heute weitgehend vergessenen Frankfurter Architekten H.F.W. Kramer erhalten, der in den 1920er Jahren unter Hochbauamtschef Martin Elsaesser für die Errichtung der berühmten Frankfurter Großmarkthalle zuständig war, die heute die Vorhalle zum EZB-Turm bildet.

Ergänzt wird der Band durch jeweils einen Beitrag der Martin Graßnick Visiting Professoren Ulf Schulte-Umberg, Bochum/Rom und Britta Hentschel, Zürich. Sie handeln exemplarisch über die Kaiserslauterer Stiftskirche und die Klosterkirche der Zisterzienser im nahe gelegenen Otterbach, sowie über die Fruchthalle August von Voits im Zentrum Kaiserslauterns.

Das Buch erscheint im Ernst Wasmuth Verlag, Tübingen/ Berlin und wurde von dem Stuttgarter Grafiker Demian Bern gestaltet. Am 18. Mai 2017 wird es im Rahmen einer vom Präsidenten der TU Kaiserslautern, Professor Dr. Helmut Schmidt, ausgerichteten Feierstunde für Martin Graßnick in der Diemersteiner Villa Denis bei Kaiserslautern vorgestellt werden. Wir gratulieren dem jüngsten Hundertjährigen unserer Tage!

Bibliographische Angaben: Architektur und Geschichte konkret. Das Martin Graßnick Archiv und die Martin Graßnick Visiting Professur zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der TU Kaiserslautern. Herausgegeben von Matthias Schirren. Mit einem Grußwort des Präsidenten der TU Kaiserslautern, Helmut Schmidt. Beiträge von Britta Hentschel, Matthias Schirren und Ulf Schulte-Umberg, Tübingen und Berlin: Ernst Wasmuth Verlag 2017

Die TU Kaiserslautern ist die einzige technisch-ingenieurwissenschaftlich ausgerichtete Universität in Rheinland-Pfalz. Zukunftsorientierte Studiengänge, eine praxisnahe Ausbildung und eine moderne Infrastruktur sind die Rahmenbedingungen, die Studierende an der Campus-Universität vorfinden. Die TU Kaiserslautern wurde beim bundesweiten Wettbewerb "Exzellente Lehre" mit dem Exzellenz-Preis für Studium und Lehre ausgezeichnet. Damit stellt die TU den hohen Stellenwert ihrer Studienangebote unter Beweis. Darüber hinaus profitieren die Studierenden und Wissenschaftler von den zahlreichen international renommierten Forschungseinrichtungen, die im Bereich der angewandten Forschung eng mit der TU Kaiserslautern kooperieren.

 

 

Katrin Müller
Leitung Hochschulkommunikation

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